(25.02.2021) Während des ersten Lockdowns im letzten Jahr war ich im Webinar-Rausch und habe viele digitale Angebot genutzt. Als der Schreibtreff nicht im persönlichen Kontakt stattfinden konnte, habe ich einen Blog für die Kids eingerichtet. Inzwischen war die Faszination der digitalen Version realer Formate bei mir eingeschlafen und auf einmal werde ich angefragt für – digitale Präsentationen. Sehr spannend, vielleicht auch für andere.

Videolesung mit einer dritten Klasse

Vor einer Woche hatte ich eine Videolesung mit einer dritten Klasse und zwar als „klassische“ Videokonferenz. Die Kinder saßen zu Hause, die Lehrerin in ihrem Wohnzimmer und ich an meinem Schreibtisch. Ich war sehr beeindruckt, wie souverän die Kinder die Plattform nutzten, manche meldeten sich sogar über die „Meldehand“ des Tools, andere zeigten noch klassisch auf. Die meisten bekamen es gut hin, das Mikro an- und auszuschalten, wenn sie etwas sagen wollten und damit fertig waren. Und sie haben aufmerksam zugehört, ich habe am Anfang eine Frage gestellt, die sie nicht beantworten konnten, daraufhin hat einer gleich mal den Text gelesen und erklärt, dass die Antwort nicht im Text stehe und beim Vorlesen habe ich einmal Anton statt Arian gesagt, schon meldete sich eine Schülerin, um mich zu korrigieren. Da habe ich gleich etwas Neues gelernt, sie meldete sich nämlich mit zwei Fingern, das Signal der Kinder, wenn sie die Erwachsenen auf einen Fehler hinweisen wollen. In der Feedback-Runde am Schluss waren alle begeistert und ein Junge meinte sogar, die Lesung hätte ihm genausogut gefallen wie eine Auge-in-Auge-Lesung). Fasziniert hat die Kinder, dass sie in mein Wohnzimmer schauen konnten, zumal einige Bücher im Hintergrund zu sehen waren. Eine solche Videolesung würde ich immer wieder machen und habe gleich die Lehrerinnen der Klassen, in denen ich im Herbst mit „Grusel & Finster“ war, angeschrieben, ob sie so etwas auch als Gemeinschaftserlebnis für die getrennten Klassengemeinschaften möchten.

Online-Vortrag zum Homeschooling

Und dann hatte ich heute einen Online-Vortrag zum Homeschooling. Die Anfrage kam letzte Woche, aber da derzeit nicht so viele Termine stattfinden wie sonst, konnte ich das einschieben. Der Vortrag war eingebunden in ein Tagesprogramm, für mich schon eine Herausforderung, denn sonst quatsche ich ja und da bin ich nicht immer in der vereinbarten Zeit fertig. Nun war also vereinbart, dass ich ein Input-Referat von 15 Minuten halte und danach 15 Minuten Zeit für Fragen sind. Puh, 15 Minuten sind schon sehr kurz. Deshalb habe ich heute Morgen auf einer Bank im Wald mit Bäumen als Publikum eine Generalprobe abgehalten. Gestern gab es bereits einen Technik-Check, denn mein Bild wurde für die Veranstaltung noch von einem Rahmen überdeckt – ich durfte nicht zu dicht am Bildschirm sein und mein Vortragstitel im Hintergrund nicht zu weit außerhalb. Und dann wollte ich ja auch nicht, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer lesen können, was auf meinen Ordnern steht. Der Ton sollte ja auch zu hören sein. Ich war froh, dass ich im letzten Jahr, als ich das neue Laptop gekauft habe, nicht geknausert habe. So brauchte ich weder eine externe Kamera noch ein externes Mikrofon, obwohl ich zwei Schritte vom Laptop entfernt stand. Was mir in letzter Minute übrigens einfiel, da musste ich über mich selbst lachen, wenn man einen Techniktest in Sockenfüßen macht, sollte man beim Vortrag keine Highheels anziehen Tue ich sowieso nicht, aber es kam mir plötzlich in den Sinn. Auch ohne Highheels ist, fand ich zumindest, alles gut gelaufen. Ok, mein schönes Vortragsschild ist gleich am Anfang heruntergefallen – nachdem es 14 Stunden auf der Leinwand geklebt hatte! Aber nach ersten Rückmeldungen aus dem Unternehmenschat, die die Moderatorin vorlas, sank der Adrenalinpegel dann auch endlich: „Das sind tolle Tipps, die man gut umsetzen kann, auch im Homeoffice.“

Speed-Dating für Schule und Kultur

Ok, bei dem Speed-Dating des Kulturbüros musste ich nichts machen, außer im virtuellen Raum herumzuschlendern und von Gruppe zu Gruppe zu „gehen“, zu hören, was dort erzählt wird, und mich ggf. einzubringen. Immerhin habe ich mit der Mitarbeiterin der Stadtbücherei in der „Cafeteria“ besprochen, wie wir wegen des Schreibtreffs verfahren, der hoffentlich und irgendwie im Aprill starten soll. Schön war, dass ich da die eine oder andere Kulturschaffende und auch Lehrkraft aus Hagen mal wiedergesehen habe und wir zusammen gelacht haben. Außerdem habe ich eine neue Plattform kennengelernt, die mir gut gefallen hat. Mal sehen, ob mir dazu ein Projekt einfällt

