(16.11.2021) Heute hatte ich meinen ersten Falt-Schreib-Workshop rund um die beiden Faltfiguren „Flutsch“ und „Putsch“ und ich bin noch immer geflasht. Das war so schön, die Drittklässler haben so toll mitgefaltet und geschrieben. Hach!

Meine Faltfiguren Flutsch & Putsch

Doch von vorne – seit einem Jahr biete ich im Rahmen des Projektes „Kulturstrolche“ in Hagen den Workshop „Flutsch & Putsch“ an. Ich hatte schon lange die Idee, Schreiben und Falten in einem Workshop zu verbinden. So habe ich mir zwei Figuren ausgedacht, die relativ leicht zu falten sind und die Raum für Kreativität lassen. Deshalb auch die Fantasienamen, schließlich sollten die Kinder frei entscheiden können, ob es sich um Tiere oder andere Wesen handelt.

Ok, ich hatte beim Erfinden schon einen Fisch im Kopf, den ich dann Flutsch nannte, und einen Punkt, der den Namen Putsch bekommen hat. In dem Workshop habe ich den Kindern zunächst Flutsch gefaltet, dann haben wir Ideen gesammelt, was Flutsch erleben könnte, ehe die Kinder Putsch gefaltet haben. Das Ganze habe ich eingebettet in einen Bericht darüber, wie ich Bücher schreibe, zuerst denke ich mir Figuren aus und manchmal suche ich sogar Fotos dazu im Internet und dann kommt die Geschichte. Das ist zwar nicht immer so, aber für den Ansatz in diesem Workshop passte das gut.

Der Workshop in einer dritten Klasse

Während die Kinder nach der Pause noch frühstückten, habe ich ihnen erzählt, was ich arbeite – als ich das ankündigte, fragte ein Schüler: „Erzählen Sie Ihre ganze Lebensgeschichte“ Soweit ging es dann nicht, aber ich habe berichtet, weshalb ich immer Autorin werden wollte. Nach dem Frühstück ging es dann an die Figuren – als ich wissen wollte, welche der beiden Figuren wohl Flutsch und Putsch sein sollten, haben die Kinder gleich richtig gelegen – weil Flutsch wie ein Fisch aussieht Nach dem Falten stellte sich heraus, dass es auch ein Frosch sein könnte. Nachdem alle Flutsch ein Gesicht gemalt hatten, haben wir erste Ideen für Geschichten gesammelt. Als Putsch gefaltet war, haben wir noch gerätselt, dass er oder sie ein Freund oder eine Freundin, aber auch ein Bösewicht sein könnte. Danach ging es los mit Schreiben.

Die Geschichten der Kinder

Der Workshop endete damit, dass die Kinder sich vorne auf den Lesestuhl setzen durften und ihre Geschichte vorlesen. Die meisten Kinder haben sich fast den Arm ausgekugelt, weil sie sich so eifrig meldeten. Hier muss ich einen kleinen Einschub machen, fast alle Kinder in der Klasse haben einen Migrationshintergrund, sie kamen aus Italien, Polen, Albanien, Kosovo, Afrika, Syrien, Türkei, ach, jetzt habe ich die Nationalitäten vergessen, aber es waren mindestens zehn. Fast alle Kinder haben vorgelesen, auch diejenigen, die vorher noch nie etwas vor der Klasse gelesen haben. Was sehr schön war, dass die anderen Kinder das durch einen besonders langen Applaus belohnt haben. In den Geschichten waren Flutsch und Putsch Fische, Puppen, Ritter, Könige und Königinnen, seltsame Wesen, manchmal Freunde, manchmal Feinde, und manchmal bekamen sie sogar neue Namen wie Flutschi und Putschi oder Flotpok. Eine wirklich tolle Veranstaltung mit einer Klasse, dir mir wirklich aufgefallen ist, weil alle so aufmerksam waren und so wertschätzend den anderen Kindern gegenüber, woran die tolle Lehrerin sicher einen großen Anteil hat. © 2021 Dr. Birgit Ebbert