(24.03.2018) Was ich mich seit gestern Abend frage, sind die Bräuche in Schrebergartenanlagen wirklich so streng Möchtegern-Verwalterin Frederike es den neuen Gartenpächtern und uns Zuschauern im Theater an der Volme vermittelt hat? Doch fangen wir vorne an.

Nur die Harten kommen in den Garten

Möchtegern-Verwalterin Frederike sorgt in der Schrebergartenanlage am Hengsteysee für Zucht und Ordnung. Wehe, ein Gänseblümchen wagt es, mitten auf dem Rasen zu wachsen, die Blumen müssen in Reih und Glied stehen und vorgegebenen Farben aufweisen und auch nachts fühlt Frederike sich verantwortlich für die guten Sitten in der Anlage.
Aber nun gerät Frederikes heile Welt ins Wanken, nachdem die Gartenanlage verkauft wurde und ausgerechnet in den Garten nebenan zwei Frauen ziehen, die ihr so gar nicht gefallen. Mit einer flammenden Rede und einem geharnischten Brief erklärt sie Kunigunde Breckfield und ihrer Tochter Carlotta gleich mal, wer das Sagen in der Anlage hat. Blöd nur, dass sich ausgerechnet die neuen Nachbarn als neue Eigentümer entpuppen. Und dann stellt sich noch heraus, dass der von Frederike so umschwärmte Antonio vor vielen Jahren mit Kunigunde liiiert war. Frederike muss sich etwas einfallen lassen, um Kunigunde Breckfield für sich zu gewinnen, dafür spannt sie ihre Tochter Hannelore ein, die wie auch Antonios Sohn für zusätzliche Verwicklungen sorgen.

Schrebergärtner auf der Theaterbühne

Die Story verspricht schon einen vergnüglichen Abend und dass die eine oder andere Zuschauerin schon in der Pause Muskelkater vom Lachen hatte, sagt im Prinzip alles. Betty Stöbe hat bei ihrem ersten Auftritt im Theater an der Volme die Möchtegern-Verwalterin aus dem Pott überzeugend dargestellt, so überzeugend, dass ich sie bei der Premierenparty zuerst überhaupt nicht wiedererkannt habe. Carola Schmidt hat mit ihrer Darstellung von Frederikes frühreifer Tochter einen tollen Kontrapunkt zu der Etepete-Mutter gesetzt. Ganz anders dagegen die millionenschwere Kunigunde Breckfield, sehr schön distinguiert verkörpert durch Indra Janorschke, und ihre in sich ruhende Tochter Carlotta, die Alissa Schwichtenberg stimmig darstellte. Dario Weberg als Tangotänzer im Ruhestand sorgte mit seiner Darstellung des spanischen Dons mit einem Herz für Kunigunde schließlich für Sprach- und sonstige Verwicklungen auf der Bühne, zu denen auch Sohn Antonio gehört, in dessen Rolle Frederik Hoppe gut geschlüpft ist. Eine unterhaltsame Inszenierung mit vielen Anlässen zu spontanem Gelächter und längerem Kichern. Aber davon verrate ich nichts, für diejenigen, die das Stück kennen, werfe ich nur noch „Latte Macchiato“ in die Runde und grinse. Warum ich grinse? Tja, das müsst ihr selbst sehen. *Lach* © Birgit Ebbert

Nächste Termine:  07.04., 27.04., 26.05., 10.06., 21.07., 21.09., 05.10., 14.10., 02.11., 28.11.
Karten & weitere Informationen: www.theaterandervolme.de

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