(27.08.2019) Als ich am Sonntag vom Barockfest auf Schloss Friedenstein zurück zu meiner Wohnung ging, fiel mir ein, dass ich genau vor zehn Tagen von Gotha nach Hagen gefahren war. Es könnte auch gut vier Wochen her sein, ich hatte das Gefühl, als sei ich in den zehn Tagen ständig unterwegs gewesen. Deshalb schreibe ich den Blogbeitrag, eher für mich, aber wenn es euch interessiert, lest gerne mit, dann versteht ihr auch, weshalb ich gestern gefaulenzt und dabei schon mal ein paar fehlende Infos für meinen Roman recherchiert habe.

15. August 2019 in Gotha

Der Tag beginnt damit, dass ich fix meine Lieblingsbettwäsche abziehe und in die Waschmaschine stecke, die kann ja trocknen, während ich in Hagen bin. Während die Waschmaschine rumpelt, bringe ich einen Teil des Gepäcks zum Auto. Zwar fahre ich keine Wäsche hin und her, aber ich hatte für die Arbeit an meinem Roman einige Taschen voller Bücher mitgebracht, die können schon wieder nach Hagen verfrachtet werden. Auf dem Weg vom Auto zur Wohnung mache ich einen Abstecher zu meinem Lieblingsbäcker, um Brötchen zu holen.
Die Fahrt verläuft ohne Störungen, ich telefoniere dank Freisprechanlage mit einer Freundin, besorge unterwegs noch Papier und treffe gegen 13.30 Uhr in Hagen ein. Bis ich das Gepäck aus dem Auto geholt und drei Pakete beim Friseur in Empfang genommen habe, ist es 14.00 Uhr. Schnell alles ausgepackt und dann husch, husch zum Kulturbüro. Dort findet eine Veranstaltung der „Kulturregion Südwestfalen“ über Kulturförderung statt. Sagen wir es so, ich denke, für mich ist das nichts, aber ich habe die ersten HagenerInnen wieder getroffen, das war schön.
Den Abend verbringe ich damit, das Internet wieder in Gang zu bringen und mit einem freundlichen Service-Menschen der Telekom zu telefonieren. Man hat etwas an den Zuleitungen verändert und wird einen Techniker schicken.

16. August 2019 in Hagen

Kurz nach Ladenöffnungszeit stehe ich beim Optiker auf der Matte, um endlich die längst fällige neue Brille auszusuchen und zu bestellen. Anschließend gucke ich im Museum das Papier durch, das dort für mich gesammelt wird – schießlich brauche ich „Papierfutter“ für meinen Workshop „Zu schade für die Blaue Tonne“. Ich erledige allerlei Kleinkram, der sich in meinem Briefkasten angesammelt hat und fahre nach Borken, um bei meiner Mutter nach dem Rechten zu sehen.

17. August 2019 in Hagen

Su Kemper-Sieber & Christel Kreuser

Um 11 Uhr bin ich im Kunst- und Atelierhaus verabredet, um das Pressefoto für die Ausstellung am 1. September zu machen. Als ich zurückkomme schäumt die Friseurin unten im Haus mich schnell mit Farbe ein, die in meiner Wohnung einwirken darf, damit ich den Techniker von der Telekom nicht verpasse, der sich zwischen 12 und 16 Uhr angekündigt hat. um 12.30 Uhr war noch nichts von ihm zu sehen, ich also runter zur Friseurin, die mir fix die Haare schneidet. Kaum bin ich in meiner Wohnung klingelt schon mein Smartphone – das Telefon funktioniert ja nicht 🙂 – der Herr Techniker ist im Anmarsch. Um 13.15 Uhr ist der Fehler behoben, juhu! Ich bummele durch die Stadt, quatsche hier und da. Was ist sonst gemacht habe, weiß ich nicht mehr, vermutlich die Bücher- und Papierberge aus Gotha eingeräumt, die Post sortiert und letzte Vorbereitungen für die Workshops in der nächsten Woche getroffen.

