(28.01.2019) Ja, da staunt so mancher, dass Hagen sich mit Aktionen am Bauhaus-Jahr anlässlich des 100. Gründungstages des Bauhauses in Weimar beteiligt. Dabei befinden sich hier in Hagen, wie bei der Präsentation des Programmmheftes und der Eröffnung der ersten Ausstellung betont wurde, die Wurzeln der Bauhaus-Strömung, die bis heute anhält. Na gut, wer sich mit dem Hagener Impuls beschäftigt und den Hohenhof oder das Krematorium in Delstern besucht hat, staunt vielleicht nicht, sondern freut sich, dass Hagen sich im Bauhaus-Jahr so intensiv seinen kulturellen Besonderheiten widmet.

Hagen und Bauhaus

Für diejenigen, die gerade nicht wissen, was es noch mit dem Bauhaus auf sich hat, ein kleiner Exkurs. 1919 gründete Walter Gropius das Bauhaus als Kunstschule, die ganz neue Wege ging und Kunst und Handwerk eng aneinander band. Obwohl diese Kunstschule nur wenige Jahre existierte beeinflusst sie bis heute Architektur, Kunst und Design. Zentrale Figur des Bauhaus war Walter Gropius, der wiederum schon Jahre vorher mit dem Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus befreundet war und von ihm viele Impulse für die Verbindung von Kunst und Alltag bzw. alltäglichem Lebensraum bekommen hat. Womöglich hätte es das Bauhaus nicht gegeben, hätte Gropius nicht die Osthaus‘ Ideen gekannt und erlebt. Ein Briefwechsel mit mehreren hundert Briefen belegt immer wieder den Austausch der Beiden, ab September wird man diese Briefe nachlesen können! Hagen hat also allen Grund, sich am Bauhaus100-Jahr zu beteiligen.

Das Programm im Bauhaus-Jahr

Und wie das so ist, wenn man einmal anfängt zu suchen, wo es Bezüge gibt und wie sich diese darstellen lassen, es sind einige Veranstaltungen und Events unter dem Motto „Hagener Impulse“ zusammengekommen. Beide Museen im Kunstquartier werden mit Ausstellungen Aspekte des Bauhaus zeigen, am Samstag startete das Osthausmuseum mit Werken von Bauhaus-Künstlern aus der Sammlung unter dem Titel „Kandinsky – Kerkovius – Klee & Co.“ Ab dem 13. April wird in der Ausstellung „Zwischen Bauhaus und Diktatur“ die historische Seite der 20er-Jahre in den Blick genommen. Das Emil Schumacher Museum präsentiert ab dem 24. März einen „Hagener am Bauhaus“, Heinrich Brocksieper. In der zweiten Jahreshälfte sind weitere Facetten, u. a. eine Fotoausstellung zu sehen. Ausstellungen sind aber nur ein Weg, sich in Hagen dem Bauhaus zu nähern. Daneben stehen Exkursionen, Filme, Führungen, Konzerte, Seminare, Vorträge und Workshops – auch einer von mir J Da ist wirklich für jeden etwas dabei und immer wieder werden bewusst Kinder und Jugendliche angesprochen, um auch Ihnen die Bedeutung dieser Kunstströmung nahezubringen.

Kandinsky, Kerkovius, Klee & Co.

Den Auftakt des Hagener Bauhaus-Jahres bildet eine Ausstellung mit Werken von Bauhaus-Künstlern und Bauhaus-Schülern aus der Sammlung des Osthausmuseums. Neben Kandinsky, Kerkovius und Klee sind Werke von Josef Albers, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und anderen namhaften Künstlern zu betrachten. Als Liebhaberin quadratischer Papiere sollte man meinen, dass mich die „Hommage to the Square“ von Josef Albers am meisten begeistert hat. Aber nein, fasziniert hat mich die „Filmpartitur“ von Bauhaus-Schüler Werner Graeff. Neben Einzelwerken der Bauhaus-Lehrer und auswärtiger Bauhaus-Schüler wird eine kleine Ausstellung eines Hagener Bauhaus-Schülers gezeigt, Reinhard Hilker, der 1919/1920 bei Johannes Itten und Lyonel Feininger am Bauhaus studierte. Ein Besuch der kleinen, aber feinen Ausstellung lohnt sich, weil hier Werke aus der Sammlung zu sehen sind, die ich in meiner Hagener Zeit noch nie gesehen habe.

Weitere Informationen zum Bauhausjahr: www.hagen.de/bauhaus100 und zur Ausstellung www.osthausmuseum.de

Und hier ist auch noch die Seite aus dem Programmheft zu meinem Workshop 🙂 „Zu schade für die blaue Tonne – Papier falten wie die Bauhäusler“