c-birgit-ebbert-img_1512(13.09.2016) Am Wochenende fand in der Stadthalle Hagen das Stempelmekka statt. Zum 25. Mal und ich war bis dahin nicht ein einziges Mal dort. Dabei haben mir schon im Vorfeld einige von dem Event vorgeschwärmt. Witzig ist, dass ich bei meinem Besuch am Samstag zuerst völlig erschlagen war und nichts gekauft habe. Allerdings habe ich zur Erinnerung einen Stempelblock bekommen, der steht jetzt hier und wispert: „Probier es doch mal aus.“ Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe im ersten Schritt alle Stempel aus den Ecken geholt und dank meiner Elefantensammlung sogar einige gefunden. Schon ärgere ich mich, dass ich nicht wenigstens eines dieser hübschen Stempelkissen mitgenommen habe oder diese tollen Stifte, mit denen man malen, aber auch die Stempel einfärben konnte. Aber es gibt Abhilfe! 🙂

Heindesign – der Hagener Ursprung vom Stempelmekka

c-birgit-ebbert-img_1519In Hagen kommt jeder auf seine Kosten – auch Stempel-Freaks, von denen es viele gibt, wie ich am Samstag gesehen habe. Der Veranstalter des Stempelmekkas, die Firma Heindesign von Wolfgang Hein, hat ihren Sitz in Hagen. An der Eilper Straße, gleich gegenüber von der Wippermann-Passage, in der wir unseren LitMotion-Workshop hatten. Und dort finden gelegentlich Workshops statt. Die nächsten im Oktober, ich habe mich schon für den Anfängerkurs angemeldet J Das kann übrigens jede und jeder, auch Nicht-Hagener*innen sind herzlich willkommen, habe ich mir sagen lassen. Apropos Nicht-Hagenerinnen! Die meist Besucher der Veranstaltung kamen von außerhalb, sie sind teilweise aus Belgien, Luxemburg, die Niederlande oder Schweden angereist wie auch die Aussteller. Da war ich wirklich beeindruckt, welche besondere Veranstaltung fast unbemerkt von der Hagener Öffentlichkeit in der Stadthalle stattfindet.

Wie es zum ersten Stempelmekka kam

StempelmekkaIm nächsten Jahr wird das Stempelmekka zum 20. Mal in der Stadthalle sein – und ich werde gut vorbereitet mit viel Zeit und langer Einkaufsliste dabei sein, das ist schon klar. Aber in der Stadthalle hat die Veranstaltung nicht begonnen. Wolfgang Hein kam 1986 über seine damalige Partnerin zu den Stempeln und war sofort begeistert. Als Foto-Design-Student hatte er durchaus einen Bezug zu Motiven, seine Partnerin verstand etwas vom Stempeln und so hatten die beiden bereits im Mai 1987 ihren ersten Stand auf der Mainzer-Minipressen-Messe. Die Messe gibt es wirklich, sie findet alle zwei Jahre in Mainz statt, im Mai oder Juni 2017 zum nächsten Mal, das habe ich schon vorgemerkt 🙂

c-birgit-ebbert-img_1478Danach war Wolfgang Hein auf Floh- und Hobbymärkten mit seinen Stempeln vertreten, 1989 auch erstmals auf der Creativa in Dortmund. 1991 reiste das Paar mit einem Koffer voller Stempel nach Los Angeles zu einer Stempelmesse. Es kam mit leerem Koffer und einer Idee im Kopf zurück nach Hagen: So eine Messe wollten sie auch. Im gleichen Jahr ging es los. Die ersten Stempelmekka fanden im Werkhof in Hohenlimburg statt, der bald zu klein wurde. Man wich auf die Gesamtschule in Eilpe aus und schließlich für ein Jahr sogar ins Karl-Ernst-Osthaus-Museum, das war quasi der Ritterschlag. Seit 1996 ist immer die Stadthalle Veranstaltungsort. Zwischen 1.800 und 2.100 vorwiegend weibliche Besucher haben das Event in den letzten Jahren besucht und auch als ich eintraf, waren die Stände umlagert und die Gänge ziemlich voll.

Und was macht man mit den Stempeln

StempelmekkaObwohl ich bastelaffin bin, hat sich mir die Faszination im ersten Moment nicht erschlossen. Ich fühlte mich eher erschlagen von den unendlich vielen Stempeln, die teils mit und oft ohne Block verkauft wurden. Aber dann habe ich die eine oder andere Besucherin angesprochen und gleich mal eine ATC (Artist Trading Card) geschenkt bekommen. Manche erstellen schon seit Jahrzehnten sämtliche Glückwunsch- oder Kondolenzkarten, Einladungskarten und Tischsets, Namenschilder, Alben und Geschenke mithilfe von Stempel, Farbe und manchmal noch Papier, Pailletten oder anderen Dekomaterialien.

c-birgit-ebbert-img_1497Unter uns: Für mich hieß Stempeln bis Samstag: Blatt Papier nehmen, Stempel auf das alte Stempelkissen meines Vaters klatschen und aufs Papier drücken. Basta! Das ist eher out, habe ich gelernt. Es wird zwar auch gestempelt, aber erst einmal ein dekorativer Hintergrund, dann ein Motiv und vielleicht noch ein Schriftzug dazu. Wolfgang Hein frickelte noch mit Farbe, Pinsel und Sternenstaub auf seinem Werk herum. Hat er nicht sogar Teile des Stempelbildes ausgemalt? Oder war das an einem anderen Stand. Mir wurde jedenfalls schnell klar, dass ich da eine Einführung brauche. Die hätte ich gut in einem der Workshops bekommen können. Aber ich hatte mich ja für das „Bus-Theater“ angemeldet, da war mir der Workshop zuviel. Lieber gehe ich im Oktober in Ruhe zu Heindesign und decke mich dann dort gleich mit dem Nötigsten aus 🙂 Obwohl ich aufpassen muss, aus den Gespräche mit den Frauen habe ich schon herausgehört, dass die Stempel einen kleinen Suchtfaktor beinhalten. Viele Bastlerinnen sammeln auch Stempel, eine meiner Gesprächspartnerinnen schätzte die Zahl ihrer Stempel auf 10.000, andere waren aber auch bei 1.000 bis 2.000. Ich sc-birgit-ebbert-img_1490püre schon ein Kribbeln in den Fingern: Ich will auch. Dabei stapeln sich bei mir gerade erst Faltpapiere! Ich werde berichten, wie es ausgegangen ist und wann das nächste Stempelmekka stattfinden wird. Eines habe ich gelernt und das fand ich dann irgendwie auch tröstlich: Auch in unserer vermeintlich cleanen, perfekt scheinenden Zeit wird weiter unglaublich viel gebastelt. Schön, oder? ©Birgit Ebbert

🙂 Nachtrag: Als ich gerade die Seite von Heindesign besucht habe wegen des Links, fiel mein Blick auf das Stichwort Schablonen. Ich werde sofort sämtliche Malschablonen aus meiner Kindheit retten! Wer weiß, wofür et jut is 🙂