18. August 2019 in Hagen

Morgens habe ich irgendetwas erledigt, fragt nicht was, mittags bin ich nach Nordkirchen gefahren, um dort mit meiner Schwester die Mikrowelle zu tauschen – ja, so ist das, wenn die Familie zerstreut lebt. Aber immerhin kam ich dadurch zu einem Spaziergang am Schloss Nordkirchen, den wir auf jeden Fall bei schönem Wetter mit Hund wiederholen wollen.

19. August 2019 in Hagen

Erster Workshop-Tag in der Stadtbücherei, die Kinder haben mit Bücherei-Tablets Präsentationen über Bauhaus erstellt und kurze Texte geschrieben. Nachmittags und abends hatte ich frei, kann das sein?

20. August 2019 in Hagen

Zweiter Workshop-Tag in der Stadtbücherei, schreiben, bei einem Stadtbummel Schaufenster analysieren, erste Ideen für ein Schaufenster im Schuhkarton entwickeln und den Schuhkarton grundieren – erste Farbflecken in Kinderkleidung und ein Kind, das kein Eis mag!
Kurz nach Hause, einen Joghurt gegessen und mit einer Tasche voll Papier zum Museum marschiert, wo mich schon die erste Teilnehmerin des Workshops „Zu schade für die blaue Tonne“ erwartete. Den Workshop mit zehn oder elf sehr motivierten und interessierten TeilnehmerInnen durchgeführt, die immer noch mehr ausprobieren wollten.
Abends ein leckeres Essen mit einer Freundin im Novys und vorher oder nachher noch ein paar Gedanken über neue Lernhilfen gemailt.

21. August 2019 in Hagen

Foto: Muschelsalatretter

Ich bin früh wach, aktualisiere Internetseiten, krame herum und freue mich des Lebens, bis im PC ein Outlook-Fenster aufploppt, dass mich darauf hinweist, dass jetzt gerade mein Auto in der Werkstatt sein sollte für die Inspektion. Natürlich finde ich erst mal nur die Nummer der falschen Filiale, schnappe dann die Tasche mit den noch benötigten Bastelmaterialien, Bücher fürs Theater an der Volme und die Kamera und sause zum Auto, das zum Glück auf der untersten Ebene im Parkhaus steht, sodass ich schnell rausfahren kann. Von der Werkstatt im Wasserlosen Tal spaziere ich in erhöhtem Tempo zur Stadtbücherei und bin immerhin fünf Minuten vor den Kindern dort.
Dritter Workshop-Tag mit viel Denken, Kleben, Schneiden, Lösungen suchen in der Stadtbücherei.
Anschließend eben zum Theater an der Volme, um die Bücherspende für die Tombola abzugeben und endlich das Literaturart-Bild zu reparieren, dass dort von mir steht.
Das Auto ist leider noch nicht fertig – wie auch, wenn ich es zu spät bringe! Also trabe ich nach Hause, esse eine Kleinigkeit, lege mich zehn Minuten hin und spaziere los – das Wasserlose Tal hinauf, um mein Auto vor 18 Uhr abzuholen. Auf dem Weg zum Muschelsalat am Bleichplatz fahre ich noch kurz bei Freunden vorbei, um Bücher abzugeben. Die sind wider Erwarten zu Hause, sodass ich beim Kaffee eine kurze, schöne Verschnaufpause habe. Auf dem Weg zum Muschelsalat noch schnell getankt – und an der Tanksäule einen Bekannten getroffen. Beim Muschelsalat viele Menschen geherzt, in Liebe gebadet und beim Gläser spülen geholfen 🙂

22. August 2019 in Hagen

Morgens als erstes ein paar Rückmeldungen zu einem Kinder-Bastelbuch, das im Herbst erscheinen wird verschickt, ehe ich gemütlich zur Bücherei spaziert bin.
Count-Down für die Schuhkarton-Schaufenster in der Bücherei, die mittags fertig sein sollen, damit sie bis Freitagmorgen trocknen können.
Nachmittags „Falten wie am Bauhaus“ im Osthausmuseum mit 13 motivierten Menschen, zwei waren vom Dienstag wieder da, der Workshop scheint also nicht so schlecht gewesen zu sein.
Abends streike ich, ach nein, die Mikrowelle muss ja noch aus dem Auto und der Koffer für Gotha gepackt werden, denn der Freitag ist auch voll.

