(19.11.2013) Ganz ehrlich, wäre heute nicht der Abend mit Monika Feth gewesen, ich wäre nicht nach Tailfingen gefahren. Schon als ich in Burgfelden abfuhr schneeregnete es und ich konnte erahnen, dass das im Laufe des Abends nicht besser werden würde. Wurde es auch nicht – ok, je nach Perspektive. Die Schneedecke wurde dichter und dicker und von dem „in Burgfelden wird immer als erstes geräumt“ war nichts zu sehen. Und damit ich auch wirklich etwas erlebe an diesem Abend, hatte sich 500 Meter vor Burgfelden ein LKW festgefahren. So wurde aus den sonst 15 oder 20 Minuten gleich mal 30 bis 40 Minuten. Aber: Wäre dieser Stau von zwei Fahrzeugen hinter dem LKW nicht gewesen, wäre ich gut auf den Berg gekommen.

Dabei hatte ich genug Spannung gehabt heute Abend. Monika Feth hat nämlich anders als im Programm angekündigt, nicht nur aus „Spiegelschatten“ gelesen, das ich ja schon kenne, sondern aus dem „Bilderwächter“, das soeben erschienen ist. Leider hat sie nach dem ersten Kapitel aufgehört mit dem Lesen. Also leider aus der Perspektive der Zuhörer, NICHT aus der Perspektive des Buchhändlers, denn natürlich wollten alle das Buch kaufen, um zu erfahren, was denn nun aus Jette, Ilka, Claudio und all den anderen wird.

Monika Feth hat aber nicht nur gelesen, sie hat über ihre Schreibarbeit und von ihren anderen Büchern erzählt, was dazu führte, dass ich dann neben dem „Bilderwächter“ auch noch den „Scherbensammler“ gekauft habe. Ihr Herzensbuch, in das sie mir eine persönliche Widmung geschrieben hat. Wir hatten uns vorher schon lange unterhalten und viele Gemeinsamkeiten entdeckt, das war wirklich verblüffend. Als sie meine Interviewfragen beantwortete, dachte ich manchmal, ich antwortete mir selbst. Völlig verrückt. Aber dazu gibt es noch einen Extra-Blog-Beitrag, weil wir so viel gequatscht haben, dass ich erst einmal in Ruhe die Fragen und Notizen sichten muss. Das kriege ich nach dem Abenteuer am Berg heute nicht mehr hin. Außerdem muss ich jetzt erst lesen, tut mir leid – sollte ich also morgen nirgends auftauchen, bin ich entweder im „Bilderwächter“ versunken oder ich finde mein Autole nicht mehr, weil es eingeschneit ist. Und meine Schneestiefel sind im anderen Auto, schließlich sollte der Schnee erst am Donnerstag kommen. Ach was, er sollte gar nicht kommen, das hatte ich zumindest beantragt. Aber zum Lesen ist das Wetter natürlich optimal und den Fußweg zum Bergcafé für meine Lesung morgen, den schaffe ich auch mit meinen „Bergschuhen“. © Birgit Ebbert