Nina und Claus von Stauffenberg 1931 (eines der Fotos im Stauffenberg-Schloss, die das Leben der Familie zeigen)

(20.07.2014) Heute jährt sich zum 70. Mal das fehlgeschlagene Attentat auf Hitler, das Claus von Stauffenberg mit einer Gruppe Gleichgesinnter von langer Hand vorbereitete. Über 200 Menschen haben diesen Plan mit ihrem Leben bezahlt, manche von ihnen wurden bereits in der Nacht nach dem Attentat hingerichtet.

Für uns ist es selbstverständlich, das an dieses Ereignis erinnert wird. Das war jedoch nicht immer so. Als ich im letzten Jahr nach Albstadt fuhr, war ich überrascht, dass sich dort das Stauffenberg-Schloss und eine Gedenkstätte befinden und Claus von Stauffenberg und sein Bruder Berthold einen Teil ihrer Jugend auf dem Gelände verbracht hatten. In den zehn Jahren, die ich in Baden-Württemberg gelebt und gearbeitet hatte, war mir diese Einrichtung nie begegnet, obwohl ich auch in jener Zeit in Albstadt gewesen war.

Ich hatte auch niemals davon gehört, dass die Familie Stauffenberg im Alten Schloss in Stuttgart gelebt hatte, Claus und Berthold von Stauffenberg dort aufgewachsen sind und in einem alten Gewölbekeller heute mit einer Ausstellung an sie gedacht wird. Inzwischen weiß ich, ich habe beides nicht übersehen, sondern beide Einrichtungen existierten in der heutigen Form als Gedenkstätte während meiner Stuttgarter Zeit, von 1988 bis 1997, noch nicht.

Die Stauffenberg-Gedenkstätte im Alten Schloss in Stuttgart wurde 2006 vom Haus der Geschichte entwickelt und am Geburtstag Claus von Stauffenbergs im November 2006 eröffnet. In einem alten Gewölbekeller des Alten Schlosses, der vom Karlsplatz aus zu betreten ist, sind Dokumente der Widerstandsbewegung und einige Exponate aus dem Besitz der von Stauffenbergs zu sehen. Eine Fotodokumentation zeigt, wie sich die Claus und Berthold von Stauffenberg entwickelt haben und in Schubladen können Zeitungen, Plakate, Filme und andere Dokumente angeschaut werden, die die Rezeption des Attentats vom NS-Artikel bis zum Kino-Film mit Tom Cruise belegen. Eine kleine Arbeitshilfe für Schüler unterstützt bei der gezielten Aufarbeitung des Ereignisses.

(Exponate aus der Ausstellung im Alten Schloss in Stuttgart)

Im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen können Besucher seit November 2007 mithilfe von Fotos, historischen Dokumenten und vielen Exponaten aus dem Besitz der Familie das Leben und den Tod der Widerstandskämpfer nachvollziehen. Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf die beiden Widerstandskämpfer, auch wenn diese im Mittelpunkt stehen, sondern zeigt sie in ihrem familiären Umfeld und schildert, welche Folgen das fehlgeschlagene Attentat für die Familien der Stauffenberg-Brüder hatte. Immerhin hinterließ Claus von Stauffenberg bei seinem Tode eine Frau und drei kleine Kinder. Während seine Frau hochschwanger zunächst verhaftet wurde, kamen seine Kinder in ein Heim, von dem aus sie in Pflegefamilien vermittelt werden sollten, um zu „wahren Deutschen“ erzogen zu werden. (Der Film „Verräterkinder“ von Christian Weisenborn, der am 14. Juli in der ARD lief, zeigt übrigens eindrücklich, welche Konsequenzen der Widerstand ihrer Eltern – nicht nur im Umfeld von Claus von Stauffenberg – auf die Töchter und Söhne hatte. Der Film ist bis zum 21.7. in der Mediathek zu sehen. Sehr sehenswert!)


(Exponate aus dem Stauffenberg-Schloss in Lautlingen)

Der Ort des Attentates nach der Detonation der Bombe (Foto im Gedenkzimmer des Stauffenberg-Schlosses)

Auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock in Berlin erinnert u. a. an Claus von Stauffenberg und seine Mitstreiter. Allerdings steht mein Besuch dort noch aus, sodass ich über die Ausstellung nichts schreiben kann.

Es gibt viele Wege, sich an Menschen wie Claus von Stauffenberg zu erinnern, die erkannt haben, dass das NS-Regime eine Gefahr für die Menschheit war und Wege suchten, weiteren Schaden zu verhindern. Wichtig ist, dass solche Beispiele für Widerstand gegen die Unmenschlichkeit nicht in Vergessenheit geraten – auch über Gedenktage wie den heutigen hinaus. © Birgit Ebbert

Mein Artikel über das Hitler-Attentat

Hagen über das Hitler-Attentat (Facebook-Artikel von Dr. Ralf Blank auf der Seite „Hagen – Geschichte, Archäologie und Geologie)

(Für alle nicht-Facebook-Nutzer ist hier der sehr interessante Artikel von Dr. Ralf Blank im PDF-Format)