(08.01.2021) „Homeschooling“ ist zwar nicht das Wort des Jahres geworden, aber vielleicht wird es noch das Unwort, weil viele damit so viele negative Erlebnisse verbinden. Während im zweiten Quartal 2020 die Schulen bundesweit geschlossen waren, verging kein Tag, an dem nicht jemand über die Schule zu Hause klagte und manche erinnerten sich daran, dass ich ja auch Lernbegleiterin bin. Als daher der Schulwerkstatt-Verlag anfragte, ob ich Zeit und Lust hätte, einen kleinen Ratgeber zu dem Thema zu schreiben, habe ich nach kurzem Zögern zugesagt. Gezögert habe ich vor allem wegen des angedachten Zeithorizonts, aber irgendwie geht es immer und am Ende war das Manuskript nach einem Schreib-Marathon sogar vor dem vereinbarten Termin fertig. Ich gebe zu, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass das Thema in diesem Jahr gleich wieder aktuell sein würde.

Die Wiederentdeckung des Homeschooling

Ich habe das Projekt gerne übernommen, weil ich da meine Erfahrungen und Kenntnisse in der Lernbegleitung auf eine neue Situation herunterbrechen konnte. Ich habe vor Jahren bereits Seminare für die Lernbegleitung in Ganztagsschule und OGS gegeben, das schlief dann leider ein. Jetzt zusammenzustellen, was die Lernbegleitung zu Hause unter diesen besonderen Bedingungen erleichtern kann, fand ich spannend. Ich habe das Projekt aber auch übernommen, weil mich fasziniert, dass ein Gedanke, über den es bereits vor 14 Jahren ein ganzes Buch gab – mit einem Beitrag von mir, jetzt endlich in der Bildungspolitik und Schulverwaltung ankommt. Wen es interessiert, das Buch heißt „Homeschooling – Tradition und Perspektive“, 2006 herausgegeben von Ralph Fischer und Volker Ladenthin im Ergon Verlag. Ich liebe es, wenn sich Kreise schließen, diesen habe ich mit dem „Ratgeber Homeschooling & Co. Eltern als Lerncoach“ geschlossen. Dabei konnte ich übrigens auch auf Erfahrungen eines Seminars zum Thema „Eltern als Lerncoach“ zurückgreifen, das ich vor Jahren für die VHS Hagen konzipiert habe. Ich erwähne das, weil ich selbst verblüfft bin, was ich schon gearbeitet habe

Zum Ratgeber Homeschooling & Co.

Die Idee zu dem Buch, das als E-Book und Hörbuch erschienen ist, hatte Stephan Schampaul. Er hatte sich im zweiten Quartal mit seiner Frau bei der Begleitung des Homeschooling des Kindes abgewechselt. Dabei hatten sie auch nach Tipps im Internet gesucht und so wenig gefunden, dass er einen solchen Ratgeber herausgeben wollte. In solchen Momenten ist es praktisch, wenn man einen Verleger kennt, in diesem Fall Clemens Muth, der in seinem Schulwerkstatt-Verlag ohnehin Materialien zur Lernbegleitung veröffentlicht. Einige dieser Materialien habe ich geschrieben, u. a. „33 Tipps für den Schulübergang“, und so landete die Anfrage per SMS bei mir Nach einem Treffen mit Stephan Schampaul war bald klar, wie das Buch aussehen würde. Ziel des Ratgebers ist, den Eltern konkrete Tipps an die Hand zu geben, wie sie auch in einer kleinen Wohnung einen Lernplatz schaffen können oder wie das Zeitmanagement erfolgen kann, andererseits wollten wir den Eltern auch Mut machen, gelassen mit der Situation umzugehen und sich und ihr Kind nicht zu überfordern und ggf. die Aufgaben zwischen Profi-Lehrkräften und Eltern-Lernbegleitung mit den Fachkräften zu besprechen. Ich finde, es ist eine nützliche Handreichung geworden, praxisbezogen und verständlich, manche werden manches kennen, aber ich glaube, dass für jede und jeden auch noch etwas Neues enthalten ist. Und wer lieber hört statt liest oder wem die Zeit fürs Lesen fehlt, der kann sich das Hörbuch anhören. Bis jetzt gibt es das Buch ohnehin als E-Book und Hörbuch, weil mit jedem Schreibtag klarer wurde, dass das Thema Homeschooling nicht so schnell vom Tisch sein würde.

Birgit Ebbert/Stephan Schampaul (Hrsg.): Ratgeber Homeschooling & Co. Eltern als Lerncoach. Schulwerkstatt Verlag 2020

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