(26.05.2015) Obwohl ich durchaus mit offenen Augen durchs Netz surfe, habe ich bis gestern nichts von dem Projekt UNICEF-JuniorBotschafter gewusst. Über einen meiner Ex-Chefs aus Stuttgart, dessen Ehrenpatenkind zu den diesjährigen Kandidaten für den Publikumspreis gehört, habe ich fast offline davon erfahren. Das Projektteam von Younicef hat mir freundlicherweise die Infos von der Website zugeschickt, sodass ich mich mit allen 20 Aktionen intensiver beschäftigen konnte. Am liebsten würde ich für jede einzelne Aktion voten. Stattdessen lege ich euch ans Herz, die Information an die Kids in eurem Umfeld weiterzugeben und selbst reinzuschauen. Hier sind die Projekte, quasi im Schnelldurchlauf und versehen mit den Links zu den Beiträge, sodass ihr schnell hinfindet, wenn euch eines interessiert.

Die 14-jährige Judith Schäfer aus Duisburg organisierte als JuniorBotschafter einen Wortgottesdienst zum Thema „Kinderrechte“ und eine Lichterkette aus über 100 bunten Lichtern, die sie selbst gebastelt und mit den Kinderrechten versehen hatte. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Chioma Samuel (16) aus Lünen hat ein Spiel namens „Zufallsgenerator“ entwickelt, um zu zeigen, dass es nur eine Frage des Zufalls ist, ob man in einem armen oder reichen Land aufwächst. Sie hat außerdem eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht für ein Kinderrecht auf Überleben. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Ein Jahr lang hat Melanie Fischer (16) mit verschiedenen Aktionen Geld für Unicef gesammelt, sie hat Schnee- und Maiglöckchen eingetopft und ebenso verkauft wie Marmelade und selbst gebackenen Kuchen, Pferdemist und Adventskränze. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Mit einem Film über das Recht auf „Schutz vor Ausbeutung“ engagierten sich Alina Silbertund Greta Kegler aus Boms gegen Kinderarbeit. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Ausgehend von einer Facharbeit über Kindersoldaten hat Ann-Kathrin Lürßen (17) aus Bremen Spenden gesammelt, um Kindersoldaten den Weg zurück in ein normales Leben zu ermöglichen. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Die 12-jährigen Freundinnen Hannah Horbas, Luise Salome Schilke und Pauline Schäfer sammelten Spenden für Ebola-Erkrankte, in dem sie u. a. mit Stolpersteinen aus Ziegeln auf ihre Aktion hinwiesen. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

Sarah Elsner, Freya Stäblein und Franziska Helm aus Mellrichstadt organisierten einen Spendenlauf zum Thema Wasser. (Link zum Beitrag auf www.younicef.de)

All diese und viele andere Kinder und Jugendliche sind dem Aufruf von Unicef gefolgt, sich als JuniorBotschafter zu bewerben. Bis zum 31. März konnten sie die Dokumentation ihrer Aktion, die am 20. November starten sollte, einreichen. Es war möglich, alleine oder mit einer Gruppe, AG oder Klasse einen Beitrag einzusenden. Neben den sieben oben vorgestellten Initiativen einzelner junger Menschen stehen auf der Nominierungsliste für den Publikumspreis 13 Projekte von Gruppen:

  • Zwölf Schüler der AG Kinderrechte des Gymnasiums Kaltenkirchen sind als „Flüchtlingslotsen“ unterwegs, um Flüchtlingskindern den Start in der neuen Umgebung zu erleichtern.
  • Der Chor Mollmäuse & Friends aus Tecklenburg sang für Kinder und verkaufte die CD „Ton um Ton“ für Unicef.
  • In der Regenbogenschule Schalkenbach gestalteten Schüler drei Jahre einen Kinderrechte-Parcours rund um die Schule.
  • Die Unicef-AG der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bünde backte, bastelte und verkaufte über 1.000 Sterne, um Spenden für Ebola-Waisen zu sammeln.
  • Schüler der Helmuth-James-von-Moltke Grundschule in Berlin züchteten Kapuziner-Kresse und verkauften die Samen anschließend für Unicef.
  • Die Klasse 9c beschloss, sich für faire Kleidung einzusetzen, nachdem sie im Unterricht über Kinderarbeit gesprochen hatte. Sie gestalteten ein eigenes Fairtraide-T-Shirt und sorgten mit einer Modenschau für Aufmerksamkeit.
  • Zusammen mit einem Filmemacher spürte die Klasse 3a der Tübinger Grundschule auf der Wanne den Gefühlen von Flüchtlingen nach.
  • Die Schüler der 5. und 6. Klassen der Heinrich-Roller-Grundschule Berlin organisierten eine Ausstellung, ein Theaterstück und sogar eine Kundgebung auf dem Alexanderplatz für die Kinderrechte.
  • Mit Videos machten Schüler der Film-AG des Humboldt-Gymnasiums in Trier auf das Thema Kinderrechte aufmerksam.
  • Die Boumdoudoum-AG des Neuen Gymnasiums in Oldenburg sammelt seit Jahren mit Benefizkonzerten, Tombolas und Flohmärkten Spenden für Kinder in dem Dorf Boumdoudoum in Burkina Faso.
  • Mit einer Unterschriftenaktion möchte die Klasse 3c der Schloss-Ardeck-Grundschule in Gau-Algesheim erreichen, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden.
  • Ebenfalls seit Jahren engagiert sich das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken für Unicef, im Mittelpunkt steht ein Spendenlauf, bei dem über 650 Kinder und Jugendliche insgesamt fast 8.000 Kilometer liefen.
  • An einem Aktionstag Kinderrechte erarbeiteten sich die Kinder der Grundschule am Jakobsberg in Ockenheim die Kinderrechte.

Weitere Informationen über die Unicef-JuniorBotschafter

Ein für das Thema nur am Rande relevantes PS, da ich mich auch geärgert habe, weil die Entdeckung mir gezeigt hat, dass ich mit meiner Einschätzung der Welt von Kindern doch nicht so falsch liege. Vor zwei oder drei Jahren habe ich im Gespräch einem namhaften Kinderbuchverlag einen Kinderroman zu genau dem Thema angeboten : Kinder, die sich engagieren und die Welt mitgestalten. Das kaufe ja keiner und wolle keiner lesen, wurde mir mehr oder weniger deutlich gemacht. Die Idee liegt hier noch, falls also doch ein Verlag Lust auf das Thema bekommt. Aber auch unabhängig davon werde ich das Konzept in den Sommerferien wieder hervorkramen, weil mich die Aktionen der Kinder und Jugendlichen motiviert haben, nicht aufzugeben. © Birgit Ebbert

(Das Motiv auf dem Beitragsfoto stammt von dem Streetart-Künstler Martin Bender, ich finde, es passt gut zum Thema und hoffe, dass er mit der Nutzung an dieser Stelle einverstanden ist.)