(08.06.2014) Heute, am 8. Juni, ist der Tag des Meeres, der 2009 von den Vereinten Nationen als Gedenktag eingeführt wurde und auf eine Idee beim Erdgipfel in Rio de Janeiro zurückgeht. Sucht man in einer Suchmaschine nach dem Tag des Meeres, wird schnell deutlich, dass es außerdem einen Europäischen Tag des Meeres gibt, der allerdings schon vor zwei Wochen begangen wurde. Befremdlich, aber vielleicht auch typisch für das Meer und die Bedeutung, die ihm zugemessen wird. Während einerseits davon die Rede ist, wie bedeutsam das Meer für die Menschheit ist, wird an anderer Stelle wieder geklagt, wenn der Meersspiegel steigt und sich Flächen zurückholt, die vor Tausenden von Jahren mit Wasser überdeckt waren.

Hier geht es zum Mini-Video für alle, die wieder mal Meeresrauschen hören möchten

Als Sprachmensch hat mich schon immer die widersprüchlichen Bezeichnungen „Meer“ und „See“ irritiert. Mühevoll habe ich in der Grundschule gelernt, dass ein See ein Binnengewässer in einem Land oder auf einem Kontinent ist, während sich das Meer zwischen den Kontinenten befindet und auch schon mal Ozean heißt.

Nun hat mich diese Frage wieder eingeholt, weil ich spontan Fotos von der Nordsee zum Welttag des Meeres posten wollte und plötzlich wieder unsicher war: Ist das nun Meer oder See? Das wollte ich genauer wissen und machte eine unglaubliche Entdeckung.

Im Prinzip ist alles, wie ich es gelernt habe: Meer zwischen den Kontinenten, See auf einem Kontinent. Nur in Norddeutschland, also da, wo man täglich aufs Meer blicken kann, ist das anders. Da nennt man das Meer See, also Nord- und Ostsee, und den einen oder anderen See dafür Meer wie das Steinhuder Meer oder das Zwischenahner Meer. Also aufgepasst, wenn ihr ein Schild zum Steinhuder Meer seht, das heißt nicht, dass ihr gleich am Nordseestrand landet!

Mit diesem Wissenszuwachs kann ich nun also doch in meinem Fotofundus stöbern und Fotos vom Meer suchen. Vor einer Woche saß ich schließlich noch auf der Dornröscheninsel und blickte auf das Meer. © Birgit Ebbert