(29.07.2017 Zugegeben, wäre ich nicht ohnehin auf die Premieren im Theater an der Volme abonniert, diese Aufführung hätte ich mir schon wegen des Titels angeschaut. Ich liebe Weihnachten und wollte unbedingt wissen, warum Weihnachten im Juli sein könnte. Und ich kenne die Antwort, verrate sie aber nicht, ich möchte ja nicht euren Spaß an dieser köstlichen neuen Komödie aus der Feder von Indra Janorschke und Dario Weberg schmälern.

Vom Anwesen zu Oberhagen-Volmetal in Hagen

Ja, genau, auf dem Anwesen der geheimnisumwitterten Gräfin, deren vollständiger Name den Blog sprengen würde, spielt die Juli-Geschichte. Anastasia Fantasia, eine bisher eher glücklose Reporterin, erhofft sich den Coup des Jahres, indem sie einen Tunnel zur Villa der Gräfin buddelt, ok hämmert. Damit sie auch ganz sicher berühmt wird, lässt sie das Publikum via Video-Botschaften an ihren Fortschritten teilhaben. Endlich erreicht sie das Anwesen und trifft dort auf die Brüder Bello, der seinen Tag mit PR und Marketing für die geheimnisvolle Gräfin verbringt, und Hasso, der für die Sicherheit auf dem Gelände zuständig ist. An den beiden muss Anastasia Fantasia vorbei, um zur Gräfin zu gelangen. Das scheint zunächst leicht, wickelt Anastasia doch schnell Hasso um den Finger. Doch dann verzögert sich das Interview mit der Gräfin, ein Hausmädchen schiebt die Reporterin mit Tee und seltsamen Keksen in einen Schuppen ab und – ach, guckt euch das doch selbst an 🙂

Überzeugende Darsteller

Dass die Aufführung schon in der Pause und auch später bei der Premierenfeier soviel positive Resonanz erhielt, ist zum einen den Autoren, aber auch der tollen Leistung der drei Darsteller zu verdanken. Allen voran Alexandra Böhm, die es wieder einmal geschafft hat, eine völlig neue Figur zu kreieren, sodass ich dreimal durch den Sucher geschaut habe, um mich zu vergewissern, ob sie es ist oder nicht kurzfristig eine Umbesetzung stattfand. Wirklich genial, wie sie die Schweizer Reporterin in der Provinz verkörpert hat. Aber auch Jan Philipp Keller, der zum ersten Mal im Theater an der Volme auf der Bühne stand, und Christopher Brall, der erstmals in einer Hauptrolle auftrat, haben ihre Rollen mit Bravour umgesetzt. Herzlichen Glückwunsch!

Mehr als eine Komödie

Doch noch ein Hinweis dazu, weshalb ich von diesem Stück so begeistert bin, von der Schauspielerleistung abgesehen. Es ist eine Komödie, ja. Und die skurrilen Verkleidungen der Herren lassen vermuten, es sei ein Klamauk-Stück. Aber das ist es nicht. Das Besondere an dem Stück sind die kleinen und großen Anspielungen an die Welt. Ich möchte nicht zuviel verraten, weil die Botschaft letztlich auch mit der Pointe des Stückes zusammenhängt, aber ich könnte an einem selbst erlebten Beispiel belegen, wie eng Fantasie hier mit der Realität verbunden ist. Schaut’s euch an. © Birgit Ebbert

Die nächsten Termine: 05.08., 20.08., 01.10., 06.10., 19.10., 11.11., 23.11., 21.12., 07.01., 01.02.

Karten und weitere Informationen: www.theaterandervolme.de