Keine Sagen, aber geheimnisvoll(21.12.2016) Manchmal kommt es vor, dass ich mich bei einer Recherche verzettele und auf Themen stoße, die ich viel spannender finde als das, wonach ich gesucht habe. Ein solches Zufallsergebnis hat mich zu den Sagen aus und über Hagen geführt. Von der „Schwarzen Hand“ hatte ich natürlich schon gehört, aber die anderen Sagen waren mir in neun Jahren Hagen verborgen geblieben. Ich vermute, dass ich bei weiterer Suche noch viel mehr ausgraben würde, aber hier ist schon mal das, was mir bisher begegnet ist, aber ich sammle weiter, falls also Sagen fehlen, bitte unbedingt mitteilen – im Kommentarfeld oder per E-Mail an autorin@birgit-ebbert.de.

Die Sage aller Sagen: Die schwarze Hand

Im Mittelpunkt einer der bekanntesten Sagen aus Hagen steht die schwarze Hand, die im Schloss Hohenlimburg zu sehen ist. Früher, so las und hörte ich, diente die schwarze Hand in der Erziehung Anschauungsmittel für ihre Ermahnungen, immer schön den Eltern zu gehorchen. Angeblich stamme die Hand von einem Jungen, der sich gegen seine Mutter aufgelehnt und sie sogar geschlagen hat. Zur Strafe wurde ihm, so heißt es, die Hand abgehackt. Inzwischen weiß man, dass es sich um die Hand eines Erwachsenen handelt. Die Geschichte dahinter ist allerdings ebenso gruselig. Man vermutet nämlich, dass es sich um ein „Leibzeichen“ handelte. *schüttel* Im Mittelalter mussten nämlich Täter und Opfer vor Gericht erscheinen, damit ein Fall verhandelt werden konnte. Da ein Toter nicht erscheinen konnte, trat zum Beispiel seine Hand als Vertretung auf.

Die Nonne von Elsey

Bei dieser Geschichte juckt es mich ja in den Fingern, sie zu überprüfen. Nicht in Archiven, sondern nachts am Dorfbrunnen in Elsey. Die Sage behauptet nämlich, dort erschiene bei Vollmond oder auch jeden Abend kurz vor Mitternacht eine weißgekleidete Frau. Sie holt mit dem Eimer Wasser aus dem Brunnen, prüft den Eimerinhalt und seufzt dann herzzerreißend. Es soll der Geist einer jungen Frau aus dem Stift Elsey sein, die ihr Neugeborenes in den Dorfbrunnen geworfen hat, damit niemand von ihrer Schande erfährt. (www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de)

Der Alte von Hagen

Ehe ich mich auf den Weg nach Elsey mache, um die junge Frau zu suchen, werde ich ab sofort Ausschau halten nach dem „Alten von Hagen“. Eine der Sagen, die ich auf www.externstein.de entdeckt habe, soll er mit grauem Schlapphut, weißem Bart und langen Haaren in klaren Mondnächten auf einer „Straße in der Nähe des Rathauses gegen den Volmefluß“ mit einem Stab in der Hand unterwegs sein. Warum und weshalb verrät die Sage nicht, allerdings solle er noch niemandem etwas angetan haben. Dem werde ich nachgehen 🙂 (Fundstelle)

Die weißen Jungfrauen von Harkorten

Dieser Sage nach gingen ein Vater mit seinem Sohn durch den Harkorter Wald. Der Junge blieb etwas zurück und sah plötzlich zwei weißgekleidete Frauen, die ihn nach der Uhrzeit fragten. Ihm wurde etwas mulmig, aber er antwortete ihnen, dass bald Mitternacht sei und schon waren sie verschwunden. Wenig später starb der Junge. (Fundstelle)

Die Zwerge vom Goldberg

Ja, auch Hagen hat seine Zwerge! Die Sage davon findet sich sogar mehrfach im Internet – sie erzählt, dass im Goldberg, von dem aus man so schön auf die Stadt schauen kann, eine Höhle war, in der Zwerge lebten. Wie die Kölner Heinzelmännchen gingen sie den Menschen zur Hand, halfen den Schmieden Schwerter zu schmieden und was sonst anlag. Eines Tages wurden die Hagener Schmiede gierig, die Hilfe der Zwerge reichte ihnen nicht aus, sie wollten den Goldschatz, den sie angeblich besaßen. Es gelang ihnen sogar, einen Zwerg zu überreden, ihnen das Versteck zu zeigen. Allerdings durften sie den Goldschatz nur unter der Bedingung sehen. Sie sollten in der Höhle nicht sprechen oder streiten. Man ahnt es schon, die Schmiede konnten ihre Klappe nicht halten und zofften sich um das Gold – mit dem Ergebnis, dass seither weder die Schmiede noch die Zwerge je wieder gesehen wurden. (Fundstelle)

Der Goldschatz Klaus Störtebeckers

Diese Geschichte fand ich nun besonders spannend, ich habe sie ebenfalls www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de entdeckt. Sie erzählt davon, was geschah, nachdem Klaus Störtebecker und seine Komplizen hingerichtet worden waren. Einer der Piraten wurde von der Todesstrafe verschont, weil er noch so jung war. Allerdings war er nicht dumm, er lieh sich Geld, um Störtebeckers letztes Schiff zu kaufen, weil er wusste, dass der Mast voller Diebesgold war. Er nahm das Gold an sich, veräußerte die Kogge wieder und floh aus Hamburg – nach Hagen, wo er sich niederließ und eine Familie gründete. Sein schlechtes Gewissen versuchte er dadurch zu beruhigen, dass er Geld für die Hagener Kirchen stiftete. (Dann schaut mal in euren Stammbaum, wessen Ahnher aus Hamburg stammt 🙂

Es juckt mich in den Fingern, die Sagen neu aufzuschreiben. Mal sehen, was ins Arbeitspensum des nächsten Jahres passt. Auf jeden Fall sammle ich schon, falls jemand noch die eine oder andere Sage aus Hagen kennt. © Birgit Ebbert