(28.10.2020) Manche Dinge begegnen einem mehrmals im Leben und manchmal auf kuriose Art neu. Um das zu verstehen, muss ich etwas ausholen. Ich habe schon immer gerne Schokolade gegessen und als meine Schwester irgendwann mit Gepa-Schokolade Noisette um die Ecke kam, war ich angefixt. Zum Glück gab es im Supermarkt in Echterdingen, wo ich damals lebte, im Schokoladenregal auch Gepa-Schokolade. Doch dann bin ich nach Bochum umgezogen und in dem Supermarkt um die Ecke gab es die Schokolade nicht, sodass ich zwangsläufig eine neue Lieblingsmarke fand und Gepa in Vergessenheit geriet. Dabei wusste ich doch, dass Gepa-Schokolade nicht nur lecker ist, sondern fair gehandelt wird, sprich: Beim Kauf dieser Schokolade habe nicht nur ich den Schokoladengenuss, sondern alle Menschen, die an der Produktion beteiligt sind, werden fair und respektvoll behandelt.

Nun ist mir die Gepa-Schokolade wieder begegnet – allerdings garantiert kalorienfrei! In der Buchbinderei meiner Freundin Eileen Gründer nämlich, die – mit Erlaubnis von Gepa natürlich – aus den Pappverpackungen der Schokolade zauberhafte Schoko-Notizblöcke herstellt – aus Umweltschutzpapier natürlich. Eine tolle Idee, finde ich, weil man die Blöcke wunderbar verschenken kann. Wenn ich also jetzt eine Tafel Gepa-Schokolade kaufe, unterstütze ich nicht nur mich , den fairen Handel, sondern tue noch etwas für die Umwelt und sorge dafür, dass die Buchbinderei Gründer weiterexistieren kann. Wenn das keine Win-Win-Win-Win…-Situation ist!

Gepa und der Faire Handel

Gepa wurde bereits 1975 gegründet, ich überlege, ob mir das in meiner katholischen Jugendarbeit nicht doch schon begegnet ist, könnte sein, den die Gründungsorganisationen waren kirchliche Entwicklungs- und Jugendorganisationen. Die Ziele waren von Anfang an, die ProduzentInnen von Lebensmitteln wie Kaffee oder Kakao in den südlichen Ländern der Welt nachhaltig zu unterstützen, die KonsumentInnen der importierten Produkte über die Entstehungsbedingungen und Fördermöglichkeiten im Alltag aufzuklären und die ungerechten Welthandelsstrukturen zu durchbrechen und konkret zur Veränderung beizutragen. Ich befürchte, dass noch immer viele Menschen nichts mit der Marke „Gepa“ anfangen können, aber ich habe mir vorgenommen, einmal öfter ins AllerWeltHaus um die Ecke zu gehen und dort meine Schokoladen-Vorräte aufzufüllen.

Das AllerWeltHaus in Hagen

In Stuttgart war es kein Problem, beim Wochenendeinkauf statt anderer Schokolade Gepa-Schokolade mitzunehmen. Das ist in Hagen-City schon anders, möglicherweise würde ich in den großen Supermärkten fündig, aber ich habe festgestellt, dass es umweltfreundlicher ist, wenn ich zu Fuß zum Supermarkt um die Ecke gehe, als mit dem Auto durch die Stadt zu kurven. Deshalb war ich froh, als mich Eileen Gründer darauf hinwies, dass es doch im Weltladen des AllerWeltHauses Gepa-Schokolade gibt. Die Hagen-Schokolade hatte ich ja schon probiert, aber seit einer Schokoladenprobe in der Buchbinderei habe ich eine neue Lieblingsschokolade. Und ich weiß jetzt, dass mir im Suchtfall auch sonntags der Mitarbeiter des Cafés eine Dosis verkaufen würde Die Wurzeln des Allerwelthauses reichen im Übrigen auch in die 1970er-Jahre, die Einrichtung hat sich aus einem Dritte-Welt-Laden in Haspe Ende der 1980er-Jahre entwickelt. Die Arbeit des AllerWeltHauses, das sich dem Frieden, dem Zusammenwachsen der Welt zu einer Gemeinschaft und der Nachhaltigkeit verschrieben hat, besteht aus drei Bereichen. Dem Weltladen mit Lebensmitteln, u. a. Gepa-Schokolade , Spielzeug, Kleidung und Dekoartikel aus fairem Handel, dem Café Mundial, das mit seinen veganen Mahlzeiten immer mehr Besucher anzieht, und den Kulturangeboten wie Konzerte, Vorträge, Lesungen, Workshops und Ausstellungen, die Facetten der Themen des AllerWeltHauses präsentieren und/oder zur Diskussion stellen.

Buchbinderei Gründer

Und dann ist da noch die Buchbinderei Gründer, die mich mit wunderschönen Notizblöcken an die Gepa-Schokolade erinnert hat. Eileen Gründer ist Handwerksbuchbinderin und seit gut zehn Jahren selbstständig in Hagen – in einer Werkstatt, deren Wurzeln bis in die 1950er Jahre reichen. Da gab es Eileen allerdings noch nicht und sie hat ihre Vorgänger auch nicht kennengelernt. Die Maschinen allerdings sind teilweise noch aus den Anfängen, weil sich an der Basis der Handwerksbuchbinderei nicht soooo viel geändert hat. Trotzdem findet man in der Buchbinderei Gründer viele schöne und ausgefallene, moderne und pfiffige Designs bei Notizbüchern, Fotoalben, Buchumschlägen, Sammelmappen und eben Notizblöcken wie denen aus den Schachteln der sehr leckeren Gepa-Schokolade. Wer also kalorienfreie Schokolade verschenken oder selbst haben möchte, wird hier fündig. In der Buchbinderei Gründer (Hindenburgstraße 13, Hagen) direkt oder in dem Shop bei Kasuwa!