Trainingshalle vom Circus Quamboni(14.09.2015) Eigentlich weiß ich doch, wenn ich einen Tag mit eigentlich beginnen, dann wird er ganz anders. Mit meinem Buch bin ich keine Seite weiter, aber dafür habe ich Neues über die Elbershallen erfahren, mir angeschaut, wie Haus Baukey von innen aussieht, sogar endlich das Haus der Ruhrkohle von innen besichtigt und sympathische Hagenerinnen und (wieder-)getroffen. Was sind dagegen ein paar Buchseiten?!

Eröffnung vom Tag des offenen DenkmalsIch habe mich auch deshalb heute Morgen spontan zu einem Denkmals-Ausflug entschieden, weil ich es wichtig finde, dass das Engagement derjenigen, die den Tag vorbereiten und die ihre Räume an einem Sonntag öffnen, gewürdigt werden muss. Beim Auftakt in den Elbershallen hatte ich noch etwas Sorge, weil ein paar Stühle frei blieben, als OB Erik O. Schulz und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff den Tag offiziell eröffneten. Aber vielleicht ist der Hagener an sich sonntags einfach eher später unterwegs. Zur Führung über das Elbersgelände jedenfalls wurde die Gruppe schon größer und im Haus Baukey und im Haus der Ruhrkohle knubbelte es sich fast ein wenig.

Blick durchs Fenster auf die ElbershallenNachdem ich bereits in den Elbershallen war, habe ich die Chance ergriffen, endlich einmal aus berufenem Munde, dem Manager der Hallen, Christian Isenbeck, mehr über das Gelände zu erfahren. Das Besondere am Tag des offenen Denkmals ist ja, dass man in Gebäude darf, die sonst nicht so einfach zugänglich ist, zum Beispiel den früheren „Närrischen Reichstag“, in dem heute der Kinder- und Jugendzirkus Quamboni trainiert. Innen ist die frühere Turbinenhalle aus dem Jahr 1906 ziemlich modern eingerichtet, soweit das aus Denkmalschutzsicht erlaubt war. Aber durch die alten Fenster muten die Räume eben doch anders an als eine Turnhalle oder manch anderer Trainingsraum.

Theater an der VolmeVon der ehemaligen Turbinenhalle haben wir einen Abstecher zur neuen Brücke gemacht, ehe wir ins Theater an der Volme gingen, das alle gerne die „Kapelle“ nennen, obwohl dort niemals eine Kapelle war. Das Gebäude diente als Pumpenhaus und sorgte für die Wasserversorgung im Kesselhaus, das wir uns ebenfalls angesehen haben. Kleiner Crashkurs von Christian IsenbeckDas war deshalb besonders interessant, weil heute die Bauarbeiten für das Steakhaus beginnen und gestern die letzte Chance war, einen Eindruck vom Urzustand zu bekommen. Nach dem kleinen Werbeblock, den Christian Isenbeck für die Steaks eingebaut hat, gehöre nun also auch ich zu denen, die gespannt auf die Eröffnung warten 🙂 Es war wirklich nur ein kleiner Werbeblock, vor allem hat er uns etwas über die Geschichte des Geländes erzählt. Und er hat aus dem Nähkästchen geplaudert, wie Dario Weberg und Indra Janorschke zum Beispiel durch einen Zufall dazu kamen, das Pumpenhaus-Kapellen-Gebäude für das Theater an der Volme anzumieten oder die Familie Hohoff spontan die Idee hatte, aus dem von Tauben bewohnte Kesselhaus ein Steakhaus zu machen. Aber dazu gibt es demnächst einen Extrabeitrag, schließlich war am Tag des offenen Denkmals in Hagen noch mehr zu sehen.

Elbershallen Insgesamt neun Objekte konnten besichtigt werden, das ist etwa ein Prozent der Gebäude, die in Hagen unter Denkmalschutz stehen bzw. denkmalschutzwürdig sind, hat Michael Eckhoff in seiner Eröffnungsrede betont. Ich habe mich auf drei Gebäude beschränkt, aber wen es interessiert, darüber hinaus waren zugänglich das Ökonomiegebäude von Haus Harkorten, die Maschinenhalle der ehemaligen Harkort’schen Fabrik, das WerksMuseum Hoesch Hohenlimburg, die Villa Post, die Walddorf-Siedlung und im Schloss Hohenlimburg der Ausstellungsraum für die Industriegeschichte.

Haus Baukey öffnet am Tag des offenen DenkmalsDie Bandbreite der Objekte war groß – neben dem 45.000 m² großen Elbersgelände waren eben auch die Türen des 300 Jahre alten Bauernhauses im Hafen Baukey geöffnet. Die Familie, die Haus Baukey bewohnt, ist erst vor wenigen Monaten eingezogen, nachdem sie das Gebäude in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden wieder hergerichtet hat. Man bekommt in der Eingangshalle, die der Familie als Ess- und Wohndiele dient, einen guten Einblick, wie die Menschen vor 300 Jahren gebaut haben, aber auch wie die Nachfahren bzw. späteren Bewohner versucht haben, den Wohn- und Lebensraum zu erweitern.

Details am Haus der RuhrkohleNachdem ich dort eine Zeit lang geplaudert und auf den See geschaut hatte, wollte ich eigentlich direkt nach Hause fahren, aber dann bin ich an der Ampel doch spontan links statt rechts abgebogen zum Haus der Ruhrkohle. Davon hatte ich so viel gehört, dass ich neugierig war. Ich kam zwar zu spät zu der Einführung von Ina Hahnemann vom Denkmalamt, aber gucken konnte ich trotzdem und war begeistert von der Ausstrahlung des Eingangsbereiches und der vielen kleinen Details. Das Gebäude wurde 1925/26 von Ernst Kohlhage im Auftrag der Kohlehandelsgesellschaft „Mark“, deren Namen noch heute über dem Portal steht, mit viel Liebe zum Detail entworfen, die man an vielen Stellen noch im Original findet. Ich war froh, dass ich noch dorthin gefahren bin.

Im haus der Ruhrkohle am Tag des offenen DenkmalsIm nächsten Jahr, das habe ich mir vorgenommen, werde ich den Tag besser durchplanen, um noch mehr Denkmäler (oder sagt man: Denkmale?) zu besichtigen. Andererseits war es auch schön, mit den Menschen zu plaudern, die ich (wieder-)getroffen habe und der nächste Tag des offenen Denkmals kommt ja bestimmt. Am 11. September 2016, um genau zu sein. © Birgit Ebbert

Hier ist das Programm zum Nachlesen und Nacharbeiten 🙂