(01.07.2015) Im letzten Jahr habe ich mehrere Ausflüge ins Ruhrgebiet gemacht, um Orte für potenzielle Krimis zu entdecken. Einige der Orte, die ich besucht habe, wurden zu Schauplätzen der elf Kurzkrimis in dem Buch „Wer mordet schon im Ruhrgebiet?“, das Anfang Juli im Gmeiner-Verlag erscheinen wird. In den Geschichten finden sich neben den elf Tat- oder Fundorten weitere Plätze aus dem Ruhrgebiet. Daher der Untertitel 11 Krimis und 125 Freizeittipps.

Die Auswahl der Orte ist mir nicht leicht gefallen, weil es im Ruhrgebiet wirklich spannende Locations gibt. Hier müsste man Privatier sein, um alles zu erleben, was es zu sehen gibt. Ich habe schon die Ausflüge genossen und vieles entdeckt, was selbst Ur-Ruhries nicht bekannt war. Ein bisschen knifflig war die Aufgabe, die ich mir gestellt hatte – ich wollte alle 53 Orte der Metropole Ruhr irgendwie unterbringen. Ich fürchte, ich habe es nicht ganz geschafft. Aber es gibt eben soooo viel hier.

Natürlich hat Hagen einen eigenen Krimi bekommen, der Tote wird auf dem Gelände der Munitionsfabrik gefunden, die Spuren führen in den Hohenhof und nach Breckerfeld. Die Geschichte über Hattingen hatte ich ja bereits fertig, als ich mich um das Projekt bewarb, da habe ich noch den einen oder anderen Ort eingepflegt und war erstaunt, dass es dort ein Aphorismus-Archiv gibt. Das steht oben auf meiner Besuchsliste. Auch der Krimi aus Bochum, den ich als Leseprobe beigelegt hatte, ist in dem Buch enthalten – er spielt, wer mich kennt, den wird es nicht wundern – am Ümminger See und führt auch ins Uni-Center.

Meine Ermittler haben das Ruhrgebiet tatsächlich von West nach Ost und Nord nach Süd erkundet, sie waren am Schiffshebewerk Henrichenburg und im Maxipark in Hamm, im Archäologischen Park in Xanten und auf Schloss Lembeck, in der Villa Hügel und haben sogar eine Schiffsfahrt durch den Duisburger Hagen gemacht. Hier muss ich mich ausdrücklich bei der Weißen Flotte Duisburg bedanken, die mir unbürokratisch Informationen über die Routen geschickt haben. Ich hatte die Hafenrundfahrt zwar gemacht, aber nicht notiert, was man alles zu sehen bekommt. Ach ja, in der Haard geschieht auch ein Mord und in Dortmund natürlich ebenfalls, den Tipp für den Tatort dort bekam ich übrigens von einem Hagener, der immer mit dem Fahrrad nach Dortmund fährt. Das geht also doch.

Um die Fälle zu lösen, schicke ich drei Ermittler aus. Den Blogger Sven Kempelmann, der mit seinem VW-Bulli Spritty und seiner Band, die Wildscheine, ständig unterwegs ist und gelegentlich über Mordopfer stolpert. Ganz anders ist Hannes Haarmann, ein pensionierter Bergmann, der sich zum Privatdetektiv hat ausbilden lassen und der keine Gelegenheit verstreichen lässt, sein neu gewonnenes Knowhow einzusetzen. Und schließlich ist mein Hagener Ermittler Gerd Neubert mit von der Partie, allerdings wirkt er im Hintergrund und unterstützt Hobbyermittlerin Anja Henke, der seit Eröffnung ihrer Krimibuchhandlung „Mord & Ortschlag“ ständig Leichen vor die Füße fallen.

Gerade bin ich in Gesprächen wegen Lesungen aus dem Buch, am liebsten würde ich natürlich in den jeweiligen Locations lesen, falls also jemand aus dem Maxipark oder der Villa Hügel, dem LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg oder dem Archäologischen Park in Xanten, Schloss Lembeck oder einem der anderen genannten Orten Interesse hat – bitte melden! © Birgit Ebbert

Im FotoBlog verrate ich einige der 125 Orte aus dem Buch.

Birgit Ebbert: Wer mordet schon im Ruhrgebiet? 11 Krimis und 125 Freizeittipps. Gmeiner Verlag 2015