Musikalischer Auftakt der Schloss-Spiele(25.04.2016) In diesem Jahr war ich erstmals bei der Eröffnungsrevue der Schloss-Spiele Hohenlimburg und habe nach meiner Rückkehr als erstes die Zeit vom 21. August bis 5. September in meinem Kalender geblockt. Aufbau, Darbietung und Vielfalt der Revue haben mich schon so begeistert, dass ich nicht wüsste, welchen Termin ich ausfallen lassen sollte.

Marie-Luise Konder eröffnet die RevueAber im Ernst und zum gestrigen Abend. Nach einer kurzen Einführung durch die Vorsitzende des Freundeskreises Schloss-Spiele Hohenlimburg e. V. und ein paar launigen Worten des Oberbürgermeisters stellte Schloss-Spiel-Leiter Dario Weberg das Programm vor, von dem es auch gleich die eine oder andere Kostprobe gab.

„Harold and Maude“ als Schauspiel der Schloss-Spiele

Die Schloss-Spiele werden in diesem Jahr erstmals an einem Sonntag beginnen und zwar vormittags mit einem ökumenischen OB Erik O. Schulz lobt die Schloss-SpieleGottesdienst, an dem das Hohenlimburger Akkordeon-Orchester und der Chor La Voice mitwirken. Am Abend ist dann die Premiere des diesjährigen Schloss-Spiel-Stückes „Harold and Maude“ über die Liebesgeschichte eines Achtzehnjährigen und einer 79-Jährigen. Hier werden wie immer Profi-Schauspieler und Laien-Darsteller zusammen agieren, neu dabei sein wird unter anderem Alexander Denz, der sich auf einen Medienaufruf gemeldet hat und – wie er in einem kleinen Interview mit Dario Weberg verriet – schon seit seinem fünften Lebensjahr Theater spielt. Man darf also gespannt sein, was uns da erwartet.

Dario Weberg mit dem Nachwuchs der Schloss-SpieleNun sind noch vier Monate bis zum Start der Schloss-Spiele, verständlich, dass die dort erstmals gezeigten Stücke noch nicht szenisch präsentiert werden können. Aus diesem Dilemma wand sich der Schloss-Spiel-Chef, in dem er sich auf weitere Stärken seiner Darsteller besann. Nun weiß ich, dass Simon Jakobi, der in „Harold and Maude“ den Psychiater spielen wird und in der Hexenjagd den Pfarrer verkörpert hat, auch noch Singer-Songwriter ist, Klavierspielen und Bei der Eröffnungsrevue Simon Jakobi am E-Pianohörenswert singen kann. Eine tolle Überraschung, die dem Abend wie die vielen anderen kleinen Zusatzinformationen eine besondere Note gaben.

Lesungen, Musik und vieles mehr bestimmt die Schloss-Spiele

Doch zurück zum Programm. Am Montag, den 22. August, findet im Schlossrestaurant eine Lesung des gebürtigen Hohenlimburgers Jörn Klare statt. Er lebt heute in Berlin und ist im letzten Jahr zu Fuß von Berlin nach Hohenlimburg gegangen, um mehr über Heimat zu erfahren und diese vielleicht auch zu erleben. Unterstützt wird er an dem Abend von seinem Bruder Jan, einem international bekannten Saxophonisten. Das kann nur gut werden.

Keine Schloss-Spiele ohne MusikVon dem Konzert, das uns am 23. August erwartet, durften wir bereits eine Kostprobe genießen. Luisa Ortu & Friends bezauberten die Zuhörer mit Stimme, Querflöte und Gitarre und stimmten die Besucher in die informative und unterhaltsame Eröffnungsrevue ein.

