Manchmal lauern Ideen hinter Fenstern(01.05.2012) In einem Interview wurde ich kürzlich gefragt, wie ich auf die Ideen für meine Krimis komme. Das ist natürlich ganz unterschiedlich, aber gerade denke ich über einen Kurzkrimi nach, der auf besondere Weise zustande gekommen ist.

Eigentlich hatte ich einer Netzwerkkollegin nur versprochen, einen Krimi speziell zum Tag der offenen Hinterhöfe in Hagen-Wehringhausen zu schreiben. Das erzählte ich leichtfertig einer Redakteurin der Tageszeitung, die mich auf eine Idee brachte und am nächsten Tag gleich etwas dazu in der Zeitung schrieb.

Die Grundidee war also da und am Sonntag war ich in Wehringhausen auf Recherche-Spaziergang.

In dem Krimi sollten nämlich die abbruchreifen Häuser an der Wehringhauser Straße vorkommen. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich ein schönes Quartier für meinen obdachlosen Ex-Kommissar Gerd Neubert und seine Straßenkollegen.

Um dieses näher zu betrachten, ging ich um das Häuschen herum und bemerkte einen schwarzen Kombi. Als ich in Hörweite kam, stellte ich fest, dass der Motor lief. Ich ging vorsichtig näher und entdeckte einen Mann, der sich über den Beifahrersitz beugte – ich habe sicherheitshalber nicht nachgeforscht, was es mit ihm auf sich hat und frage mich nun: Baue ich ihn als Opfer ein oder als Zeuge, der sich nicht bei der Polizei meldet, weil er dort ein heimliches Stelldichein hatte?

Nur zu meiner Sicherheit, falls der Fahrer des schwarzen Kombis dies liest: Ich habe weder das Kennzeichen aufgeschrieben, noch ein verwertbares Foto des Autos gemacht! – Ja, Autoren leben gefährlich, wenn sie das wahre Leben recherchieren. Aber sie entdecken auch so einiges, was sonst niemandem aufgefallen wäre.