(05.09.2014) Mit dem ersten Kurzfilmfestival im letzten Jahr hat Hagen sich bereits an die Filmszene herangerobbt. Wenn man die mit Claude-Oliver Rudolph, Sonja Kirchberger, Hans-Jörg Thurn und vielen anderen hochkarätig besetzte Jury anschaut, dann ist Hagen auf einem guten Weg. 450 Besucher waren bei der Festival-Premiere im November 2013 dabei, 41 Kurzfilme wurden eingereicht. Und in diesem Jahr geht es weiter.

Am 21. November werden wieder Kurzfilme von angehenden Filmgrößen über die Leinwand eines Kinosaals im Cinestar auf der Springe flimmern. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und damit ich in diesem Jahr nichts verpasse, habe ich Bernd Steinkühler, den Mann, hinter dem Projekt, ausgehorcht. Das hat er mir vorab verraten.

Herr Steinkühler, die Ausschreibung für das Hagener Kurzfilmfestival ist erfolgt. Einsendeschluss ist der 31. Oktober. Bis dahin ist noch viel Zeit, gibt es dennoch bereits Einsendungen?
Normalerweise kann man mit den Filmeinreichungen der Studenten in der Zeit nach ihren Semesterferien (September-November) rechnen. Da ich im Vergleich zum letzten Jahr,diesmal jede hochkarätige Filmhochschulen (Hamburg, Köln, Ludwigsburg, Dortmund, Darmstadt uvm) persönlich besucht habe, sind bis dato schon 30 Beiträge eingereicht worden. Wir hatten 2013 81 Einreichungen. Ich gehe davon aus, dass es dieses Mal mehr als 100 sein werden. Dies wäre für ein eintägiges Kurzfilmfestival schon hervorragend.

Wer entscheidet eigentlich zwischen dem 31. Oktober und dem 10. November, welche Filme für das Festival nominiert werden?
Die eingereichten Filme werden in der Zeit von der überRot Filmproduktion Deutschland mit Sitz in Dortmund überprüft und für die Nominierung ausgewählt. Das Produktionsteam besteht aus drei Regisseuren,  zwei Kameramännern, einem Drehbuchautor und einem Animationsexperten.

Wie wird die Jury besetzt sein? Wenn Sie noch nicht alle Mitglieder verraten möchten, verraten Sie mir doch wenigstens einen Namen.
Es wird zwei Juryblöcke geben. Die Jury 1, die über die besten 3 Kurzfilme entscheidet, wird mit ca. 7-9 Experten besetzt sein. Darunter der Leiter des Kulturbüros der Stadt Hagen, Dr.Tayfun Belgin. Die Jury 2, die über den besten Darsteller der nominierten Filme entscheidet, ist mit 5 Juroren besetzt, darunter Filmproduzent Frank Dragun.

Fast genauso wichtig: Kann man schon Karten für das Festival kaufen? Wenn ja, wo?
Die Karten werden wahrscheinlich ab dem 15. September zum Verkauf angeboten. Sie können dann bei der HagenAgentur und über das Internet bezogen werden. Auf www.eatmyshorts-hkf.de werden dann alle aktuellen Infos stehen.

Wie wird das Festival ablaufen?
Die Kurzfassung des Ablaufs:
Einlass für die Besucher in den oberen Foyerbereich ab 17.00 Uhr (Fingerfood). Ab 17.25 Uhr bis 17.40 Uhr Begehung der Jury auf dem roten Teppich.
Kinosaalöffnung ab 17.45 Uhr.
Begrüßung durch Moderatoren und Bürgermeister.
Beginn 18.00 Uhr.
Pause: 19.55 Uhr-20.35 Uhr. In der Pause beraten die Juroren über die Platzierungen und den Gewinner des Darstellerpreises und der Publikumspreis wird per Stimmkarte gewählt. Der WDR wird nach jetzigem Stand von 19.50 Uhr bis 20.00 Uhr live vom 2.Hagener-Kurzfilm-Festival berichten.
Von 20.35 Uhr bis 22.15 Uhr ist die Filmpreisverleihung, danach findet die AFTER-SHOW-PARTY mit allen Filmemachern, Sponsoren, Schauspielern und Freunden statt. Während der Party wird aus dem Topf der Publikumskarten, die vom Publikum im Kino ausgefüllt wurden, der Gewinner einer attraktiven Reise gezogen.

