Schreibtreff(04.07.2017) Ich kann es kaum glauben, aber das halbe Schreibtreff-Jahr in der Stadtbücherei Hagen ist schon um. Am letzten Samstag haben wir das Projekt mit einer tollen Abschlussveranstaltung beendet. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben je einen Text vorgetragen, den sie nach Inspirationen im Schreibtreff geschrieben haben.

Warum überhaupt ein Schreibtreff

Ja, ich wiederhole mich, aber man kann es nicht oft genug sagen: Für Kinder und Jugendliche, die gerne schreiben, gibt es kaum Angebote und da wollten die Stadtbücherei Hagen und ich gegensteuern. Überlegt mal: Sportlinteressierte jeglicher Sportart finden im Sportverein eine Anlaufstelle, Kunstinteressierte in Kunstschulen, Musikinteressierte in Musikschulen, Naturinteressierte im Nabu, … – und Schreibinteressierte? Natürlich lernen Kinder in der Schule schreiben, aber da lernen sie auch Sport, Naturwissenschaften, Kunst und Musik. Der Schreibunterricht in der Schule wird außerdem leider oft überlagert von Rechtschreibung und Grammatik, Analysen und Themen, die nicht unbedingt zum Geschichten Schreiben einladen. Daher wäre es umso wichtiger, dass es außerhalb der Schule eine Möglichkeit gibt, das freie Schreiben zu entfalten. Gerade im Land der Dichter und Denker übrigens!

Die Hagener Schreibkids

Ich war schon sehr beeindruckt, dass von den 24 Kids, die in der Spitze am Schreibtreff teilgenommen haben, 17 bei der Abschlussveranstaltung zugegen waren und 14 davon einen eigenen Text vorgelesen haben. Schön fand ich, dass trotz einer Überzahl an Mädchen auch einige Jungen dabei waren, die sichtlich Spaß am Schreiben hatten. Die Altersspanne war von 9 bis 23 Jahren, das hätte sicher niemand so geplant, aber es hat wunderbar geklappt, weil das gemeinsame Interesse an Geschichten und Geschichten schreiben so stark war. Es gab eine Kerngruppe von 14 Kindern aus der vorgesehenen Zielgruppe 10 bis 14 Jahre. Aber darüber hinaus kamen ältere und jüngere TeilnehmerInnen dazu. Mir war das wichtig, weil ich mit dem Schreibtreff eine Anlaufstelle für junge Autoren schaffen wollte, was wunderbar gelungen ist, finde ich.

Die Schreibtreffen

Die Treffen waren bewusst so angelegt, dass jeder jederzeit dazukommen oder wegbleiben konnte, weil für mich der freiwillige Charakter wichtig ist, um den Spaß zu behalten. Der Ablauf war meist so, dass ich einen Input gegeben habe, die TeilnehmerInnen geschrieben haben und die Ergebnisse vorgelesen wurden. Inputs waren zum Beispiel ein Geschichtenanfang oder auch – das Highlight – der Besuch im Osthausmuseum. Interessant fand ich, dass anfangs nur wenige ihre Texte vorlesen wollten und je länger der Workshop dauerte, umso mehr Kinder und Jugendliche wollten ihre Ergebnisse vorlesen. So kam es dazu, dass es bei der Abschlussveranstaltung 14 kleine Lesungen gab.

Fazit & Perspektive

Ich bin begeistert! Was soll ich als Fazit sonst festhalten. Ich bin beeindruckt von den Texten und den Schreibentwicklungen, die die Kids im Laufe des halben Jahres gemacht haben und ich freue mich, dass meine Idee, eine Anlaufstelle für Kinder, die gerne schreiben, zu schaffen, so gut angekommen ist. Ich wünsche mir, dass es weitergeht. Natürlich könnte ich das für immer und ewig ehrenamtlich machen, aber ich lebe vom Schreiben und von solchen Workshops und in der Zeit, die ich mit Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung verbringe, kann ich nicht schreiben. Falls also jemand jemanden kennt, der den Schreibtreff sponsern möchte, bitte unbedingt melden. :-) Wir schreiben dann auch Geschichten, die im Garten oder in der Einrichtung des Sponsors spielen oder zu seinem Lieblingsthema, da fällt mir gewiss etwas ein und den Kids ganz sicher auch. Damit die Gruppe sich zumindest nach den Ferien noch zweimal treffen kann, habe ich angeboten, zwei Vormittage ehrenamtlich zu leiten: am 2. September und am 7. Oktober. Da darf gerne jeder kommen und uns über die Schulter gucken, aber bitte vorher Bescheid geben, weil wir vielleicht auf der Suche nach Inspiration unterwegs sein werden :-)

Werkstattbeiträge über den Schreibtreff

© Birgit Ebbert