(12.09.2015) Soeben ist ein Buch von mir erschienen, an dem ich lange, aber auch mit großer Begeisterung gearbeitet habe. Die Aufgabe war nicht leicht. Ich sollte die bedeutendsten Sportereignisse des letzten Jahrhunderts in 5-Minuten-Vorlesegeschichten verpacken und dabei sogar wo möglich, den Wortlaut der Berichterstattung aufnehmen.

Am liebsten hätte ich alle Sportler persönlich befragt und die Geschichten aus ihrer Sicht beschrieben, aber soviel Zeit stand für das Buch auch nicht zur Verfügung. Also habe ich Dokumentationen angesehen, Biografien gewälzt und im Internet recherchiert und möglichst viele Fakten zusammengetragen. Diese bildeten das Fundament und die Säulen der Geschichten, die ich mir ausdenken musste. Natürlich hätte ich es mir leicht machen und einfach zu jedem Ereignis einen Zuschauer erfinden können, der den Sieg miterlebt. Aber das war mir zu eintönig, ich wollte besondere Geschichten schreiben und bin gespannt, ob das auch wahrgenommen wird.

Wieder habe ich – wie schon bei „Spiele der Kindheit“ und „Leibgerichte“ mit vielen Menschen gesprochen und gefragt, welche Erinnerungen sie an die Sportereignisse haben. Und wiederum konnte ich auf eine Erzählung meines Vaters zurückgegreifen, der sich sehr genau an das Endspiel der Fußball-WM 1954 erinnerte, weil an dem Tag und zu der Zeit das Jubiläum der Kolpingsfamilie Borken mit einem Festakt begangen wurde. Ich höre ihn noch, wie er erzählt, dass eine Festansprache unterbrochen wurde, um zu berichten, dass Deutschland Fußballweltmeister war. Aber auch die Geschichte über die Olympischen Spiele in München beruht auf einer solchen Erzählung, die ich noch in meiner Stuttgarter Zeit gehört habe. Da erzählte mir jemand, dass er während seines Studiums in München als VIP-Betreuer – wie auch die heutige Königin von Schweden – gearbeitet hatte, ein schöner Rahmen für die Geschichte über Ulrike Meyfarth, fand ich.

So habe ich versucht, zu jedem Ereignis die passende Geschichte zu finden, von Sieg Max Schmelings über Joe Louis bis zum ersten Formel 1-Sieg von Michael Schumacher. In meine Geschichte über den legendären Ritt von Hans Günter Winkler auf seiner Wunderstute Halla konnte ich sogar seine Gedanken einbauen, weil er diese in einer Veröffentlichung beschrieben hat. 🙂 Und für den Titel „Pudelgeld“ konnte ich auf meine eigenen Erinnerungen zurückgreifen, nicht, dass ich jemals in einem Kegelclub war, aber meine Eltern und wenn meine Mutter „Kegelmutter“ war, stand bei uns immer die Spardose mit der Aufschrift „Pudelkasse“ herum. Deshalb war Pudel übrigens für mich immer ein „Teekesselchen“, ein Wort mit zwei Bedeutungen: Hunderasse und Fehlwurf beim Kegeln 🙂

Versteht ihr nun, warum das Buch „Unvergessene Sportidole“ ein Herzensbuch ist. Es hat mich beim Schreiben an so schöne Begegnungen und Erlebnisse erinnert und ich hoffe, dass es den Lesern und Zuhörern ebenso geht. © Birgit Ebbert

Am 15. September 2015 lese ich übrigens ab 15.00 Uhr beim Seniorennachmittag im Haus der Kinder einige der Geschichten. Auch Nicht-Senioren sind herzlich willkommen.