Ein Booklet mit Mehrwert und die CD zum Stück

(28.11.2013) Sagte ich es nicht, dass das Leben manchmal seltsame Wege geht. Heute durfte ich mich zu den Kindern gesellen, die traditionell zur Hauptprobe des Weihnachtsstücks ins Theater Hagen eingeladen werden, und miterleben, wie sich der Hagener Froschkönig auf seine Uraufführung am Samstag vorbereitet.

Wie immer im Stress dachte ich nicht weiter darüber nach, was mich erwarten würde und saß dann wie die Kinder mit offenem Mund da und staunte. Über die traumhafte Kulisse, die pfiffigen Kostüme, die amüsanten Songs und die wunderschöne Geschichte. Vor allem aber staunte ich darüber, dass Werner Hahn in seinem Stück eine Frage beantwortete, die ich mir vor ein paar Monaten gestellt hatte: Wie kam es eigentlich zu der Begegnung zwischen dem Froschkönig und der Prinzessin.

Ein Pflichtprogramm – nicht nur für Frösche

Vermutlich war ich vor Neid fast so gelb wie der gelbe Königsdiener, aber nur ganz kurz, dann habe ich mich einfach gefreut, dass ich zuschauen durfte, wie sich die Bekanntschaft zwischen Prinzessin und Frosch anbahnte. Ich will nicht zu viel verraten und habe deshalb extra noch einmal in der Info zum Stück geschaut, wie viel von der Geschichte dort preisgegeben wird. Ich sag‘ nichts! Höchstens, dass sich beeilen muss, wer noch Karten haben möchte. Auf der Presseinformation waren schon Termine durchgestrichen, an denen die Vorführung ausverkauft ist. Also: auf, auf. Es lohnt sich – für kleine und große Theaterfans, Märchenliebhaber und Freunde außergewöhnlicher Unterhaltung.

Kästner hat sinngemäß einmal gesagt, dass man für Kinder besser schreiben muss als für Erwachsene. Ich wandle das für mich bei der Beurteilung von Werken für Kinder gerne ein wenig ab. Ich finde, für Kinder muss man so schreiben, dass sie Freude haben – und ihre Begleitung auch. Das gilt für Bücher, Filme und fürs Theater. In dieser Inszenierung kommen Kinder und Erwachsene gleichermaßen auf ihre Kosten. Ich habe vor allem die Kinder beobachtet und ihr „Szenekichern“ zwischendurch, die Zwischenrufe wie der, als die Königin „Ich kriege dich!“ ausrief und ein Kind aus dem Publikum antwortete: „Nee!“

Einige der Beiträge zum Plakatwettbewerb

Es war herrlich zu beobachten, wie die Kinder in den Bann der Story gezogen wurden. Der Junge neben mir fragte am Ende seine Begleitung: „Schauen wir uns noch eins an!“ Nach gut eineinhalb Stunden, die alle Kinder in meinem Blickbereich spielend ausgehalten haben. Die Verantwortlichen für Regie, Bühnenbild, Musik, Text und Kostüm haben den Kindern das ungewohnte Ausharren aber auch leicht gemacht. Wie in einem Bilderbuch gab es immer etwas zu sehen, mal schwebte ein Bett in der Luft, dann flogen Kissen über die Bühne. Und die Kostüme! Ich wusste nicht, ob ich mich nun in die Fingerbommel des Froschkönigs oder in die farblich abgestimmten Details der Königsdiener – vom Haarschopf bis zur Gamasche – verlieben sollte. Begeistert war ich übrigens auch – das wird oft vergessen – von der Beleuchtung. Ich habe lange nicht oder noch nie ein so überzeugendes Unwetter gesehen und erlebt, wie man nur mit Lichteffekten Regenwetter vorgaukeln kann.

Vor lauter Entzücken über Bühnenbild und Kostüme hätte ich fast vergessen zu berichten, dass „Der Froschkönig“ eher ein Musical als ein Theaterstück ist. Herzlichen Glückwunsch an Werner Hahn für die witzigen Songtexte und Andreas Reukauf für die Musik. Dank der eingängigen, aber flotten Melodien war ich kurz davor mitzusingen. Aber ich wollte nicht auffallen und habe stattdessen versucht, die Froschsprache zu lernen. Schließlich hat bei mir just heute Vormittag ein Frosch an der Haustür geklingelt. Noch wartet er auf einen Namen und ich frage mich, ob der Name Jonathan wohl eine tiefere Bedeutung für einen Frosch haben könnte. Vielleicht kann ich das Werner Hahn noch fragen, beim Pressegespräch am Montag war ich gerade auf dem Weg zurück von der Albschreiberei. Aber die Hauptprobe heute war eine zauberhafte Chance, um die Entzugserscheinungen nach dem Kulturmarathon in Albstadt zu lindern. Wirklich toll. Ich drücke allen Beteiligten die Daumen für die Premiere am Samstag und denjenigen, die ich neugierig gemacht habe, dass sie noch eine Karte ergattern. Ich könnte mir denken, dass diese knapp werden. © Birgit Ebbert

Hier sind die Termine der Aufführungen im Dezember:
1, Dezember 11.00 Uhr, 14.00 Uhr und 17.00 Uhr
2. Dezember 9.00 Uhr, 11.30 Uhr und 15.00 Uhr
3. Dezember 9.00 Uhr, 11.30 Uhr und 15.00 Uhr
9. Dezember 11.30 Uhr und 15.00 Uhr
10. Dezember 11.30 Uhr
15. Dezember 11.00 Uhr
16. Dezember 9.00 Uhr, 11.30 Uhr und 15.00 Uhr
17. Dezember 9.00 Uhr, 11.30 Uhr und 15.00 Uhr
20. Dezember 10.00 Uhr
21. Dezember 11.00 Uhr
22. Dezember 11.00 Uhr, 14.00 Uhr und 17.00 Uhr
26. Dezember 16.00 Uhr

Karten sind erhältlich unter www.theaterhagen.de, Telefon 02331 207-3218, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207-5777 und bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Fast vergessen: Zu dem Stück gibt es eine CD mit den Songs, die gerade im Hintergrund läuft.

Und noch eine Information: Das Bild zum Stück stammt von einem Teilnehmer des Plakatwettbewerbs, der auch in diesem Jahr ausgeschrieben wurde. Über 500 Kinder haben sich beteiligt – eines der Bilder hat es auf das Plakat und Booklet geschafft. Ein Teil der Bilder ist im Theater zu sehen, andere in einigen Filialen der Märkischen Bank.

Und das hat „Der Westen“ schon über das Stück ausfindig gemacht.