(02.12.2020) Mir kommt es so vor, als seien die beiden Workshops in den Herbstferien Monate her, dabei waren erst vor einem Monat die Abschlussveranstaltungen! Aber diese Zeit ist irgendwie anders. Deshalb war es wunderbar, dass in den Herbstferien der Kulturrucksack-Workshop „Die StadtEntdecker“ und das Schreibland „Hasper Geschichten 2.0“ stattfinden konnten – beide mit jeweils acht Kindern und Jugendlichen, die Freude am Schreiben haben.

Kulturrucksack „Die Stadtentdecker“

Der Workshop im Rahmen des Kulturrucksacks war in diesem Jahr ein Dauerbrenner – für die Stadtbücherei Hagen und mich. Ende letzten Jahres hatten wir die Idee, zu der ich in Gotha inspiriert wurde, konzipiert und der Antrag wurde gestellt. Und dann kam Meister C. – ihr wisst schon. Als klar war, dass bis Ende September keine Veranstaltungen in der Bücherei an der Springe stattfinden dürften, musste eine neue Idee her. Also haben wir alles neu konzipiert, um den Workshop digital durchzuführen. Aber daran hatten weder Kinder noch Eltern Interesse, was ich verstehe. Ich war anfangs digital-euphorisch, aber inzwischen ist das auch sehr abgeflaut. In den Herbstferien dann ein neuer Versuch – mit Masken & Abstand. Da gingen die Zahlen in Hagen bereits in die Höhe, sodass wir weniger als geplant in der Stadt unterwegs waren. Manchmal musste ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer raustreiben, damit wir alle einmal kurz ohne Maske übers Elbersgelände streunen konnten. Trotz der besonderen Bedingungen waren die Kids sehr aktiv. Das Ziel war ja, die Basis für einen Stadtführer von Kindern für Kinder zu schaffen. Die Bandbreite dessen, was die Kids interessant und wertvoll für den Stadtführer fanden, war breit – von den Hagener Wäldern (über die wir kaum Informationen fanden) über die Medien-Einrichtungen wie Kino und Bücherei bis zu Denkmälern, Museen und den Stolpersteinen war alles dabei. Die Dokumentation des Workshops ist auf der Seite vom KulturRucksack NRW nachzulesen!

Special „FreilichtmuseumEntdecker“

In der ursprünglichen Konzeption sollte das Freilichtmuseum einen größeren Raum einnehmen, als jetzt möglich war. Aber an einem Tag war ich eben doch mit zwei Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei und den Kids im LWL-Freilichtmuseum – auch hier unter erschwerten Bedingungen, wir durften immer nur in kleinen Gruppen, eine Erwachsene und drei Kinder, unterwegs sein. Aber auch das hat geklappt und am Ende hatten wir zusätzlich zu den Sehenswürdigkeiten in Hagen eine Liste von Gebäuden im Freilichtmuseum, die früher in Hagen standen. Das war meine Recherche-Aufgabe! Es gibt im Museum am Mäckingerbach so viel zu sehen, das geht an einem Tag nicht. Und was soll nachher in einen Stadtführer? Ich fand es spannend, herauszufinden, welche der alten Häuser früher woanders in Hagen standen. Und wer weiß, vielleicht ist es in einem anderen Workshop möglich, die ursprünglichen Standorte aufzusuchen oder ich mache eine Rundtour mit der Kamera. Das war jedenfalls ein toller zusätzlicher Tag in dem Projekt, der auch den Kindern Spaß gemacht hat.

Schreibland „Hasper Geschichten 2.0“

Der Stadtentdecker-Workshop war in der einen Ferienhälfte, in der anderen Hälfte war der Schreibland NRW-Workshop „Hasper Geschichten 2.0“ bzw. die Workshops fanden teilweise abwechselnd statt – Braingym, wie man heute sagt, für mich: Jeden Morgen musste ich überlegen, wo ich erwartet werde, in der Bücherei an der Springe, in der Bücherei im Torhaus oder im Freilichtmuseum Da wir in unserem Stadtführer für Hagen nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Außenbereiche vorstellen möchten, gab es zwischen den Workshops durchaus Parallelen. Auch in Haspe haben wir gesammelt, recherchiert und Plakate erstellt zu Sehenswürdigkeiten in Haspe. Darüber hinaus haben die Mädchen dort aber Hasper Geschichten geschrieben, Geschichten aus Haspe und über Haspe und ein Mädchen hat gleich eine neue Leitfigur, den Hasper Esel, lebendig werden lassen. Auch in Haspe haben wir den Stadtteil erkundet, wegen der neuen Corona-Beschränkungen musste leider die Führung im Brandt-Zwiebackmuseum ausfallen, aber sobald die wieder möglich ist, das habe ich versprochen, werde ich versuchen, eine Spezialführung für die Kids zu organisieren. Natürlich taucht das Museum trotzdem auf einem der Plakate für den Stadtführer auf, ich hatte es doch mit Fast-Profis zu tun und die finden immer irgendwo Informationen. Mit Büchern und Internet geht ja viel.

StadtEntdecker-Ausblick

Wir hoffen sehr, dass im nächsten Jahr wieder mehr möglich sein wird – auf jeden Fall soll es ein Schreibland-NRW-Pendant zu Haspe in der Stadtteilbücherei in Hohenlimburg geben und vielleicht auch in den Sommerferien einen Workshop, um die letzten Specials zu schreiben und vielleicht sogar bei der Redaktion des Stadtführers Hand anzulegen. Denkbar ist viel, es ist eine Frage, was möglich sein wird. Aber die Erinnerung an die zehn Tage in den Herbstferien 2020 bzw. fünf Tage aus der Sicht der Kinder kann uns schon keiner nehmen. Und die Schreibergebnisse auch nicht!