(11.07.2014) Beim Aufräumen sind mir gestern gleich zwei Lernspiele aus meiner Kindheit begegnet – eines davon verstand sich sogar als „Lern- und Spiel-Kollektion mit Computer“. Das war noch vor der Zeit, als die Spiele auftauchten, bei denen man Lämpchen zum Leuchten bringen musste.

„Der Zauberkompass“ mit Bildern von Sigrid Heuck ist 1969 im Sellier Verlag als Lizenz von Luctor Publishing in Rotterdam erschienen. Mein Exemplar stammt von 1970 und wie man auf dem Bild vielleicht erkennen kann, lag es nicht in der Ecke herum, sondern wurde intensiv gelesen. Das Prinzip des Buches ist einfach, die Realisierung ist mit als Physik-Nerd allerdings bis heute ein Rätsel. Auf jeder Bildseite ist etwas Ähnliches wie ein Ziffernblatt zu sehen.

In dem Bild sind 12 Bildelemente mit Zahlen markiert. Um etwas über die Bildelemente zu erfahren, musste Klein-Birgit den Pfeil auf die entsprechende Zahl drehen, das Buch zuklappen und auf den Deckel klopfen. Beim Öffnen des Buches zeigte der Pfeil auf der rechten Seite auf die passende Antwort. Die Themen damals unterschieden sich übrigens nicht wesentlich von den heutigen, eine Seite über den Zoo gab es ebenso wie eine Baustelle, eine Burg und ein Indianerdorf, Garten, berge, Wiese, Wald, See und Bauernhof fehlten ebensowenig wie ein Bahnhof. Ich habe es ausprobiert – es funktioniert noch immer und ich weiß noch immer nicht wie.

Wann mein erster Computer den Weg aus der Schweiz nach Borken gefunden hat, kann ich nicht mehr ermitteln, da weder auf der Verpackung des „LexiData“ noch auf den Übungsbüchern ein Erscheinungsjahr stehen. Ich weiß auch nicht, wie das Material den Weg auf meinen Weihnachtsgabentisch fand, allerdings erinnere ich mich, das ich mich mit großem Feuereifer auf das Spiel gestürzt habe. Sicher nicht weniger begeistert als heutige Kids auf die Wii oder xBox. Das Prinzip dieses Spiels besteht darin, dass man Aufgaben lösen muss. Man hat drei Antwort- oder Lösungsmöglichkeiten: 1 Punkt, 2 oder 3 Punkte und muss den Regler für jede Aufgabe auf die Punktzahl stellen. Sind alle Antworten richtig, springt nach der letzten Frage mit lautem Scheppern Lexi aus seinem Versteck am Rande des Spielgerätes.

Zu dem Basisgerät gab es Übungsheft mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, der an dem Gerät eingestellt werden konnte. Auch dieses Spiel sieht schon sehr mitgenommen aus, man sieht ihm an, dass es bespielt wurde, was mich nicht wundert. Als ich für den Beitrag eine Beispiellösung einstellt, juckte es mich schon in den Fingern, die „Senior“-Aufgaben durchzuspielen, um zu sehen, wie viel ich von dem Gelernten behalten habe. Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt, dass LexiData in anderen – französischsprachigen – Ländern noch immer erhältlich ist, nicht wie mein Gerät in gelb-rot, sondern in grau, aber ansonsten identisch.

Habe ich das Revival bei uns vielleicht verpasst? Ok, die aktuellsten Meldungen der belgischen Herstellerfirma sind von 2003! Schade, sonst hätte ich mir vielleicht französische Lernbücher bestellt und mit Lexi Französisch gelernt *gr*. Ok, die könnte ich mir auch selbst machen. Habe ich als Schülerin schließlich auch. In Seniormappe 4 fielen mir drei kleine Zettel mit Rechenaufgaben in die Hände. Ich habe mir als Schülerin, weil ich mir keine Übungshefte leisten konnte, also nicht nur Aufgaben für den LÜK-Kasten, sondern auch für den LexiData selbst ausgedacht. Das klingt danach, als hätte mich schon damals ein Lernvirus befallen, da zeigt sich doch ein roter Faden in meinem Leben.

Belgische Vertriebsseite von LexiData
Wikipedia-Eintrag zu LexiData