(25.02.2019) Kaum zu glauben, aber nach vielen Versuchen, ein Konzert von Björn Nonnweiler zu besuchen, habe ich es endlich geschafft. Zum Glück hatte ich aus Gotha schon eine Karte reserviert, denn der AWO Kulturhof oder auch – O-Ton Sven Söhnchen „das Wohnzimmer von Björn Nonnweiler“ 🙂 war bis auf den letzten Platz besetzt. Und da man sich im Wohnzimmer schon mal länger aufhält, dauerte der äußerst unterhaltsame Abend denn auch fast bis Mitternacht. 🙂

Der Singer-Songwriter Björn Nonnweiler

Ich habe die Songs nicht mitgezählt, die Björn Nonnweiler an dem Abend dargeboten hat, dafür habe ich mir ein paar Notizen gemacht über das, was er erzählt hat. Die Notizen musste ich ins Smartphone tippen, weil ich mich nicht darauf eingestellt hatte, über den Abend zu bloggen. Deshalb gibt es auch nur winzige Fotos, da mein Smartphone seine Stärken nicht bei Fotos in „Muschebubu“-Stimmung hat – 🙂 Muschebubu ist ein Wort, das ich in Gotha gelernt habe, googelt es oder lest es in meinem Blog nach 🙂 Gesungen hat Björn Nonnweiler, so erzählte er, schon immer, na gut, sagen wir, es ist überliefert, dass er als Kind sein erstes Lied gecovert hat, „My Bonnie is over the ocean“ – oh je, ich hoffe, das stimmt so, Notizen im Dunkeln im Smartphone zu tippen, ist eine Herausforderung! Das war wohl so überzeugend, dass seine Eltern ihn später zum Gitarrenunterricht anmeldeten, den er nach zwei Jahren erst mal abgebrochen hat. Wie lange eigentlich? Viele Fragen sind offen nach dem Abend! Jedenfalls hat er 2009 mit dem Song zu einem Gedicht, das ihm seine damalige Freundin geschrieben hat, an einem Singer-Songwriter-Wettbewerb in Ostnabrück eilgenommen und gleich den dritten Platz belegt. Wie viele Teilnehmer waren es noch in der Finalrunde? 5 oder 8? Es war wirklich ein vergnüglicher Abend mit Slapstick aus dem Publikum, sodass ich zwischendurch abgelenkt war. 🙂 Er hätte bei dem Wettbewerb weiter vorne liegen können, hätte er ins Mikro gesungen und das Publikum angesehen. Das hat er inzwischen geübt, muss ich sagen und den Gitarrenunterrich wohl auch wieder aufgenommen. Ich habe als Jugendliche im Gitarrenunterricht selbst Lieder durch Zupfen begleitet, ich weiß, wovon ich spreche – und dann ging es mir in der Jugendarbeit wie Björn Nonnweiler beim Auftritt in der Kneipe, ich habe festgestellt, diese Arbeit – Saiten zupfen – ist völlig unnötig bei der Zielgruppe 🙂 Aber das war am Freitag anders.

Der Abend mit Björn Nonnweiler

Ich war gerade irritiert, als ich meine Notiz zu „My Bonnie“ gelesen habe, weil ich mich erinnere, dass wir das Lied ziemlich am Anfang gemeinsam gesungen haben. Ganz ehrlich, damit hatte er uns – eigene Songs hin oder her, aber wir waren alle wieder in Lagerfeuer- oder Jugendgruppenstimmung. Da passten aber auch die eigenen Lieder von Björn Nonnweiler, die von Leben und Liebe, Abschied und den kleinen Dingen im Alltag erzählen. Daneben gab es gecovertes Songs, die sich aber so gut ins Programm einfügten, dass ich manchmal unsicher war, was nun gecovert und was eigen war. Da würde ich mir wünschen, wenn für neue Besucher noch mal kurz erwähnt würde, von dem die gecoverten Songs sind. Sie werden ja nicht alle von Reinhard Mey und Hannes Wader gewesen sein, oder?

Das Highlight für mich war „Es ist an der Zeit“, das ich im letzten Jahr noch von Hannes Wader gehört habe. Man kann es nicht oft genug singen und hören, auch wenn es wirklich hart ist, weil es um das Grabmal eines Soldaten im ersten Weltkrieg geht. Leider leben wir in einer Zeit, in der man wieder daran erinnern muss, dass Kriege vielleicht digital durchgeführt werden, aber trotzdem reale Opfer fordern. Deshalb war es schön zu hören, dass dieses Lied, wenn Björn Nonnweiler es bei der Lesung „Warum ich Nazi wurde“ von Sven Söhnchen spielt, auch Jugendliche ergreift. Trotz dieses bewegenden Songs gab es auch heitere und für mich viele inspirierende Momente. Nicht nur, dass ich mich mit dem Falten von Papierfliegern beschäftigen werde, nachdem ich feststellen musste, dass man in Hagen andere Papierflieger faltet als in Borken. Ich werde doch auch noch mal meine Songtexte rauskramen, vor drei Jahren hatte ich ja die Hoffnung, dass ich da weitermachen könnte, als im Parktheater Iserlohn ein entsprechender Workshop angeboten wurde. Seither ruht still die Gitarre. Ich werde recherchieren, ob ich mir in Gotha eine Gitarre leihen kann. Meine will ich nicht mitnehmen, falls ich bei den Hagen-Besuchen unbedingt spielen will.

In jedem Fall war es ein sehr schöner Abend, der erst am 13. Dezember wiederholt wird. Aber man weiß ja nie, was dazwischen kommt. Am Freitag ist Björn Nonnweiler ja auch kurzfristig für Luisa Ortu & Friends eingesprungen. Auf jeden Fall kann man ihn hören – ich nicht, weil ich an dem Abend einen Termin in Essen habe – bei der Lesung „Warum ich Nazi“ von Sven Söhnchen am 12. März 18.00 Uhr im Emil-Schumacher-Museum. Wer die Lesung noch nicht erlebt hat, muss da sowieso hin! Upps, ich stelle gerade fest, dass ich noch gar nichts über die Lesung gebloggt habe, das kommt davon, wenn man an seinem Geburtstag Lesungen besucht 🙂 – da sollte ich wohl doch noch einmal hingehen, was? © Birgit Ebbert

Website von Björn Nonnweiler