(21.08.2013) Wer durch Hagen geht und sich für Kunst interessiert, kommt an Uwe Will nicht vorbei, ach Quatsch, er kommt vorbei, an seinen Skulpturen Hagener Persönlichkeiten nämlich. Mit diesen Bildern im Kopf habe ich in der Ausstellung Hagener Künstler nach seinen Werken Ausschau gehalten – und nichts gefunden. Zunächst, aber dann habe ich die beiden Gemälde in der Ausstellung entdeckt.
Seit Uwe Will denken kann, ist er künstlerisch tätig – mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie seine Zeit und Lebenssituation es zuließen. Lange Jahre stand – schon, um den Lebensunterhalt für die Familie zu sichern – die Tätigkeit als selbstständiger Malermeister im Vordergrund, seine künstlerische Betätigung hat er jedoch nie aufgegeben. Zum Leidwesen oder zur Freude seiner Gesellen, konnte es doch schon mal vorkommen, dass er von einer Baustelle in die Werkstatt fuhr, um Farbe zu holen und erst nach Stunden zurückkehrte, weil er an einem Bild weiterarbeiten musste. Da hatte ihn die Sucht, die Kunst heißt, schon wieder gepackt. Rund 20 Jahre zuvor hat er nur Wände gestrichen, wie er in der letzten Künstler-Führung den Zuhörern erklärte. Für ihn ist Kunst wie eine Droge, von der er nicht loskommt.
Seit 1982 kann er sich in seinem Atelier dem Kunstrausch widmen. Gerade bei Gemälden braucht er diese Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten auch. Denn von denen kann er sich nicht trennen, ehe sie nicht fertig sind. Ob das nun acht, zehn oder 18 Stunden sind. Ein Bild muss in einem Arbeitsgang fertig werden. Das heißt aber nicht, dass er die ganze Zeit malt. Oft betrachtet er das bisherige Werk auch nur und diskutiert mit sich, ob er noch einen Farbstrich ergänzen soll oder ob er damit womöglich die Wirkung des Bildes zerstört. (Da haben wir Autoren es in Computer-Zeiten deutlich einfacher.) Diese Art des Arbeitens, die Uwe Will als „Kunst aus dem Moment heraus“ bezeichnet, birgt natürlich immer auch das Risiko, dass man nie fertig wird oder dass man ständig mit sich ringt, ob das Bild nun fertig ist und sich nicht davon lösen kann. Uwe Will, der ein großer Anhänger des Hagener Künstlers Carl Baumann ist, hat für sich inzwischen einen Weg gefunden. Musste er ja auch, schließlich engagiert er sich im Künstlerbund Hagenring e. V., er übernimmt Aufträge wie die Porträts der Hagener Oberbürgermeister oder die Skulpturen von Hagener Persönlichkeiten wie Karl Halle oder Karl Ernst Osthaus und beteiligt sich an Ausstellungen im In- und Ausland. © Birgit Ebbert

Weitere Informationen über Uwe Will finden sich auf seiner Internetseite www.uwewill.de.

Uwe Will ist übrigens bei allen Künstlerführungen anwesend – ich habe schon eine Liste mit Fragen, die ich ihm morgen stellen werde. Außer ihm werden auf jeden Fall Zsolt S. Deak, Sandra Letzing und Sabine Kedzierski anwesend sein und wer weiß, wer sonst noch hereinschneit.

Außer den öffentlichen Führungen mit Ausstellungskoordinatorin Dr. Christine Kracht am 01.09., 15.09. und 29.09. um 11.15 Uhr, gibt es jeweils donnerstags um 18.00 Uhr eine Führung mit Künstlern, die in der Ausstellung vertreten sind.
22.08. Zsolt S. Deák, Sandra Letzing, Sabine Kedzierski, Uwe Will
29.08. Jutta Tewes, Nuri Irak, Uwe Will
05.09. Arnold Bettges, Sandra Letzing, Nuri Irak, Uwe Will
12.09. Dietmar Schneider, Jutta Tewes, Zsolt S. Deák, Sabine Kedzierski, Uwe Will
19.09. Dietmar Schneider, Uwe Will
26.09. Dietmar Schneider, Jutta Tewes, Nuri Irak, Uwe Will

Am 3.10 findet um 11.15 Uhr eine Lesung mit Musik in der Ausstellung statt.

Weitere Informationen zur Ausstellung