23. August 2019 in Hagen

Das Bücherei-Schaufenster mit den Schuhkarton-Schaufenstern wird gestaltet, zwischendurch wird gefrühstückt und dann mit neuer Energie der Rest erledigt. Um 15.30 Uhr kommen die Eltern zur feierlichen Enthüllung des Schaufensters – übrigens ganz toll, es waren wirklich alle Väter und Mütter anwesend, das hatten wir noch nie. Zwischendurch ein Interview mit Radio Hagen, einen Blumenstrauß und einen Lobstrauß eingeheimst, alle Materialien in den roten Koffer gepackt und nach Hause gezischt. Ein paar aufregende Mails beantwortet, Rechnungen geschrieben und dann ist auch schon Zeit für die Schlossspiele, auf dem Weg noch eben die Rechnung in den Rathaus-Briefkasten geworfen – Feierabend und Zeit für Begegnungen mit weiteren HagenerInnen, die ich viele Wochen nicht gesehen habe, eine Bratwurst und einen „Hugo“ im Schlossgarten, ehe „Warten auf Godot“ beginnt. Der Tag endet mit einer schönen Premierenfeier.

24. August 2019 in Hagen und Gotha

Zwei Termine habe ich im Kopf – um 15 Uhr werde ich zu „Picknick in Weiß“ abgeholt, um 17 Uhr muss ich im Auto sitzen, um rechtzeitig zum Feuerwerk des Barockfests in Gotha zu sein. Vorher will ich die Waschmaschine und die Spülmaschine anwerfen und natürlich ausräumen, über die Premiere bloggen, das Bad putzen und die Abschiedsroutine erledigen (Pflanzen gießen, Müll runterbringen, Standby-Geräte ausschalten …) Um 14.51 Uhr bin ich fertig, auf geht’s zum Picknick – im Gegensatz zum letzten Jahr tatsächlich auch ich in Weiß, ach ja, die Sachen mussten gebügelt werden, die Hose habe ich zum letzten Mal getragen bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Hohoffs, das es schon nicht mehr gibt. Eine schöne kurze Zeit an der Volme verbracht, Leute getroffen und mit dem Gefühl, dass es sich lohnt, in Hagen zu leben, nach Gotha gefahren.
Aber hier ist es auch schön, ich komme genau passend zum Konzert des Philharmonie Orchesters und darf beim Feuerwerk neben dem Oberboss der Feuerwerker stehen und über die anderen ZuschauerInnen blicken.

25. August 2019 in Gotha

Jetzt weiß ich auch, was das Barockfest ist, von dem so viele schwärmen. Eine Mischung aus Cosplay im Barockstil, Handwerker- und Mittelaltermarkt und Musikfestival mit Konzerten, Rollenspielen, Führungen und vielem anderen rund um Schloss Friedenstein. Was wirklich besonders ist und mir schon am Vorabend auffiel, die Techniker haben es geschafft, die Bühne so aufzubauen, dass der gesamte Schlosshof beschallt ist. Das war gestern außergewöhnlich, im Dunkeln von Stand zu Stand zu bummeln und dabei live das Konzert des Philharmonie Orchesters zu hören. Nebenbei beim Bummel schon eine Idee untergebracht, die ich schon seit Anfang des Jahres im Kopf habe. Es hat etwas mit Papierfalten zu tun 🙂

Versteht ihr jetzt, weshalb ich entschieden habe, dass ich am Montag und Dienstag tue, als hätte ich Urlaub und mich eher dem Café-Test widme? Am Mittwoch … aber das ist eine neue Geschichte 🙂 © Birgit Ebbert