(10.03.2015) …. wenn das so weitergeht, dass aus einem Interview zwei weitere Termine resultieren, sehe ich für den Abgabetermin schwarz. Aber es ist alles so spannend, was mir bei der Recherche begegnet …
In meinem Interview mit Radio Hagen über das Buch Ende des Jahres habe ich mich verplappert, als Timo Hiepler fragte, ob es einen Titel für das Buch gäbe. Ja, den gibt es, das Buch erscheint in der Reihe „Stadtgespräche aus …“ im Gmeiner Verlag.

Das Projekt gefällt mir auch deshalb so gut, weil ich anders als bei anderen Büchern darüber schreiben darf und verraten kann, was alles geschieht, bis ein Buch gedruckt in der Buchhandlung steht. Dabei ist das leichteste, den Vertrag zu unterschreiben. Vorher allerdings musste ich ein mehrseitiges Exposé einreichen, mit dessen Hilfe der Verlag entschieden hat, ob das Projekt sinnvoll ist und ob ich geeignet bin, es zu realisieren. Dafür musste ich bereits 10 Hagener mit wenigen Sätzen vorstellen, die ich in das Buch aufnehmen würde.

Soviel kann ich verraten, nicht alle stehen heute auf der aktuellen Liste für das Buch Stadtgespräche aus Hagen. Nachdem ich die Zusage bekommen habe, habe ich weiter recherchiert und gesammelt und da fielen einige Personen von der ersten Liste weg. Aber noch sind nicht alle Termine vereinbart und nicht alle Interviews geführt, der eine oder andere mag vielleicht gar nicht in dem Buch erscheinen. Schließlich muss er sich dafür nicht nur von mir interviewen, sondern auch fotografieren lassen. Ich bin selbst gespannt, wer am Ende in dem Buch vertreten sein wird. Die ersten zehn Beiträge sind fertig, einige weitere Interviews geführt oder terminiert und gleich geht es wieder ans Telefon.

Zwischendurch studiere ich immer wieder die Handreichung zu dem Projekt, die gut 40 Seiten umfasst und genau beschreibt, worauf ich achten muss, wie viele Fotos zu jedem Artikel gehören und was darauf sein sollte, so muss es von jedem Interviewten zwei Fotos und ein Foto des Ortes geben. Wenn es ihn gibt, kann ich auf der Einstiegsseite einen lokaltypischen Spruch unterbringen. Eigentlich eine schöne Frage an die Hagener Facebook-Freunde, die werde ich an einem Regentag einstellen. Da bin ich gespannt, ob es einen solchen Spruch gibt.

Nach den ersten Interviews kann ich aber schon ein kleines Zwischenfazit ziehen: Das Projekt ist super, weil ich nebenbei unglaublich viel über Hagen erfahre. Interessant sind die Reaktionen auf meine Anfragen – manche Gesprächspartner sind sofort begeistert, finden die Idee toll und sind gerne bereits, sich ein zweites Mal mit mir zu einem Fototermin zu treffen. Andere muss ich mühevoll aus der Reserve locken und sie bleiben immer auf der Hut. Deshalb weise ich daraufhin: Es geht in dem Buch ganz einfach darum, ein Bild von Hagen und den Hagenern zu zeigen, mit möglichst vielen Facetten und über die Gesprächspartner, die ohnehin im Licht der Öffentlichkeit stehen, eventuell etwas zu schreiben, was noch nicht jeder weiß.

Dazu frage ich zum Beispiel manchmal, was und wo jemand als Kind in Hagen gespielt hat. Dabei kommen wir auf die Dinge, die einfach nur witzig sind und die Kindheit der Leser wachrufen. Wenn wir ehrlich sind, hat doch jeder Erinnerungen, die er gerne einmal mitteilen möchte, nach denen aber noch nie jemand gefragt hat. Diese vielen kleinen Geschichten, die oft mit Orten oder auch Besonderheiten Hagens verbunden sind, ergeben am Ende ein Bild von der Stadt und den Hagenern auch für Nicht-Hagener. Also, keine Sorge, wenn ich ungewöhnliche Fragen stelle oder nachhake. Für die Artikel gilt am Ende ohnhin mein Prinzip: Es wird nichts veröffentlicht, was ich nicht über mich lesen wollte. Ich wollte nie Enthüllungsjournalistin werden, sondern immer nur schöne Geschichten finden und schreiben. Das bitte gerne weitergeben. 🙂 © Birgit Ebbert


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