Zusammen mit dem, was ich im letzten Jahr in den Webinaren gelernt habe, fühle ich mich auf jeden Fall gewappnet für digitale Projekte, sicher geht noch mehr und ich könnte noch mehr lernen, aber vielleicht ergibt sich ja eine Aktion, bei der ich einen Anlass habe, das auszuprobieren. Jetzt lehne ich mich mal zurück in dem Gefühl, dass ich auch Videolesungen, digitale Vorträge und Netzwerken im digitalen Raum kann © 2021 Dr. Birgit Ebbert www.birgit-ebbert-blog.de

Und hier ist noch ein Nachtrag in Sachen digitales Pandemie-Leben 🙂

Ich hatte das Gefühl, dass ich in einer Woche die kompletten Möglichkeiten der digitalen Kommunikation erlebt hatte 🙂 Wenn ich es recht bedenke, könnte manches davon ruhig auch über die Pandemie hinaus bleiben. Damit ich diesen Gedanken nicht vergessen, habe ich die Vielfalt für mich und alle, die neugierig sind, zusammengetragen. Mein zusätzliches Fazit, selbst bei den professionell durchgeführten Online-Events gibt es Pannen, also keine Angst vor eigenen Experimenten.

Meine digitale Woche

Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich schreibe nicht mit der Hand und ich schaue auch nicht jedes Wort in Büchern nach. Wenn ich ehrlich bin, bin ich fast immer online Aber ich kommuniziere über E-Mail, Chat oder Telefon. Videokonferenzen oder Live-Übertragungen sind eher selten.

Am Mittwoch aber durfte ich an einem Meeting teilnehmen, bei dem sich MitarbeiterInnen eines Kulturprojektes in NRW online ausgetauscht haben. Ohne lange Anfahrt konnte ich mit Menschen aus dem ganzen Land kommunizieren.

Und weil ich gerade so schön drin war, habe ich mich für Donnerstag eingeschlichen in eine Online-Veranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer, in dem ein Game für die Grundschule präsentiert wurde. In dem Game erleben Kinder, was hinter den Kulissen eines Theaters präsentiert. Auch hier war es spannend zu sehen, wie die teilnehmenden Lehrkräfte das Spiel einschätzten und welche Ideen sie zum Einsatz in den Unterricht entwickelten.

Am Freitag haben mein Laptop, mein Smartphone und ich ausprobiert, ob zumpad funktioniert, damit wir am Samstag damit arbeiten können.

Genau, Samstag fand nämlich das erste Treffen der Schreibkids aus meinem Schreibtreff statt. Bist zur Pandemie und auch im September haben wir uns live getroffen oder ich hatte in einen Blog Schreibinputs gestellt.

Sonntag habe ich an einer sehr gelungenen Online-Vernissage vom Kunstmuseum Bonn rund um Papierfalten teilgenommen, das war auch via WWW eine inspirierende Veranstaltung.

Montag fand eine Einarbeitung in einen neuen Auftrag statt, über den ich dann irgendwann mal etwas schreiben werde

Und dann der Dienstag, an dem ich zwischendurch diesen Beitrag begonnen habe. Mittags hatte ich ein Auftragsbewerbungsgespräch via Zoom, dabei habe ich wieder eine neue Variante erlebt, wie man diese Plattform nutzen kann.

Consumer Goods Digital Day

Nach dem Akquisegespräch habe ich mich in den Consumer Goods Digital Day eingeklinkt, den die Frankfurter Buchmesse als Ersatz für die Frühjahrsmessen Paperworld, Christmasworld, Creativeworld und Ambiente durchgeführt hat. Die Kurzvorträge, Key notes, sagt man ja wohl heute , und Workshops beschäftigten sich vor allem mit Fragen des stationären Handels. Ich habe mich dort reingeschaltet, wo es um Trends, E-Commerce und Social Media ging. So habe ich einen Eindruck von den aktuellen Themen in dem Bereich bekommen – immerhin habe ich mich schon vor über 20 Jahren mit dem Thema E-Commerce beschäftigt, wie mir gestern wieder einfiel. Einerseits hat sich unglaublich viel getan. Andererseits fühlte ich mich darin bestätigt, dass sich die Mechanismen und teilweise auch Methoden im Kern nicht geändert haben. Wie eine Referentin es so schön sagte: Vermutlich gab es schon in den Anfängen der Menschheit Empfehlungen, nicht für Produkte im heutigen Sinne, aber für wohlschmeckende oder ungenießbare Beeren. Was ich mit den vielen kleinen Inputs mache, weiß ich noch nicht, aber es gärt in mir.

Am Ende der digitalen Woche steht – bei allem Negativen, das die Pandemie  mit sich bringt – die Freude über die die vielen Erfahrungen, die als User und Initiator von digitalen Angeboten gerade möglich sind.

Nach all diesen virtuellen Inputs hatte ich heute noch eine Idee für ein digitales Angebot, da werde ich stöbern, ob es so etwas schon gibt, ich werde berichten 🙂 © Dr. Birgit Ebbert www.birgit-ebbert-blog.de