Ensemble (Foto: Klaus Lefebvre/TheaterHagen)

(06.04.2014) „Who the hell is Jesus“, das ist eine Frage, die viele Menschen beschäftigt, auch wenn sie sie nicht so formulieren wie die Autoren des Theaterprojekts vom LutzHagen, das gestern Abend Premiere hatte. Statt wie sonst ins Lutz hatte das Theater in eine Fabrikhalle der Firma Bandstahl Schulte eingeladen. Die Atmosphäre in der Halle verlieh dem Stück zusätzlich ein besonderes Flair, zumal es den Lichttechnikern gelang, Schauspieler, Tänzer und Zuschauer mit Farben und Licht zu verzaubern.

Katharina Müller (Jesus), Ensemble
(Foto: Klaus Lefebvre/Theater Hagen)

Im Mittelpunkt des Stückes von Werner Hahn und Diana Ivancic steht die Suche nach Jesus, die Frage, was er heute bedeutet, wie er heute sein könnte und ob andere Götter ihn nicht längst abgelöst haben. Katharina Müller wandelte anrührend und überzeugend als Jesus durch die Halle, die Geschichte und die heutige Jugend, um seine Botschaft zu vermitteln. Wie vor gut 2.000 Jahren kein leichtes Unterfangen, auf das die jungen Menschen nicht selten mit Beleidigungen, Unverständnis, ja sogar Schlägen reagieren. Doch Jesus lässt sich nicht beirren, gestärkt durch den Glauben, einfühlsam dargestellt von Fabienne Hahn und Kübra Sekin, versucht er stets aufs Neue, den neuen Göttern und Werten zu trotzen.

Ensemble (Foto: Klaus Lefebvre/Theater Hagen)

In 12 Stationen, die durch Bibel-Zitate und Musik, Tänze und Dialoge charakterisiert werden, leiten die rund 40 Darsteller das Publikum durch ihre Geschichte. Mit einer Mischung aus alten und neuen Musikstilen, die Klänge, die manchmal an die Geräusche von Bildschirmspielen erinnern, und die eindrucksvolle Leistung aller Beteiligten zieht die Inszenierung das Publikum in seinen Bann.

Von der monatelangen Arbeit, die hinter der Aufführung steckt, war nichts zu spüren. Hier standen nämlich keine Profischauspieler auf der Bühne, sondern Jugendliche aus Hagener Schulen, die über eine lange Zeit die Motivation und die Disziplin aufbringen mussten, um unter der Regie von Werner Hahn und der Choregrafie von Diana Ivancic ihr Stück zu proben, damit es bei der Premiere und Uraufführung so professionell wirkte, wie es rüberkam.

Gerne hätte ich im Vorfeld mit einigen Jugendlichen gesprochen, um zu erfahren, wie sie die Arbeit an dem Stück erlebt haben, ob und was sich in ihrem Denken geändert hat, nachdem sie sich so intensiv mit Nächstenliebe und Rücksichtnahme, Toleranz und Achtung beschäftigt haben, aber vielleicht lässt sich das nachholen.

In jedem Fall ein Stück, das man sich anschauen sollte, weitere Vorstellungen gibt es vom 7. bis 10. April jeweils um 12.00 Uhr sowie am 12.4, 15. bis 17.4. und am 19.4. um 19.30 Uhr.
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Who the hell is Jesus – Trailer bei YouTube