(31.01.2014) Kurz vor Weihnachten flatterte mir zum ersten Mal das Jahrbuch des Syndikats ins Haus. „Secret Service“ – nicht gerade die Lektüre, der man sich im Zug widmen sollte, stellte ich fest, als ich die ersten Krimiminiaturen las. Doch da war es schon zu spät, das einzige Papierbuch, das ich für die Reise nach Wolfsburg eingesteckt hatte. Und genau die passende Lektüre.

Der Artikel über die verschiedenen Varianten der Krimianfänge von Jürgen Ehlers „Buchanfänge – aller Anfang ist schwer“ hat mich den Leberwurstdunst vergessen lassen.

Die Befragungen der Friedrich-Glauser-Preisträger und der Hansjörg-Martin-Preisträgerin 2013 (Roland Spranger, Marc-Oliver Bischoff, Regina Schleheck, Susan Kreller und Gunter Gerlach) sorgten dafür, dass auch die laut telefonierende Frau hinter mir – vermutlich Funktionärin einer Lehrergewerkschaft – im gedanklichen Hintergrund verschwand.

Einige der Fragen würde ich auch gerne beantworten, ich habe mir die Antworten sicherheitshalber notiert. Man weiß ja nie. Ähnlich ging es mit bei den interessanten Einblicken in das Schreibleben von zehn Kolleginnen und Kollegen der „Ehrenwerten Gesellschaft“. Beruhigt hat mich, dass auch Michel Kibler und Nele Neuhaus schon vor nur vier Besuchern lesen muss.

Interessant fand ich die widersprüchlichen Aussagen zum Plotten. Als Paul Lascaux sagte: „Ohne Plot kein Text“, wurde ich klein und kleiner und verschwand fast in meinem Erste-Klasse-Sessel. Puh! „Deshalb ist eine möglichst genaue Vorbereitung für längere Texte zwingend.“ Dann wird wohl nichts aus dem Friedrich-Glauser-Preis für mich und ich kann meine Antwortnotizen gleich ausradieren, dachte ich. Erleichtert setzte ich mich wieder gerade hin, als ich las, dass Thomas Raab nicht plottet. Uff!

Eine wirklich anregende Lektüre – nicht nur für Krimiautoren. Unterhaltsam, informativ und investigativ. Für mich noch inspirierend, weil sich beim Lesen ein paar Fragen geklärt haben, ich eine Idee für Beiträge in meinem AutorenBlog hatte und motiviert wurde, mich endlich für den oder die neue Ermittlerin zu entscheiden, die mir im Kopf herumspukt. Fernziel: Friedrich-Glauser-Preis – man muss sich große Ziele setzen, um kleine zu erreichen!

Viel Spaß bei der Lektüre und dem Einblick in verschiedene Facetten des Krimi-Schreibens – von den Anfängen über die Charaktere, die Rechtsmedizin bis zum konkreten Alltag der Syndikatsmitglieder. Ein Tipp: Beim Lesen Krimiminiatur „Mahlzeit“ nicht unbedingt ein Leberwurstbrot essen! © Birgit Ebbert

Information und Kostprobe