(21.02.2014) Ach, ich mag solche Blog-Stöckchen nicht, was ich schon daran merke, dass ich jetzt bereits zweimal „Block-Stöckchen“ geschrieben habe. Aber vielleicht liegt es auch am Freitag und daran, dass ich weiß, dass ich in einer Stunde im Lerncenter sein muss und morgen keine Minute am PC haben werde. Seit ich meinen neuen Blog habe, bin ich zum Blog-Junkie geworden, glaube ich. Die Liste möglicher Themen für Blog-Beiträge wird lang und länger und auf dem Stuhl hinter mir stapeln sich inzwischen zwei Ordner, diverse Bücher und Mappen mit Themen, über die ich schreiben könnte. In diesem Jahr werde ich sicher keine Langeweile mehr haben. Eigentlich hätte ich also keine Zeit, das Blog-Stöckchen aufzugreifen. Aber die Fragen, die Andrea Behnke gestellt hat, finde ich so interessant, dass ich doch nach dem Stöckchen schnappe.

Schon meldet sich der Neugier-Virus in mir und ich möchte wissen, wer eigentlich hinter diesem Best Blog Award steckt. Man möchte doch wissen, wessen Bild man in den Beitrag einbaut, gerade heutzutage, wo man immer damit rechnen muss, versehentlich das Urheberrecht zu verletzen, wenn man fremde Fotos nutzt. Bereits beim ersten Versuch der Rückverfolgung fällt mir auf, dass sich die Regeln für den Best Blog Award anscheinend verselbstständigen. Die Regeln sind:

1. Schreibe einen Post zu diesem Award, füge das Bild ein und danke mit einem Link demjenigen, der diesen Award verliehen hat.
2. Beantworte die 11 Fragen.
3. Überlege dir selbst 11 Fragen.
4. Tagge bis zu 10 weitere Blogger, die weniger als 200 Leser haben. (Hier gibt es den entscheidenden Unterschied zu den Regeln, die Andrea gepostet hat. Bei ihr war die Regel bereits verkürzt angekommen, danach soll man einfach 10 Blogger nominieren.)
5. Sage den Bloggern, dass sie den Award bekommen haben und somit getaggt sind.

Nirgendwo steht, wer den Award ins Leben gerufen hat. Komisch, oder? Das dachte sich wohl auch Anja Darmstadt, die den Bücherblog betreibt und schon 2006 über den Award gebloggt hat. Erstaunlich, wie lange sich solche Aktionen im Internet halten. Sie hat auch aufgelistet, wer den Award bis zu ihrem Beitrag weitergereicht hat, interessant, welche Kreise das ominöse Mädchen mit dem Blumenstrauß gezogen hat. Das erinnert wirklich an unsere „Stille Post“ aus Kindertagen, wie Anja Darmstadt schreibt, die übrigens ermittelt hat, dass der Urheber aus Spanien kommt und bei der Übertragung ins Deutsche möglicherweise ein kleiner Fehler unterlaufen ist.

Nun will ich keine völlige Spielverderberin sein, deshalb beantworte ich Andreas Fragen, schließlich hat sie sich viel Mühe gegeben, sie sich auszudenken. Aber ich nominiere keine Blogs und ich füge auch meinen eigenen Blumenstrauß hinzu – dann eben ohne den Schriftzug „Best Blog“, denn für eine Klärung der Bildrechte habe ich gerade keine Zeit, wenn ich die Liste der Beitragsthemen anschaue.

Andreas Fragen und meine Antworten:

1. Was hat dich bewogen zu bloggen?
Zunächst war ich einfach neugierig, wie Bloggen funktioniert, aber heute finde ich Blogs ein tolles Medium, um Rechercheergebnisse festzuhalten und außergewöhnliche Erlebnisse zu teilen.

2. Wie kommst du auf deine Themen?
Sie begegnen mir im Alltag, bei der Recherche, in Gesprächen, in Büchern, beim Aufräumen oder auf der Autobahn, überall da, wo mich der „Neugiervirus“ anspringt.

3. Welcher Blogbeitrag hat dir bisher am meisten Spaß gemacht?
Alle haben mir Spaß gemacht, aber mein Highlight ist der Beitrag über den „Flohzirkus„, weil ich den bis vor kurzem für eine reine Erfindung hielt und überrascht war, was dahinter steckt.

4. Hast du das Gefühl, dass Blogs etwas bewegen können?
Das hängt vom Blog-Beitrag ab. Manchmal gelingt es mir Menschen auf Bücher, Events oder Menschen aufmerksam zu machen, mit denen sie sonst vermutlich nicht in Berührung gekommen wären. Das freut mich in der heutigen Informationsflut schon.

5. Was ist das Internet für dich?
Ein Medium, das mir erlaubt, meine Neugier ohne großen Aufwand zu befriedigen und Gleichgesinnte zu den Themen, die mich bewegen, zu finden.

6. Zwei Wochen ohne Internet – geht das?
Ein klares Nein. Es sei denn, ich befände mich in der größten Bibliothek der Welt und könnte alles überprüfen und nachschlagen, was mir einfiele.

7. Was schreibst du am liebsten (nicht nur in deinem Blog, sondern generell)?
Das kann ich gar nicht klar beantworten, weil ich die Abwechslung brauche. Ich schreibe gerne Romane, aber ich könnte sie nicht ausschließlich und am laufenden Band schreiben. Ich schreibe auch gerne Geschichten für Kinder, aber dann brauche ich wieder die Herausforderung der Krimis für Erwachsene. So geht es mir mit allem, was ich schreibe.

8. Was ist deine liebste Offline-Beschäftigung?
Früher war das Lesen, aber inzwischen ist es das Fotografieren, weil ich dabei so gut abschalten kann.

9. Welches Buch hat dich in der letzten Zeit besonders beeindruckt?
Fräulein Esthers letzte Vorstellung von Adam Jaromir, weil es sich mit Janusz Korzcak beschäftigt, der mich seit dem Studium begleitet, und aus dem Leben im Warschauer Ghetto erzählt und weil es so wunderschön gestaltet ist, dass man ihm ansieht, dass der Autor vier Jahre daran gearbeitet hat.

10. Was inspiriert dich?
Das Leben, die Menschen und die Welt.

11. Welchen Blogbeitrag wolltest du immer schreiben und hast es dann doch nicht getan?
Einen Nörgel-Beitrag über Menschen, die sich asozial verhalten, Institutionen, in denen der Amtsschimmel wiehert und die kleinen Ärgernisse des Alltags. Ich habe es dann nicht getan, weil es genug Menschen gibt, die das Negative posten und manchmal das Positive zu kurz kommt. Es gibt ein Sprichwort, das sinngemäß aussagt, dass man immer nach dem Glück Ausschau hält und es gerade deswegen nicht sieht. Ich denke, es liegt an uns, wie wir die Welt sehen und ich trage lieber dazu bei, die positiven Aspekte zu betonen, als zig Kommentare und Likes einzusammeln, weil ich den Nörglern Futter gegeben habe.

In diesem Sinne schaue ich jetzt mal, welches Thema ich als nächstes bearbeite – vielleicht das Thema „Kettenbriefe“? – und verzichte darauf, elf Fragen zu suchen und zehn Blogs, die noch niemand nominiert hat. Das Stöckchen liegt da, wer es haben möchte, darf es gerne nehmen und einfach Andrea Behnkes schöne Fragen beantworten. Und wer mag, darf auch gerne meinen Blumenstrauß verwenden. © Birgit Ebbert