(25.06.2020) Wie die Spielzeit 2019/20 im Theater Hagen zu Ende gehen wird, ist inzwischen klar: zwei letzte Aufführungen „Pardauz“, zweimal noch „Schwanensee – Aufgetaucht“ und zum Abschluss zweimal Werke von Pärt, Bach, Strawinsky und Wagner mit Orchester und Cembalo im großen Haus an der Elberfelder Straße. Vieles von dem, was Francis Hüsers und seine KollegInnen vor einem Jahr geplant und präsentiert haben, konnte durch die Corona-Schließung nicht realisiert werden. Manches kommt in der nächsten Spielzeit – dann hoffentlich vor gefüllten Reihen.

Planen für die Ungewissheit

Die Zuversicht bleibt, so habe ich die Stimmung bei der Präsentation der Pläne für die Spielzeit 2020/21 empfunden. Die Theaterleitung versucht, das Beste aus der Situation zu machen, was ganz praktisch bedeutet: die Abos beginnen erst in der zweiten Spielzeit-Hälfte, damit die Abonnenten nach den Sommerferien ihre Gutscheine einlösen können und für die erste Hälfte wurden Inszenierungen ausgewählt, die modular realisiert werden können. Sogar das Programmheft trägt der aktuellen Situation Rechnung: Statt eines gedruckten Heftes, bei dem einzelne Seiten schon nach der Auslieferung überholt sind, gibt es einen Datenkasten. Die Schachtel enthält ein Heftchen mit den grundlegenden Informationen wie Ensemble, Karten, Theaterpädagogik und lose Blätter zu den einzelnen Inszenierungen. Wenn sich etwas ändert, lassen sich diese leicht austauschen – 🙂 ich poste dann gelegentlich in meinem PapierZen-Blog, was man aus den ausgetauschten Blättern falten kann 🙂

Neues im Theaterherbst

Auch wenn die Abonnentinnen und Abonnenten erst wieder nach Weihnachten in den Genuss ihrer festen Abende und Plätze kommen werden, gibt es in der ersten Spielzeit einiges auf der Bühne zu sehen. Es sind einige Wiederaufnahmen dabei, die ihr in der Programmübersicht und im Datenkasten findet, ich habe mir die Premieren bis Weihnachten herausgepickt, alle werde ich nicht besuchen können, schon weil an einem Tag zwei gleichzeitig stattfinden – wohl eher für verschiedene Zielgruppen 🙂

Es geht los am 6. September mit der verschobenen Premiere von „Wenn die Nacht am tiefsten ist“, einer Deutsch-Rock-Punk-Pop-Theater-Party mit Musik u. a. von Ton Steine Scherben, Fehlfarben, BAP, Nena, Rio Reiser, Extrabreit, gesungen u. a. von Vanessa Henning.

Die Opernfans kommen am 12. September auf ihre Kosten, da werden unter der Leitung von Joseph Trafton „Die einsame Insel“ von Joseph Haydn und „Marilyn forever“ von Gavin Bryars gegeben.

Mein persönliches Highlight ist die Premiere „Nathan“ von Gotthold Ephraim Lessing am 26. September – da wollte ich eigentlich nach Gotha fahren, aber Nathan der Weise als „Theater Graphic Novel“ will ich auch nicht verpassen.

Am 3. Oktober ist der erste Abend mit neuem Programm für die Freunde des Balletts, unter dem Titel „Zart“ wird es drei Choreographien von Marguerite Donlon und Francesco Veccione geben mit zwei Uraufführungen.

Eine besondere Inszenierung wird sicher die „Polka für Igor“, die am 3. Oktober Premiere hat, und von Anja Schöne zusammen mit jungen ArtistInnen des Circus Quamboni umgesetzt wird.

Neugierig bin ich auf „Die Blume von Hawaii“, eine Operette von Paul Abraham aus den 1930er-Jahren, deren Premiere am 24. Oktober stattfinden wird.

Und dann kommt der Doppelabend, wobei ich gerade feststelle, dass das „Halloween Spuktakel“ ja bereits um 16 Uhr beginnt und „Ovids Geschichten“ um 19.30 Uhr, da könnte ich den 31. Oktober als Theatertag einplanen 🙂

Das Weihnachtsmärchen in der nächsten Spielzeit wird übrigens „Alice im Wunderland“ sein, Anja Schöne inszeniert den Klassiker von Lewis Carroll, die Musik dazu kommt von Andres Reukauf, Premiere ist am 7. November.

Für die Erwachsenen gibt es ein Weihnachtsmärchen der anderen Art. Am 28. November tritt „Monthy Python’s Spamalot“ unter der Leitung von Steffen Müller-Gabriel auf. „Ein Musical, liebevoll aus dem Film ‚Die Ritter der Kokosnuss‘ zusammengeklaut.“

Am 12. Dezember erzählt „Mädchen wie die“ von Evan Placey „Eine Coming-out-of-the-Cage-Geschichte“, besonders für ein Publikum aus den Klassen 7 bis 11.

Das erste ausgetauschte Blatt habe ich schon verfaltet 🙂 #Datenblattorigami Teil 1

Wie gesagt, das sind nur die Premierentermine der neuen Inszenierungen, dazwischen gibt es Wiederaufnahmen aus dieser Spielzeit und natürlich weitere Aufführungen der neuen Stücke. Und nach Weihnachten – bis dahin fließt noch viel Wasser durch die Volme. Auf der Website des Theaters und im Datenkasten, der an der Elbefelder Straße erhältlich ist, finden diejenigen, die nicht warten können, auch diese Informationen 🙂 Aber wichtig ist, dass ihr nach den Ferien ins Theater geht und in den Ferien ins Theater an der Volme oder zu anderen kulturellen Angeboten, damit Hagen auch 2021 noch ein breites Kulturprogramm haben wird. © Juni 2020 Birgit Ebbert www.birgit-ebbert.de

Online-Datenkasten mit dem Spielzeitprogramm 2020/21