(27.08.2014) Die Shootingqueens laden jeden Monat unter dem Motto „Zeig uns deine Stadt“ ein, die eigene Stadt zu einem speziellen Thema vorzustellen. Im Sommer durfte es auch die Urlaubsstadt sein. Bei mir waren Urlaubsstadt und Lebensort ein- und dieselbe Stadt, wie ich in meinem Beitrag vom 19. Juli verraten habe. Die Reisen, die ich unternommen habe, waren eher beruflich bedingt, auch wenn sie spannend waren. Urlaub habe ich in Hagen gemacht und da vermutlich genausoviel erlebt wie andere nach stundenlangem Stau und ermüdender Anreise. Und dabei habe ich die Frühstücke in meinem Eckbistro nicht einmal mit der Kamera dokumentiert und einige Hagener Highlights verpasst.


Begonnen habe ich meinen Urlaub mit einem entspannten Rundgang durch die Ausstellung „Der Berliner Skultpurenfund“ in dem wunderbaren Souterrain des alten Gebäudeteils des Hagener Osthausmuseums am 10. Juli.


Am 18. Juli wurde es plötzlich lebendig vor meinem Fenster. 1.000 Radler strömten förmlich auf mich zu und veteilten sich auf dem Platz vor dem Haus. Die NRW-Radtour des WDR hielt Einzug in die Stadt.


Für Radler, Hagener und für mich als Anwohnerin gab es freitagabends eine musikalische Einlage der Abba 99-Coverband. Dieser Sommerabend konnte mit den Sommerabenden der Urlauber in südlichen Ländern durchaus mithalten.


Am 25. Juli schließlich hatte ich einen der begehrten Plätze in einer Exkursion der Facebook-Gruppe „Hagener für Kunst, Kultur und Geschichte(n)“ ergattert, die zu steinzeitlichen Ausgrabungen vor der Blätterhöhle führten. Ein unglaubliches Erlebnis, obwohl oder weil ich nicht in der Höhle war.


Ach ja, ein wenig Flora und Fauna in der Stadt habe ich zwischendurch auch angeschaut und fotografiert.


Und dann war ich an allen drei Konzertabenden des „Muschelsalats“ vor der Konzertmuschel. Nicht immer mit Kamera, aber bei diesem besonderen Abend. Das Foto sagt alles, finde ich. So wie die Sängerin strahlten auch die mehreren hundert Zuhörer.


Am 1. August habe ich an einer unglaublich interessanten Führung durch die Ausstellung „Weltenbrand Hagen 1914“ teilgenommen.


Und zwischendurch habe ich mich an den schönen alten Villen erfreut.


Zum ersten Mal in meinem Leben war ich in einem Bunker, noch dazu in einem, dessen Keller bis vor zwei Jahren nicht genutzt wurde und noch eine Anmutung des Lebens vor 70 Jahren gibt und in dem sich heute ein Bunkermuseum befindet.


In dem wunderbaren Theater an der Volme habe ich eine phänomenale Uraufführung erlebt: Operation Eaglehurst – nach einem Krimi der Hagener Autorin Marlies Ferber, für die Bühne umgesetzt von Stefan Schroeder.


Den musikalischen Schlusspunkt setzte das Springefest, wo ich zum ersten Mal die Hagener Kultband „Green“ erlebt habe und so begeistert war, dass ich inzwischen wirklich schwanke, ob ich am 21.11. zum Green-Konzert gehe oder zum Kurzfilmfestival.


Das Licht- und Pilztüpfelchen für diesen wunderbaren, entspannenden und inspirierenden Urlaub in Hagen war der Abschlussabend des Muschelsalats am Schloss Werdringen. Schloss, Teich und Wald waren in stimmungsvolles Licht getaucht und überall konnte einen eine visuelle oder akustische Überraschung erwarten.

Ganz ehrlich, warum hätte ich bei solch einem abwechslungsreichen Ferienprogramm vor der Haustür – bis auf die Blätterhöhle und Schloss Werdringen konnte ich alles zu Fuß erreichen und mir das eine oder andere Glas Sekt gönnen – verreisen sollen? © Birgit Ebbert