Ich will Spaß (28.05.2016) Gestern Abend war ich wieder auf einer musikalischen Zeitreise. Dieses Mal ging es im Theater an der Volme mit Ariane Raspe und Dario Weberg in die 80er Jahre. Das ist noch nicht sooo lange her, denkt man im ersten Moment und kommt dann aus dem Staunen nicht heraus, wie anders die Welt und unser Alltag damals waren. Dank einer gelungenen Mischung aus musikalischen Darbietungen, „Sketchup“-Einlagen und kleinen Informationshäppchen waren die Zuschauer aber schnell wieder in der Zeit – sofern sie sich nicht ohnehin schon mit Stirnband, Neonlook und Walkman auf das Programm eingestellt hatten.

Spaß-Musik der 80er

Nenas 99 LuftballonsDie beiden Darsteller tobten gleich passend zum Programm mit „Ich will Spaß“ auf die Bühne und steckten mit ihrer Freude am Spiel das Publikum sofort an. Kein Lied, bei dem nicht die Zuschauer den Background-Chor gaben und sich als ziemlich textsicher bewiesen. Ob das „Ich seh den Sternenhimmel“ von Hubert Kah war oder „99 Luftballons“ von Nena, deren Bühnenauftritt Ariane Raspe sehr gelungen nachahmte, „Wozu sind Kriege da?“ von Udo Lindenberg oder Joachim Witts „Goldener Reiter“, „Codo“ von Döf oder „Skandal im Sperrbezirk“, mit dem in denNachdenkliche Töne von Udo Lindenberg 80ern die Spider Murphy Gang brillierte – ein Aha nach dem anderen ging bei diesen und den vielen anderen Songs durch die Reihen. Beim Wiedererkennen der Lieder halfen die treffend gewählten Kostüme und Hintergrundbilder, die auch denjenigen, die die 80er-Jahre nicht so präsent hatten, auf die Sprünge halfen.

Kleine Sketchup-Revivals

Ich will Spaß - Motto der 80erGroßes Vergnügen bereiteten aber auch die Sketch-Einlagen, sowohl die Remakes einiger beliebter Szenen aus der legendären „Sketchup“-Serie von Dieter Krebs als auch die Interviews von Ariane Raspe als Ernst Dieter Lueg mit Dario-Willy-Franz-Josef Weberg-Brandt-Strauß 🙂 Vor allem auch, dass wir die Verkleidungen und den einen oder anderen Kampf mit den Zähnen miterleben konnten 🙂

Die Märchenprinzen der 80erUnd dazwischen immer wieder Erinnerungen daran, was wir in jener Zeit erlebt und die jüngere Generation verpasst hat. Es waren schon einige grundlegende Ereignisse, deren Auswirkungen bis in unsere Zeit reichen – man denke nur an den Atomunfall in Tschernobyl, die Entdeckung der Krankheit Aids und den Mauerfall am Ende der 80er-Jahre. Da wird deutlich, dass Geschichte nie zu Ende ist und es sich manchmal lohnt, zurückzublicken. Ja, das Programm hatte durchaus auch ernsthafte Akzente, aber so war die Zeit damals eben auch. Und manches, was gestern Abend für Erheiterung sorgte, war vor 30 oder 35 Jahren bitterer Ernst für den einen oder anderen – Bandsalat zum Beispiel. Ja! CDs oder gar MP3 gab es zu jener Zeit noch nicht. Wer sich heute über eine gelöschte Musikdatei beklagt, die er fix wieder herunterladen kann, der sollte sich mal wie Dario Weberg hinstellen und versuchen, das Tonband einer Kassette wieder aufzuspulen! Ich kenne das noch! Das war gewiss kein Spaß. Aber der Abend war ein großer Spaß, die „Zugabe“-Rufe waren der beste Beweis dafür. Eine unterhaltsame Zeitreise für alle, die sich erinnern oder wissen möchten, was es mit der Neuen Deutschen Welle auf sich hatte. © Birgit Ebbert

Die nächsten Termine: 24.06., 09.07., 21.07., 19.08., 15.09., 26.10., 27.11.

Weitere Informationen: www.theaterandervolme.de

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