Trinkhalle(12.11.2016) Nein, die kleine Kapelle auf dem Elbersgelände wurde nicht zur Trinkhalle umgewidmet. Höchstens für zwei Stunden gestern Abend, als das neue Theaterstück aus der Feder von Indra Janorschke und Dario Weberg uraufgeführt wurde. Wieder einmal mit großem Erfolg, wie Szenenapplaus und wiederholtes Rudel-Lachen zeigten.

Die Story der Trinkhalle am Eck

Und darum geht es in der Geschichte: Trinkhallenbesitzerin Fanny hat immer ein offenes Ohr für ihre Kunden, sie schreibt schon mal an und verschenkt auch einen Kaffee, um jemandem etwas Gutes zu tun. Sie gibt sich Mühe, ihren Kiosk ansprechend zu gestalten und als sie hört, dass die Stadt ihre Gegen schöner gestalten möchte, ist sie gleich dabei. Doch dann stellt sich heraus, dass ihr Kiosk bei der Neugestaltung nicht nur nicht mitspielen soll, sondern dieser sogar im Weg stehen würde. Sprich: Er soll abgerissen werden und einem Neubauprojekt weichen. Da ist guter Rat teuer, zum Glück ist sie nicht allein und Hilfe kommt manchmal aus ganz ungewohnter Ecke.

Großes Theater mit kleinem Team

c-birgit-ebbert-p1340983So ein Alltag an der Trinkhalle steckt aber auch voller skurriler Ereignisse. Ich weiß das, weil ich als Kind im Tante-Emma-Laden meiner Tante geholfen und in einer Imbissbude gejobbt habe. Manchmal dachte ich, die Autoren hätten meine Erinnerungen angezapft. Dabei haben sie es einfach nur geschafft, Figuren zu kreiieren, die wir alle schon mal getroffen oder beobachtet haben. Den knorrig-knurrigen Hausmeister zum Beispiel, den Dario Weberg in seiner ersten Rolle super Ruhrpöttisch verkörperte. Aber auch die junge Dame, die ihren Liebeskummer in der Trinkhalle vorbeibrachte, Fannys Schwester, die ihre Lebenszeit vor allem mit Chatten zubringt, den zerstreuten Professor, der sich nicht traut, die von ihm angebetete Haushälterin anzusprechen, das Rentnerpaar, das im Stress ist mit optimalen Ausnutzungvon Sonderangeboten (wäre der Dialekt nicht gewesen, hätte der Mann gut mein Vater sein können – samt Hut 🙂 ) von Ariane Raspe und Dario Weberg einfach genial in Szene gesetzt. c-birgit-ebbert-p1350122Indra Janorschke hatte als Trinkhallenbesitzerin Fanny weniger Mehrfachrollen, schaffte es aber dennoch als Hundesitterin mit ihrem Dreier-Hundegespann oder als zerstreute Baurätin mit großer Vielseitigkeit zu glänzen. Das war schon wirklich großes Theater, diese sehr unterschiedlichen Charaktere so souverän zu wechseln.

Die nächsten Aufführungstermine stehen schon fest: 19.11., 20.11., 21.12., 29.12., 08.01., 12.01., 22.01., 05.02., 04.03.

Und auch die nächste Uraufführung eines Stückes von Indra Janorschke und Dario Weberg: Heißer Flirt und fette Beute am 25. November 2016

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