Da bin ich wieder zurück von der Performance Script von Jürgen Staack im Osthausmuseum. Nach kleinen Hindernissen, die die Mitarbeiterinnen des Museums vorbildlich bewältigt haben, konnte ich die Aktionskunst erleben. Etwas irritiert hat mich, dass es keinen erkennbaren Start gab, aber so ist das wohl bei einer Performance. Also habe ich mich einfach ins Getümmel gestürzt.

Mein erster Eindruck: In dem großen Raum des neuen Museumsteils lehnten auf dem Boden weiße Bretter an Bierflaschen. (Union-Bier, um ganz genau zu sein.) An den Wänden hingen graue Leinwände. Einige waren mit schwarzen Zeichen versehen oder sie wurden mit dem Pinsel beschriftet, andere Leinwände waren leer. Außerdem befanden sich Menschen mit Headset-Mikrofonen im Raum.

Ich habe mich vorsichtig in den Raum getastet und versucht herauszufinden, wer und was zur Performance gehört und wer nicht. Da ohnehin viele Leute mit Kamera herumliefen – als Teil der Kunst oder nicht – bin ich einfach auch munter mit meiner Kamera umherspaziert und habe ein wichtiges Gesicht gemacht. Dabei habe ich ständig versucht, zu entschlüsseln, wer Besucher ist wie ich und wer nicht.

Habe ich es doch gewusst!
Sogar Corvo blieb nicht unentdeckt.

Ganz ehrlich: Bis ich ging, war ich mir nicht ganz sicher. Das macht aber nichts. Im Gegenteil, wenn ich die Ankündigung der Performance lese, dann ist genau das gewollt. Bei der Performance von Jürgen Staack werden in fünf verschiedenen Sprachen „einzelne Situationen im Museum in Worte gefasst und auch visuell dargestellt. Die Rolle der Museumsbesucher ist dabei entscheidend und ausschlaggebend. Realität und Wahrnehmung im Museumsraum verändern sich auf spannende Weise.“ (www.osthausmuseum.de)

Spannend, das trifft meinen Eindruck von der Aktion genau. Anfangs war mir unbehaglich zumute, weil ich das Gefühl hatte, die Mikrofon-Menschen sprächen über mich. Und da ich die Sprachen nicht beherrschte, in denen die Schreiber ihre Buchstaben und Zeichen malten, hätte es auch sein können, dass sie etwas über mich schrieben. Aber irgendwann bekam ich Spaß daran und habe nur noch versucht, die Botschaft der Bretter vor den Bierflaschen zu entschlüsseln. Als ich sie dann verstanden hatte, musste ich u. a. diese beiden Bilder machen:

    

Mehr verrate ich nicht, um den Besuchern der Performance, die auf jeden Fall am 20.10. nachmittags wiederholt wird, den Spaß nicht zu verderben. Soviel kann ich preisgeben, diese Installation stammt von Seb Koberstädt, der abstrakte Skulpturen u. a. mit Holzbrettern und Bierflaschen erstellt und sich dabei nicht von Skizzen, sondern seiner momentanen Eingebung leiten lässt.

Ein wirklich witziges Erlebnis, das im Übrigen zu der Ausstellung „Transfer Korea-NRW“ gehört, die heute im Osthausmuseum eröffnet wurde und bis zum 12. Januar zu sehen ist.

Weitere Informationen zur Ausstellung im Osthaus-Museum

Informationen zum Projekt Transfer Korea-NRW, das über Hagen hinausgeht.