Cover 105 Twitter-Autoren(17.08.2013) Es ist bestimmt schon ein Jahr her, da bekam ich per E-Mail die Anfrage von André Kröckel , ob ich bereit wäre, einen Fragebogen über meine Twitter-Aktivitäten zu beantworten. Er hatte doppeltes Glück, weil ich zu jener Zeit viel getwittert habe und weil die Fragen eine willkommene Abwechslung in einem eher wenig kreativen Schreib-Job boten. Also habe ich die 20 Fragen beantwortet, das Dokument abgeschickt und – sorry, André – es vergessen.

Bis im Frühjahr die Info kam, es hätten nun ausreichend Autoren geantwortet und ich könne demnächst mit der E-Book-Veröffentlichung 105 Twitter-Autoren rechnen.

Zwischenzeitlich habe ich das Selbstmarketing-Buch geschrieben, eine Lernhilfe, meinen Roman überarbeitet, die Buchpremiere vorbereitet und was sonst im ersten Halbjahr anstand. Anfang August erreichte mich dann die Nachricht, dass das E-Book nun erschienen wäre. Ja, und seitdem stöbere ich in den genau Beiträgen von 105 Twitter-Autoren und lasse mich inspirieren und grüble, was ich nachmachen und für meine Autorenschwerpunkte anpassen kann.

Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass eine solche Zusammenstellung soviel Spaß macht. Das liegt sicher daran, weil man komprimiert auf 20 identische Fragen – man musste sich selbst z. B. in maximal 7 Tweets á 140 Zeichen beschreiben – ganz unterschiedliche Antworten erhält.

Das E-Book ist bei Amazon erhältlich – ich lese es dank einer Kindle-App auf dem Tablet, was sehr bequem ist, weil ich sofort zu Twitter wechseln kann, um den Autoren zu folgen, oder die Website besuchen kann, um zu schauen, was sie eigentlich so schreiben.

Herzlichen Glückwunsch zu dem Projekt, André. Und danke für die Antworten auf die drei Fragen zum Buch, um die natürlich auch er nicht herum kam.  

1. Wie bist du auf die Idee zu dem Projekt gekommen?

Diesbezüglich könnte man es glatt mit Klaus Lage halten: „Tausend und eine Nacht und es hat Zoom gemacht.“ Was ich damit meine? Dass das E-Book im Prinzip ein reines Zufallsprodukt ist.

Erstens beschäftige ich mich seit Jahren schon mit dem Schreiben an sich und mit den Menschen hinter all den Texten und Büchern. Die einzelnen Schritte bis zum fertigen Text, die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Autoren, den Aufbau von Texten verschiedenster Genres und, und, und … all das finde ich höchst spannend. Auch, weil ich selbst immer wieder gern Texte komponiere und mit ihnen experimentiere.

Zweitens gerate ich aus den verschiedensten Gründen, sowohl privat als auch beruflich, immer wieder in Diskussionen rund um soziale Netzwerke und zum Kurznachrichtendienst Twitter. In der Einleitung zum E-Book ist dann auch von einem befreundeten Autor zu lesen, der mich fragte, ob denn Twitter überhaupt etwas für ihn wäre.

Drittens stieß ich 2012 auf mehrere Reportagen und Berichte zur Arbeit des christlichen Kinder- und Jugendwerkes „Die Arche“, fand deren Arbeit einfach nur toll und wusste, dass dort jeder Cent gut und richtig eingesetzt wird.

Na ja, und viertens wurde das Thema E-Book 2012 in den Medien immer präsenter. Während die einen E-Books nahezu verteufeln, sprechen andere von einer Art Revolution auf dem Buchmarkt. Für mich war klar, dass man sich dazu nur dann eine eigene Meinung bilden kann, wenn man selbst probiert – als Leser, eventuell auch als Autor.

Und plötzlich machte es Zoom. Mit einem Male war die Idee im Kopf. Ein fester Fragenkatalog mit nicht zu speziellen Fragen rund um das Thema Schreiben, das Autorenleben und die Nutzung von Twitter für Autorenzwecke. Angepeilt war eine Beteiligung von vielleicht 22 oder 33 Autoren, möglichst bunt gemischt und frei in der Art und Weise der Beantwortung hinsichtlich Umfang und Stil. Das Ergebnis sollte ein E-Book werden und sofern sich die Idee tatsächlich in die Tat umsetzen ließe, sollte ein Teil des Erlöses an Die Arche gehen.

Nach (sehr) wenigen Tagen des Nachdenkens, mailte ich einige befreundete Autorinnen und Autoren an, bat sie um ihre Meinung zum Projekt und zum Fragenkatalog, drehte noch ein wenig an den Stellschrauben und los ging es.  

2. War es schwer, 100 Autoren zu finden, die sich beteiligen?

Nicht wirklich. Man sieht es an der Anzahl derer, die sich am Projekt beteiligt haben. Scherzhaft ausgedrückt uferte der Spaß schnell ein wenig aus. Statt einer Zahl von 22 oder 33 sind nun 105 Schreibende im Boot … auch, wenn auf dem Cover nur von 100 die Rede ist. Klingt aber besser und ein wenig Zugabe darf ja sein.

Dem Thema entsprechend nahm ich übrigens fast ausnahmslos den Erstkontakt über Twitter auf. Auf Empfehlung hin meldeten sich später auch Autoren in Eigeninitiative. Ob es nun an der E-Book-Idee, am zum Teil karitativen Zweck oder aber an einer Mischung daraus lag, darüber kann und darf gern spekuliert werden – jedenfalls sagte etwa jeder dritte Autor seine Teilnahme zu, oft ganz spontan, manchmal erst nach mehreren Mails bzw. Telefonaten.  

3. Welches war die überraschendste Erkenntnis, die du beim Sammeln der Antworten gewonnen hast?

Auf diese Frage zu antworten, ist nicht ganz leicht. Es lässt sich auch nicht die eine Erkenntnis ausmachen, die mich am allermeisten überraschte. Nach langem Überlegen sind es vielleicht diese drei Dinge:
– Wirklich überrascht hat mich, wie viele der Autoren, die mich ja bis dato überhaupt nicht kannten, ganz spontan ihre Teilnahme zusagten. Wie ausführlich sie zum Teil antworteten. Und vor allem wie viel Persönliches in ihren Antworten steckte.

– Bewundernswert finde ich, dass sich viele Autorinnen und Autoren feste Schreibzeiten organisieren, egal ob „alter Hase“ oder „Frischling“. Und da die meisten von ihnen einem anderen Brotberuf nachgehen, liegen diese Zeiten teilweise sogar sehr, sehr früh am Tage.
– Toll fand ich vor allem, dass ich durch die Antworten und durch die zahlreichen Mails – es waren über den Daumen gepeilt so um die 2.000 – bei allen Autorinnen und Autoren deutlich das Herzblut spürte, mit dem sie beim Schreiben sind. Und vielleicht spüren dies auch die Leser.

Eines sollte ich noch sagen, da es wenig Sinn ergäbe, wenn wir Autoren jeder ein Honorar von Null Komma Null Irgendwas bekämen, gehen 25 % der Einnahmen an Die Arche. Also ladet es für 2,87 Euro herunter und lasst euch für eure Twitteraktivitäten inspirieren. 

Direktlink zu Amazon für das E-Book 105 Twitter-Autoren