Auch aus dem für den 24. August geplanten Abend über Heinz Erhardt gab es ein paar amüsante Kostproben von Dario Weberg, der am Klavier von Martin Brödemann unterstützt wurde. Beim Zuhören fiel mir auf, dass ich das Stück im Theater an der Volme noch gar nicht gesehen habe, das heißt, es wird Zeit 🙂

Musik und Spaß sind immer dabeiNeugierig gemacht hat Dario Weberg mich auf die „Impressionen des Tanzes“, die das Ballett der Tanz-Etage am Samstage, den 27. August im Schlosshof darbietet. Sie haben sich dabei von Edgar Degas inspirieren lassen, so viel hat er verraten, aber nicht, wie die Tänzerinnen und Tänzer solche Bilder selbst kreieren. Der Termin steht auf jeden Fall im Kalender. Zumal ich eigentlich nur etwas früher losfahren muss, weil ich die Open Air. Kult. Kinonacht, wenn die Blues Brothers „Unterwegs im Auftrag des Herrn sind“, nicht verpassen möchte. Beginn ist 21.30 Uhr, da wird es sicher spät. Gut, dass am nächsten Tag erst um 18.00 Uhr Programm ist. Da spielen Ulrike Wahren und ihr Mann Peter Stolle unter dem Titel „Like A Bridge Over Troubled Water“ „gegen das Vergessen“, unter anderem Chansons von Dichtern, die in den 30er-Jahren verfolgt wurden. Noch so ein Pflichttermin, für mich zumindest.

Friedel Hiersenkötter führt durch HohenlimburgWer jetzt schon erschöpft ist von dem vielfältigen Programm, dem sei gesagt, das war längst nicht alles. Na gut, beim Lesewettbewerb „Paule ist ein Glücksgriff“ am 29. August können die Erwachsenen sich zurücklehnen.

Bei „Hiersenkötters Stadtrundfahrt“ am 30. August sollte man allerdings wieder an Bord sein. Haben wir gelacht bei den Kostproben, die Friedel Hiersenkötter zum Besten gegeben hat. Ich habe besonders laut gelacht, weil ich mir erst kürzlich von Hohenlimburgern anhören musste, wie blöd Hagen ist – und dann sang Friedel seine Ode an Hagen in Hohenlimburg. Da habe ich mich gefragt, ob Dario Weberg bei der Wahl seines Mottos „Zusammenkommen“ vielleicht auch an den kleinen Kosmos rund um Lenne und Volme gedacht hat 🙂

Theater Mummpitz mit „Boein Boeing“

Boeing-Boeing wird Teil der Schloss-SpieleAber die Hohenlimburger Theaterschaffenden kommen ja auch zum Zug. Am 31. August nämlich, wenn das Theater Mummpitz mit dem Stück „Boeing Boeing“ Premiere feiert. Boeing, da klingelt es doch bei den Hagenern, oder? Ja, der Vater des Vaters der Boeing stammt aus Hohenlimburg und ist von dort aus in die USA ausgewandert. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen, was das Theater Mummpitz veranlasst hat, dieses Stück auszuwählen. Dass sie sich den Fliegern des Quasi-Enkels der Stadt verpflichtet fühlen, ließen zwei der Darsteller mit einem pfiffigen Vortrag durchblicken, in dem sie den Inhalt des Stücken zwischen Flügel und fliegen pressten.

Die Macher der Schloss-Spiele haben es geschafft, für jede Altersgruppe und jeden Geschmack etwas zu bieten, mit dem Schauspiel „Einer von uns“ über Mobbing werden am 1. September die Jugendlichen angesprochen, abends unterhält die Iserlohner Kabarettistin Monika Badtke als Änne aus Dröpplingsen die Fans der Comedy. Die Grundschulkinder kommen am 2. September in bärenstarken Theatergenuss und selbst die Vorschulkinder werden mit einem Puppentheater am 5. September an die Schloss-Spiele herangeführt. Für die Erwachsenen enden die Spiele jedoch am 4. September mit einem Frühschoppen, bei dem das Jörg Hegemann Trio aufspielt.

Mal ehrlich, wer in den zwei Wochen über Langeweile klagt, ist selbst schuld und wer sich bei der gestrigen Eröffnungsrevue nicht gut unterhalten fühlte, ebenfalls. Das war ein toller Abend, der für mein Gefühl ein Geheimtipp werden könnte, ich habe mich jedenfalls fürs nächste Jahr schon vormerken lassen. Diese Mischung aus Information und Musik, aus humoristischen Vorträgen und Interviews, das war wirklich besonders. © Birgit Ebbert

Informationen über das Programm und die Verkaufsstellen der Karten: www.schlossspiele.de

Kontakt zum Künstlerischen Leiter der Schloss-Spiele Dario Weberg: www.theaterandervolme.de