ScherenschnittBei meiner Recherche für die Literaturart bin ich unter anderem auf diesen zauberhaften „Feiertag“ gestoßen: Schneeflocken-Scherenschnitt-Tag. Na gut, er heißt richtig „Make Cut-out Snowflakes Day“ und kommt aus Amerika.

Feiertage für das Basteln

Der „Make Cut-out Snowflakes Day“ ist nur einer der kuriosen Feiertage, die in den USA kursieren und von denen keiner weiß, wo er von wem zum ersten Mal ausgerufen wurde. Aber ist das so wichtig? Für mich zählt die Idee und da finde ich es klasse, dass ausgerechnet im Land der modernen Medien alte Techniken durch einen solchen Tag wertgeschätzt werden. Am 11.11. war schon Origami-Tag, am 26. Mai ist der Tag des Papierfliegers und heute ist eben der Tag des Schneeflocken-Scherenschnitts und ich mache mit 🙂

Vom Scherenschnitt zur Schneeflocke

Der Scherenschnitt ist eine uralte Technik, für die es übrigens sogar ein Fremdwort gibt: Psaligraphie vom griechischen „psalis“ für die Schere und „graphe“ für das Bild. Mit der Schere – oder heute auch mit dem Cuttermesser – werden Porträts, Landschaften und Situationen geschnitten. Das Bild rechts zeigt zum Beispiel das Scherenschnitt-Porträt von Goethe, das zu seinen Lebzeiten erstellt wurde. Die bekannteste Scherenschneiderin war vermutlich Lotte Reiniger, die dadurch berühmt wurde, dass sie aus ihren Scherenschnittfiguren Filme anfertigte. Eine Form des Scherenschnitts ist das „Kirigami“, eine japanische Papierkunst, bei der dreidimensionale Formen und Figuren aus einer Karte geschnitten werden. Und eine Form ist die „Schneeflocke“, um die es am Schneeflocken-Scherenschnitt-Tag geht. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, diese Variante mit Schneeflocken in Verbindung zu bringen, weil ich sie eher kenne, um Sterne aus Goldpapier zu schneiden. Aber vermutlich hatte jemand die Idee zu diesen Schneeflocken, weil es draußen keine gab. Also der optimale Tag für unsere Breitengrade.

Schneeflocke schneiden

Das Schöne beim Schneeflocken-Scherenschnitt ist, dass sich daran wirklich alle Familienmitglieder beteiligen können. Zunächst muss gefaltet werden und dann geht es mit der Schere daran, Muster in die Schneeflocke zu schneiden oder auch zu reißen. Hier ist erst mal die Anleitung für die Schnitt-Variante, dabei sollten die Falzstellen immer mit dem Finger, einem Falzbein oder einem Stift fest gedrückt werden.

Scherenschnitt

  1. Man braucht ein quadratisches Papier, für eine Schneeflocke sollte es weiß oder grau sein, und eine Schere.
  2. Das Papier wird einmal in der Mitte zum Rechteck gefaltet.
  3. Diese Form wird erneut in der Mitte gefaltet, sodass wieder ein Quadrat entsteht.
  4. Aus dem Quadrat wird ein Dreieck, indem man eine Papierspitze auf eine gegenüberliegende legt.
  5. Dieses Dreieck wird verkleinert, in dem die größte Seite auf eine der kleinen Seiten gelegt wird. Die Falzkante sollte besonders fest gedrückt werden.
  6. Nun kommt die Schere zum Einsatz, der überstehende Teil des Papieres wird abgeschnitten. Schon ist die Grundform für die Schneeflocke fertig.
  7. Jetzt wird es knifflig, denn jetzt wird das Muster der Schneeflocke geschnitten. Dabei werden aus den Seiten kleine Ecken herausgeschnitten. Aber Vorsicht: Es darf nie bis zur nächsten Seite oder bis zur bereits erstellten Ecke geschnitten werden. Dann zerfällt die Schneeflocke in zwei Teile und eignet sich höchstens noch als Zweiteile-Puzzle.
  8. Wenn es keine Stelle mehr gibt, an der man schneiden kann, wird das Werk entfaltet. Es kann ans Fenster oder auf farbigen Karton geklebt werden, als Winterdeko seine Dienste tun oder als Neujahrsgruß in die Welt entsand werden.

Viel Spaß dabei, es schneien zu lassen 🙂 Eine schöne Zeit zwischen den Jahren und einen guten Start in ein gutes neues Jahr.