Sabine Kedzierski „Spur 1 bis 3“

(14.08.2013) Jetzt geht es los mit den angekündigten Porträts von Hagener Künstlerinnen und Künstlern – aus Bequemlichkeit beginne ich mit denen, die gerade im Osthaus-Museum ausstellen, einige von ihnen konnte ich beim Pressegespräch interviewen. Aber das Schöne an einem Blog ist ja, eine Reihe kann unendlich fortgeführt werden.

Für den Start habe ich Sabine Kedzierski gewählt, weil sie die erste war, mit der ich gesprochen habe und weil sie für den 15. August auf der Liste der Künstlerführungen im Osthaus-Museum stand. Mit einigen anderen übrigens, es lohnt sich auf jeden Fall, donnerstags um 18.00 Uhr ins Museum zu kommen. (Nur am 3. Oktober, da gibt es bereits um 11.15 Uhr eine Lesung mit Musik.)

Zurück zu Sabine Kedzierski, deren Kunstwerke zum ersten Mal in dieser Ausstellung der Hagener Künstler zu sehen sind. Sie stellt eine Fotoserie aus. Kein Wunder, hat sie doch eine handwerkliche Ausbildung zur Fotografin. Seit 2005 ist sie selbstständige Fotografenmeisterin und fotografiert Porträts, Akte und Hochzeiten, was eben anfällt im Alltag einer Fotografin. 

Ihre freie Foto-Zeit nutzt sie für Projekte wie die Serie, die im Osthaus-Museum ausgestellt ist. „Spur“ 1 bis 3. In diesem Bild und in anderen freien Projekten versucht Sabine Kedzierski, das Wesentliche in der Zeit für die Augen sichtbar zu machen, um die Zuschauer einzufangen und ihnen Raum für eigene Assoziationen zu geben.
Mich hat besonders das mittlere der drei Bilder gefangen genommen und es hat mir ganz direkt vor Augen geführt, was Kunst mit einem Zuschauer macht. Ich hatte den Eindruck, dass Wesen aus dem Meer direkt auf mich zukämen und habe mich gleich gefragt, was die von mir wollen, ob sie die Welt verändern werden. Schon erinnerte ich mich an eine Fernsehserie aus meiner Kindheit. „Sie kommen aus Agarthi“. Von da an hieß das Bild „Spur 2“ bei mir Agarthi und ich wollte von Sabine Kedzierski mehr über das Bild wissen. (Man weiß ja nie, vielleicht hat sie wirklich Agarthi entdeckt.)
Nun weiß ich, es ist nicht Agarthi, sondern der Strand von Katwijk auf allen drei Bildern zu sehen. Immer der gleiche Strand mit Blick auf das Meer, über dem sich ein Unwetter anbahnt. Alle drei Bilder sind durch eine Langzeitbelichtung entstanden, was zu einer Reduktion des Wahrgenommenen auf die Kernelemente führt.

Sabine Kedzierski ist gebürtige Hagenerin, sie hat außer ihrer Fotografen-Ausbildung BWL studiert, geht heute aber in ihrem Foto-Handwerk und ihrer Foto-Kunst auf. Motive findet und fotografiert sie überall – zu Hause, in ihrem Studio oder da, wo es sie hintreibt. Wenn sie nicht fotografiert, versucht sie verzweifelt, nichts zu tun, weil das gut sein soll für die Kreativität. Ob das klappt, wenn man sich wie sie mit der Fotografie einen Herzenstraum erfüllt hat und den Kamerablick nicht abschalten kann? Wenn es nicht klappt, ist das aber auch nicht schlimm, dann bekommen wir vielleicht in der nächsten Ausstellung weitere Fotokunstwerke von ihr zu sehen. Oder in einer Galerie, denn ihr größter Wunsch im Moment ist: „Eine Galerie finden, um meine Bilder zu verkaufen.“ Ich drücke die Daumen.

Am 15. August wird Sabine Kedzierski um 18.00 Uhr für eine Künstlerführung im Osthaus-Museum sein. Einen Eindruck von ihr und ihrer Arbeit gibt es aber auch auf ihrer niegelnagelneuen Internetseite www.sabinekedzierski.de, die sie noch rasch hat erstellen lassen. Sorry, Sabine, aus dem Off-Kästchen geplaudert. Ist aber schön geworden, vor allem … – ach, das kann sich ja jeder selbst anschauen. © Birgit Ebbert

Die Führungen finden statt am 15.08., 22.08., 29.08., 05.09., 12.09., 19.09., und 26.09.  
Am 3.10 findet um 11.15 Uhr eine Lesung mit Musik in der Ausstellung statt.
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