(25.10.2015) Um das gleich klarzustellen: Geschrieben habe ich das Buch „Schneewalzer“ als Hagen-Krimi, im Laufe des Manuskriptlebens wurde daraus von Seiten des Verlags zunächst ein Ruhrkrimi und nun ein Weihnachtskrimi. Man kann ihn allerdings auch später lesen, denn die Geschichte beginnt zwar auf dem Weihnachtsmarkt, endet aber mit einem Showdown in Wetter, weshalb „Ruhrkrimi“ auch passend gewesen wäre. Der Krimi startet auf dem Weihnachtsmarkt und das hat seinen Grund.

Jedes Buch hat eine Geschichte, behaupte ich einfach mal, bei mir ist das zumindest so. Die Geschichte dieses Buches begann mit einem Krimi, den ich vor Jahren geschrieben habe und der in Borken spielt und seinerseits auch wieder eine Geschichte hat. In diesem Krimi ermittelt eine Krimibuchhändlerin und der Gmeiner-Verlag fand die Figur klasse, hatte allerdings schon Münsterlandkrimis im Programm, sodass ich gefragt wurde, ob ich die Story auch auf Hagen übertragen könnte. Das ging natürlich nicht so ohne Weiteres, die Menschen hier sind anders als die in Borken und die ganze Umgebung natürlich auch. Also habe ich angeboten, eine neue Krimibuchhändlerin samt einer neuen Story zu entwickeln. Das klingt sehr viel leichter, als es dann war, soviel kann ich verraten.

Ich habe also die Figur entwickelt, lange nach einem passenden Ort für eine fiktive Krimibuchhandlung mitten in der Stadt gesucht und den Krimi geschrieben. Im Herbst 2012, deshalb bezog sich das Programm des Weihnachtsmarktes in der Geschichte auf 2011 bzw. 2012, aber das habe ich später etwas angepasst, sofern dies die Story erlaubte. Die Veröffentlichung verschob sich dann, weil zuerst „Brandbücher“ und dann „Falsches Zeugnis“ erschien. Aber jetzt ist das Buch da und ich bin sehr gespannt, was die Hagener zu dem Krimi sagen werden.

Anja Henke, die gelernte Fotografin und Betreiberin einer Krimibuchhandlung am Adolf-Nassau-Platz in Hagen, hatte ihr Debüt in „Wer mordet schon im Ruhrgebiet?“ An den Namen Anja Henke habe ich mich noch immer nicht gewöhnt, allerdings stellte ich bei der Überarbeitung fest, dass der Lebensgefährt von Karina Beßling in der anderen Krimireihe auch Kleine heißt. Das hat mich durcheinander gebracht, weil ich „Herrn Kleine“ im Kopf automatisch mit dem Martin aus „Brandbücher“ und „Falsches Zeugnis“ assoziierte und nicht mit Oliver Kleine, dem Ehemann meiner Protagonistin. Also habe ich die Figur schweren Herzens umbenannt. Dabei ging es mir jedoch so wie mit Freundinnen, die nach der Hochzeit den Namen des Mannes annehmen – es dauert lange, bis ich mich daran gewöhne, ich hoffe, dass ich ihn nach der Buchpremiere (am 5.11. 19.30 Uhr im Theater an der Volme) endgültig verinnerlicht habe.

Besonders knifflig war übrigens, eine Location für eine fiktive Buchhandlung zu finden. Natürlich hätte ich theoretisch jedes Haus in der Innenstadt nehmen können, aber darin befinden sich ja Geschäfte oder in die Leerstände ziehen wieder Läden ein. Deshalb habe ich davon Abstand genommen und nach Orten in der Innenstadt gesucht, die ich in meiner Fantasie umwidmen könnte, ohne dass die Adresse irreführend genutzt würde – und der einen direkten Zugang zum Weihnachtsmarkt hat. Guckt euch um in Hagen, das ist eine echte Herausforderung. Soll ich jetzt wirklich verraten, wie ich das Thema gelöst habe? Nein! Soviel kann ich sagen, die Buchhandlung heißt „Mord & Ortschlag“ und ich habe mich jetzt so intensiv damit beschäftigt, dass ich mich manchmal, wenn ich durch die Stadt gehe, wundere, dass es die Buchhandlung gar nicht gibt 🙂

Der Grund, warum die Geschichte auf dem Weihnachtsmarkt spielt, ist diejenigen, die wissen, wo ich wohne, ganz klar. Ich schaue von meinem Schreibtisch während der Adventszeit täglich auf den Weihnachtsmarkt und das Riesenrad. Irgendwann habe ich dabei das optimale Versteck entdeckt und als ich einen Hagen-Krimi schreiben sollte, war klar, dass dieses Versteck eine Schlüsselrolle spielen musste. Den Rest habe ich drumherum geschrieben. Wie und was, das kann jeder nachlesen, das Buch ist schon im Handel und ich weiß, dass zumindest die Hagener Buchhandlungen es vorrätig haben. Gerade schreibe ich an der Fortsetzung, sollte jemand noch Anregungen haben, nur her damit 🙂 © Birgit Ebbert

Birgit Ebbert: Schneewalzer. Gmeiner Verlag 2015

Buchpremiere am 5. November 19.30 Uhr im Theater an der Volme (Karten & weitere Informationen)