Was wird sich im Vergleich zum letzten Jahr ändern?
Neu ist der Darstellerpreis. Außerdem wird es eine Doppelemoderation geben mit Bernd Hoffmann (Medienberater) und Nina Azizi (Lottofee im Internet-verantwortlich für die Lottoziehungen,die ja nicht mehr im TV stattfinden), eine Reise-Verlosung, die Charity-Unterstützung des Schauspielers Tom Barcal für Hagener-Einrichtung.
Die Jury wird auf der Bühne die Platzierungen begründen und über die verkauften Kinokarten wird eine Spende an eine Hagener Einrichtung für kranke Kinder gereicht.

Im letzten Jahr gab es eine sehr schöne Skulptur als Preis, die extra für das Festival entworfen wurde. Dürfen auch die diesjährigen Gewinner mit einer solchen Trophäe rechnen?
Die Trophäe war eine Sonderanfertigung in Handarbeit von dem Unternehmen Adam Juweliere und Goldschmiede in Hagen. Hier noch einmal explizit: Vielen Dank! Laut Herrn Adam wird in einem speziellen Gießverfahren eine Kopie gegossen. Dazu wird im selben Verfahren die Trophäe für den besten Darsteller erstellt.

Und was ernten die Gewinner sonst noch außer Ruhm und Ehre?
Sowohl die Festival-Gewinner als auch der Gewinner des Darstellerpreises werden ihre Erfolge in ihrer Vita platzieren, die ihre beruflichen Karrieren unterstützen sollen. Weiterhin bekommt der Gewinner des 2. Hagener Kurzfilm-Festivals eine finanzielle Unterstützung von 2.000.-€, der zweite 1.000.-€ und der dritte 500.-€ kombiniert mit Gutscheinaktionen. Und bietet der Festival-Abend die Chance, viele Kontakte zu knüpfen.

Ich erinnere mich, dass ich beim verspäteten Eintreffen auf wenig freundliche Mitarbeiter des Cinestar traf, die anscheinend nichts von dem Festival wussten. Ist nach dem Erfolg im letzten Jahr das Cinestar als Veranstalter mit im Boot? Oder hat man zumindest versprochen, die Mitarbeiter besser zu informieren?
Das Cinestar ist kein Veranstalter. Der Raum neben der Bar und der Kinosaal werden von mir angemietet. Da die Kinoatmosphäre für ein Event wie das Filmfestival wichtig ist, bleibt uns zur Zeit diese Wahl. Bezüglich der Mitarbeiter werde ich mit dem Kinoleiter, Herrn Mumm, in Hagen sprechen.

Ich finde, das klingt nach einer Veranstaltung, an der man teilnehmen muss. Ich habe mir Termin und Beginn des Kartenverkaufs bereits notiert, drücke die Daumen für die Vorbereitung und für viel Unterstützung und danke ganz herzlich Herrn Steinkühler für das Interview.

Ich freue mich, dass mich auf diese Weise das Thema Film, mit dem ich mich im Studium und meiner Zeit als Medienpädagogin intensiv beschäftigt habe, wieder Einzug in meine Umgebung hält. Manchmal trauere ich nämlich der Zeit nach, als wir den Kinderfilmtag in Stuttgart ins Leben gerufen haben und bedauere es, dass mir die Zeit fehlt, um selbst wieder kleine Filme zu produzieren. Und gelegentlich frage ich ich, wer eigentlich unseren Kurzfilm aus dem Bonner Waschsalon damals an sich gerissen hat *grins*. © Birgit Ebbert & für die Antworten: Bernd Steinkühler.

Weitere Informationen zum 2. Hagener Kurzfilmfestival Eatmyshorts

Mein Artikel über das 1. Hagener Kurzfilmfestival