Untermengen-Lyrik über ein Geschehen in der Septembernacht(28.09.2015) Zur Erinnerung: Subsets nenne ich meine Untermengen-Gedichte, weil Untermengen-Gedicht oder Untermengen-Lyrik so nach Deutschunterricht und überhaupt sperrig klingt. Auf die Idee zu den Subsets kam ich im Mai 2014, als ich großspurig versprochen hatte, in der Kooperative K zu lesen und im Programm mit „Lyrik“ angekündigt wurde. Nun habe ich früher natürlich Gedichte geschrieben und so langsam bekomme ich wieder Lust daran, zumindest für Songtexte zu reimen, aber als Lyrik hätte ich das nicht bezeichnet. Und „moderne“ Gedichte kann ich nicht. Also nicht solche, wie sie Marlies Blauth schreibt, deren Gedichtsammlung „Zarte takte tröpfelt die Zeit“ immer noch auf meinem Nachttisch liegt – als Beispiellektüre sozusagen. Schon der Titel wäre mir nicht eingefallen!

Untermengen-Lyrik sind Gedichte mit beschränkter Buchstabenzahl

Offene Räume statt Open SpaceAlso habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, Gedichte zu schreiben, die zu mir passen, mit denen ich mich wohl fühle und die auch eine Herausforderung darstellen. Eine Herausforderung ist die Arbeit an den Subsets wirklich. Das Besondere ist nämlich, dass die Menge an Wörtern, die mir zur Verfügung stehen, beschränkt ist. Es dürfen nur Wörter verwendet werden, die sich aus den Buchstaben des Titels bilden lassen. Für „Offene Raeume“ sind das eben: O, 2 x F, 4 x E, N, R, A, U, M – es sind zwar fast alle Vokale und die gängigsten Buchstaben enthalten, aber es lässt sich schon mal kein bestimmter oder unbestimmter Artikel bilden. Es ist bei vielen Titeln so, dass sich oft weder Personalpronomen noch Artikel, weder Zeitformen noch der Genitiv eines Nomens bilden lassen, weil ein „t“ oder „s“ fehlt. Auch so schöne Wörter wie „und“, „oder“, „denn“, „weil“ geben manche Titel nicht her, sodass die Gehirnzellen ordentlich gefordert werden, damit dennoch etwas Sinnvolles herauskommt.

Untermengen-Lyrik zum Open SpaceFür die Lesung beim „Open Space“ der Kooperative K war ich wieder mit Lyrik angekündigt – ich glaube, das machen die Künstler extra, um mich zu fordern. Dabei wollte ich eigentlich den Krimi „Plan B“ lesen, der ganz frisch in der Anthologie zum Ruhrkrimi-Wettbewerb „Tatort Gasometer“ erschienen ist. Also habe ich mich wieder hingesetzt und Subsets erdacht. „Open Space“ war schwierig, da habe ich dann doch lieber „Offene Raeume“ umgesetzt. Und weil ich im Bus gelesen habe, der zwischen den beiden Ausstellungsorten pendelte und die Fahrt unter dem Motto „Schwarz fahren“ angekündigt war, stand auch der Titel des zweiten Subsets fest: „Schwarz fahren“. Da zeigte sich schon, dass so ein Subset auch kriminalistische Züge annehmen kann.

Vielfältige Inspirationen für meine Untermengen-Lyrik

Untermengen-Lyrik: KunterbuntMein Ehrgeiz war geweckt, noch ein Krimi-Subset zu schreiben. Bei der Suche nach einem zum Abend passenden Titel kam mir der Vers „Hüte dich vor Mondlicht in einer Septembernacht“ aus „Das schwarze Schiff“ von Stefan Kleinkrieg in den Sinn. Dieser Vers spukt mir sowieso seit Anfang September ständig im Kopf herum, wenn ich den Mond sehe 🙂 Also habe ich mich für die Nacht des 26. September an „Septembernacht“ versucht und war selbst begeistert von dem witzigen Krimi-Subset, das daraus entstand. Irgendwie fand ich es auch lustig zu beschreiben, was in einer Septembernacht passieren könnte – mit oder ohne Mondlicht.

Hinter den Bildern auf oben Seite befinden sich die drei Texte zum Nachlesen + ein Subset, das gut passt, weil ich dazu ein Bild aus der Kooperative K mit Werkausschnitten von Andreas Friedhelm Arnold nutzen durfte 🙂 Morgen gibt es ein weiteres Subset. Die Form es eignet sich nämlich, wie ich festgestellt, auch dazu, ein Gratulationsgedicht zu verfassen. Das wird demnächst noch als Geschenk überreicht, kommt Zeit, kommt Geschenk 🙂 © Birgit Ebbert

Weitere Subsets in meinem FotoBlog

Bisherige Artikel zum Thema Subset bzw. Untermengen-Lyrik

Es wird ernst – Untermengen-Lyrik für die Kooperative K (17. Mai 2014)

Untermengen-Lyrik – meine Idee und erste Gedichte (21. Juni 2014)

Subset – meine Untermengen-Lyrik hat einen Namen (25. Januar 2015)