(14.05.2015) Zwischen zwei Kapiteln war ich heute noch einmal in Sachen „Steampunk“ unterwegs. Im Matrix in Bochum gab es gestern und heute das Event „Steamtropolis“ – gestern mit Konzerten und heute mit Lesungen aus der Szene. Eine gute Gelegenheit für mich, einen kleinen Einblick zu bekommen, wie sich Steampunk-Geschichten anhören und lesen und neue Steampunk-Kontakte zu knüpfen.

Nun muss ich zugeben, dass ich bisher noch nicht im Matrix war, deshalb dauerte es eine Weile bis ich mich in den verwinkelten Räumen zurechtgefunden habe. Und vermutlich habe ich trotzdem wieder einmal das eine oder andere übersehen, aber ich brauche ja auch noch Herausforderungen.

Interessant war, dass es einige Neulinge unter den Ausstellern gab. So habe ich tatsächlich einen Stand gefunden, an dem Schreibfedern und Notizbücher feilgeboten wurden. Bisher hatte ich danach vergebens Ausschau gehalten, aber Katharina Goebel, meist Corky genannt, die ihre Produkte alle selbst macht und unter dem Label LordFrog verkauft, erzählte, dass sie viel positive Resonanz darauf bekäme. Wir waren und übrigens einig darin, dass Schreiben mit der Glasfeder einfach toll ist und einen Tipp, wie ich meine Glasfeder für den Transport verpacken kann, habe ich auch noch bekommen. Sie kam zum Steampunk über einen Freund, der Schneider ist und entsprechende Outfits entwirft.

Ariane Preuß, deren Tisch-Deko mich so begeistert hat, fand über die Musik von Coppelius zum Steampunk. Seit zwei Monaten kreiiert sie Steampunk-Schmuck unter dem Label Feurinako und träumt davon, irgendwann in Berlin einen Gothic- und Steampunk-Laden zu eröffnen. Von ihr bekam ich auch den Tipp, mal nach der japanischen Lolita-Mode zu recherchieren. Wirklich faszinierend, welche spannenden Szenen es gibt, von denen man nichts weiß.

Den Ring habe ich am Stand von SpinnWeben gekauft, wo ich McHenry getroffen habe, der über die Eventfotografie zum Steampunk fand. Er fotografierte auf Fantreffen und Mittelaltermärkten und begann irgendwann sich – und seine Kamera -passend zu gewanden. Nebenbei bemerkt, einen Steampunk-Hund traf ich auch, habe nur versäumt, ein Foto zu machen. Seine Frau hat dann begonnen, Steampunk-Schmuck herzustellen, unter anderem den Ring, den ich erobert habe! Den Tipp, das Buch „Die Differenzmaschine“ zu lesen, werde ich beherzigen, irgendwo muss es in meinem Bücherstapel schon liegen.

Und endlich hatte ich Gelegenheit, mich über die Steampunk-Expeditionsgesellschaft zu informieren, für die ich am Samstag auf Zeche Hannover keinen Platz mehr im Kopf hatte. Die Gesellschaft veranstaltet Steampunk-Lager ähnlich wie Mittelalter-Lager, bei denen sie Zelte aufstellen und ihre Exponate präsentieren. Tobias Kurzawa, der zu der Gesellschaft gehört, hat erzählt, dass er – als Musiker im Metal-Bereich – über eine Steampunk-Gitarre zu der Szene gekommen ist. Um mich auch in die Musik einzuhören, habe ich gleich mal die CD „Sturmzeit“ von seiner Band Aeronautica mitgenommen.

Und schließlich habe ich mir von Clara Lina Wirz erklären lassen, wie sie dazu kam, das eben erschienene Buch „Das große Steampunk-Panoptikum“ über Steampunk in Deutschland zu schreiben. Das Buch liegt hier, was sie mir verraten hat, folgt, sobald ich es gelesen habe.

Apropos Lesen – deshalb war ich ja eigentlich nach Bochum gefahren. Am Samstag hatte ich schon Anja Bagis kennengelernt und heute habe ich mir u. a. die Lesung von Katharina Fiona Bode angehört. In ihrer Kurzgeschichte ermittelt Erasmus Emmerich im Berlin zur Zeit Bismarcks im Fall eines merkwürdigen Messingknaufs. Unterstützt wird der von der Qualmfee Marie, die sich selbst lieber als Schattenfee bezeichnet. Zum Schreiben von Steampunk-Geschichten kam sie, nachdem sie die Klassiker wie Jules Verne und H. G. Wells sowie neuere Geschichten aus dem Genre gelesen hatte. Auch ihre Story liegt nun auf meinem Bücherstapel zusammen mit 14 weiteren Steampunk-Kurzgeschichten, die ich im Sommer zur Einstimmung auf mein eigenes Werk schmökern werde.

In jedem Fall war es wieder ein interessanter Ausflug in die Steampunk-Welt und ich freue mich schon darauf, wenn ich ich mich endlich mit dem Thema auch am Schreibtisch beschäftigen kann. Aber bis dahin ist viel zu tun und leider war das wohl vorerst das letzte Steampunk-Event in der Nähe, mit dem ich mich von der sonstigen Arbeit abhalten darf. Recherche eben! © Birgit Ebbert

Ach ja, die Postkarte für den Steampunk-Jahrmarkt 2016 habe ich auch schon bekommen, die steht am Schreibtisch als Motivation.

Und hier wieder Links zu meinen Gesprächspartnern:

Ariane Preuß mit Feurinako bei Facebook

McHenryArts bei Facebook

SpinnWeben bei Facebook

Katharina Fiona Bode bei Facebook