Stefan Kleinkrieg(26.03.2017) Es ist kaum zum glauben, aber ich habe es endlich geschafft, eine Veranstaltung im Kulturhof auf Emst zu besuchen: „Heimspiel“ von Stefan Kleinkrieg und Rolf Möller. Ja, sagt es ruhig, dass ich einiges verpasst habe, weil ich nicht früher im Kulturhof war, ich ahne es. Die Location ist wirklich gemütlich und das immerhin gut 200 Jahre alte, denkmalgeschützte, ehrwürdige Haus bildete zumindest bei Stefan & Rolf einen schönen Kontrast zu den frechen, skurrilen und witzigen Texten und Liedern.

Betrachtungen eines Mittleren Charakters

Einen Schwerpunkt des Abends bildeten Auszüge aus Stefan Kleinkriegs „Betrachtungen eines Mittleren Charakters“, eine Mischung aus Nachdenkereien und Rückblenden in Kindheit, Jugend, die Anfänge und die große Zeit mit Extrabreit. In der Geschichte „Mein letzter Arbeitstag“ haben wir einen kleinen Einblick bekommen in das Leben eines „Auslieferungsfahrer für ein Dekorationsmittelgeschäft“, das in 1980 in Hagen ansässig war, was für die Story aber nicht so wichtig ist. Die Aufgabe des Fahrers war, Pappteller und anderes Bäckeizubehör sowie Bäckerrollen im Münsterland und Ruhrgebiet zu verteilen. Ich muss jetzt schon wieder lachen, wenn ich das Wort Bäckerrollen tippe, weil ich gleich Stefans Beschreibung im Ohr habe und das blasse, rosa Papier mit dem dicken Bäcker vor mir sehe, an das ich mich so gut erinnere. Wer weiß, vielleicht hat Herr K. ja damals auch Bäckerrollen nach Borken verfrachtet. Überhaupt könnte sich die Geschichte, die den letzten Arbeitstag einläutete, gut in Borken abgespielt haben. Sorry, aber bei der Vorstellung vom Klang des Mohnstriezels vom Vorvortag im Metallgitterkorb kann ich einfach nicht weiterschreiben. Lest halt selbst nach oder kommt beim nächsten „Heimspiel“ vorbei. Vielleicht habt ihr Glück und Stefan liest die Geschichte noch einmal oder die vom „Flug in der Enterprise“, dessen Titel ich zuerst als „Fluch der Enterprise“ verstanden habe, was aber auch irgendwie gepasst hätte 🙂 Köstlich auch die Geschichte von „Karl und Bernd“, da wollte ich Stefan immer noch fragen, ob er die Idee hatte, nachdem er den „Ackermann-Witz“ gehört hat. 🙂

Das schwarze Schiff & andere Kleinkrieg-Klassiker

Aber natürlich wurde gestern Abend nicht nur gelesen, schließlich mussten sich unsere Lachmuskeln zwischendurch entspannen. Das Schöne an diesen Konzerten im kleinen Rahmen ist zum einen, dass Stefans Gesang, seine Gitarre und Rolfs Trommeln viel mehr Raum bekommen als bei einem Extrabreit-Konzert. Ebenso sind aber auch die – vermutlich sorgfältig abgestimmten und inszenierten – kleinen Hänger und Einspielungen, bei denen mal eben eine Zuschauerin angesungen oder die Location auf den Arm genommen wird. So wechselten sich amüsante Einlagen mit den durchaus nachdenklichen Balladen ab, die mir von allen Songs am besten gefallen. Aber für mich ist der Abend ja schon gelungen, wenn wie gestern gleich als drittes Lied „Augen zu“ gesungen wird. Obwohl „War es schön“ sehr weit nach vorn gerückt ist in meinem Ranking, aber das kann ich im Auto nicht anhören, es sei denn, ich schaffe es, aus meinem Film den Ton für meinen Ipod umzuwandeln 🙂 Insgesamt wurden, wenn ich meine Notizen richtig interpretiere die Songs von „Das schwarze Schiff“ gespielt und einige darüber hinaus. So vergingen die gut zwei Stunden wie im Flug.

Kulturhof Emst

Ich könnte den Beitrag hier mit dem Rat beenden, die Augen aufzuhalten, wann Stefan & Rolf wieder ein „Heimspiel“ geben. Das empfehle ich euch wirklich. Ich habe die beiden jetzt in Lüdenscheid, in der Pelmke und im Kulturhof Emst  erlebt und es ist immer wieder entspannend und es ist toll zu sehen, mit welchem Spaß sie den Abend gestalten. Beim nächsten Mal erkläre ich mich auch bereit, zwischendurch die Kamera wegzulegen und für Stefan die Teleprompter-Ersatz-Pappen zu halten 🙂 Doch noch ein paar Worte zum Kulturhof Emst, weil ich gestern zum ersten Mal dort war. Zwar war mir immer klar, dass der Kulturhof eine Location ist, in der kulturelle Angebote gemacht werden, aber ich wusste nicht, dass er sich in einem alten Bauernhaus befindet. Die Information, dass es sich um eine Begegnungsstätte handelt, hat bei mir völlig falsche Bilder hervorgerufen. Deshalb war ich überrascht, dass der Ort von außen und innen eher wie einer der kleinen Kulturorte in ehemaligen Scheunen oder Fachwerkhäusern aussah, die ich aus Baden-Württemberg kenne. Ich war wirklich entzückt und da ich jetzt weiß, dass es einmal im Monat ein Kulturwochenende gibt, werde ich sicher noch einmal reinschauen. Ich war froh, dass ich mich nach dem Tag in der Wippermann-Passage noch von der Couch gescheucht hatte. © Birgit Ebbert

Hier ist mein neues Zweitlieblingslied „War es schön“ mit Stefans Genehmigung natürlich, vielen Dank. Ja, an der Kameraführung muss ich noch arbeiten, aber die Kamera hat einen guten Job gemacht, finde ich. Bitte prüft doch mal, ob ihr den Song auf eurem Smartphone aufrufen könnt, ich hab’s bei mir gerade getestet, da klappte es.