(27.11.2020) Seit ich in Hagen lebe, kommt immer mal wieder das Gespräch auf den Märchenwald in Hohenlimburg. Anfangs dachte ich ja noch, es sei eine aktuelle Ausflugsattraktion, bis ich erfuhr, dass es sich um einen ehemaligen Märchenwald handelt. Ich habe mir vorgenommen, dem mal nachzuspüren, aber wie das so ist, es kamen andere Themen und der Märchenwald geriet in Vergessenheit.

Vom Märchenwald zum Wunderland

Das änderte sich schlagartig, als Mona Stöcker bei Facebook Fotos von der Reaktivierung des Märchenwaldes postete. Ich erinnere mich noch, dass ich ihre Suche nach Baumaterial gleich geteilt habe. Inzwischen ruhen die Arbeiten, die Mona Stöcker mit einigen Freundinnen und Freunden so enthusiastisch während des Lockdowns begonnen hat. Zugezogene Nachbarn haben Beschwerde gegen die Baumaßnahmen eingereicht. Da fehlen selbst mir die Worte, statt sich über das Engagement zu freuen, das doch allen zugute kommt, nörgeln und nach Möglichkeiten suchen, einen Baustopp zu erwirken. Ich bin ja ein Fan von Hagen, aber in solchen Momenten fallen mir all die Erlebnisse ein, die ich in einer Datei namens „Hagenda – Hagen, das wahre Schilda“ gesammelt habe. Aber vielleicht haben die Nachbarn, wie in vielen Fällen von Unstimmigkeiten unter angrenzenden Grundstücken, nie ernsthaft nachgefragt, was die Gruppe mit dem Grundstück geplant hat. Oft stricken sich Menschen ihre eigene Geschichte aus Gehörtem zusammen, dabei hat Mona mehrfach erwähnt, dass dieses Gelände wahrscheinlich niemals mehr vollständig öffentlich wird. Was auch wieder traurig wäre, aber vielleicht eine Gesprächsbasis zwischen den Parteien. Zum Glück ist der Großteil der Einheimischen sehr hilfsbereit. Die Freunde hoffen auf eine vernünftige Einigung mit der Stadt und darauf, dass nicht wieder ein Kulturgut mit der Witterung dem Erdboden gleich gemacht wird. Und ein Kulturgut ist der Märchenwald, der über viele Jahre etwas Besonderes in Hagen bzw. Hohenlimburg gewesen ist, in der Dezember-Ausgabe 2004 von „Junges-Altes-Hagen“ habe ich den Hinweis entdeckt, dass dort sogar mindestens zehn Jahre ein Weihnachtsmarkt stattgefunden hat!

Als der Märchenwald Ausflugsziel war

Alte Postkarte von 1960 – commons.wikimedia

Das nebenstehende Foto (aus dem Archiv Bärwinkel, zur lizenzfreien Nutzung veröffentlicht unter commons.wikimedia) zeigt eine Postkarte aus dem Jahr 1960, der Märchenwald sei 1952 eröffnet worden, fand ich in einem Beitrag des Heimatvereins Hohenlimburg. Leider finde ich im Internet keine Informationen außer der, dass der Märchenwald 2007 beim Sturm Kyrill zerstört wurde und der Betreiber Insolvenz anmelden musste. 1960 jedenfalls gab es noch einen Märchenwald mit Tier- und Märchengruppen, einem Kinderspielplatz und Kinderzoo sowie einem Naturgarten unter 100-jährigen Buchen mit 800 Sitzplätzen für Gesellschaften. Entdeckt habe ich noch diesen Beitrag, zwar wird der Ort nicht erwähnt, allerdings würde sonst der Link nicht passen. Da würde mich interessieren, ob das Fotos der früheren Figuren in dem Märchenwald sind. (Quelle: commons.wikimedia). 2010 wurde in dem Restaurant, das zum Märchenwald gehörte, die private Kita Märchenwald eröffnet. Das Gelände dahinter lag brach, bis es zunächst Haus Hohenlimburg mit Jugendlichen aufräumte und jetzt Mona Stöcker mit ihrer Crew weiterarbeiten wollte. Auf Instagram kann man die Entwicklung verfolgen, wenn es denn hoffentlich doch weitergeht.

Ein Spezial-Shooting im Märchenwald

Am 31. Oktober war ich eingeladen, Mona und ihr Märchenwald-Team in Halloween-Outfit im Märchenwald zu fotografieren. Nun weiß ich endlich, wo sich diese Location befindet, und bin ganz verliebt in die kleinen Häuschen, die – wie ich in einem alten Stadtanzeiger-Artikel las – Feenhäuschen genannt wurden. Das ist doch der Stoff, aus dem Romane sind. Mal sehen, was mir dazu einfällt, ich will ja eigentlich keine Krimis mehr schreiben. Aber die Geschichte schreit ja förmlich danach Und die Fotos sind eine schöne Inspiration, oder? Herzlichen Dank für die Foto-Gelegenheit und die Erlaubnis, die Fotos zu posten. © 2020 Dr. Birgit Ebbert www.birgit-ebbert.de