(06.01.2022) In einer Talkshow während eines Shutdowns meinte Elke Heidenreich bei Markus Lanz: „Man erlebt nichts im Moment“, deshalb habe sie halt ein neues Buch mit Geschichten geschrieben. Als ich am nächsten Morgen im Wald unterwegs war, musste ich an die Bemerkung denken. Ich traf einige meiner Corona-Bekannten, Menschen, die ich erst seit Corona im Wald begegne, grüße und mit denen ich gelegentlich ein paar Worte wechsle – ok, diesen Beitrag habe ich im September 2020 geschrieben, aber ich habe festgestellt, dass ich schon jetzt vieles aus den Pandemie-Jahren vergessen habe, dabei war manches wirklich erinnernswert 🙂

Zollgebühren

Und ich ging ein Wegstück zusammen mit einer Frau und ihren beiden Hunden. Dabei erfuhr ich, wann und warum die Regelungen für das Freilaufen der Hunde verschärft wurde, dass Hundebesitzer, die vorher keinen Hund hatten, einen Sachkundenachweis ablegen müssen, es dafür eine spezielle Nachhilfe gibt und sich trotzdem viele Menschen nicht halten. Das Gespräch endete, als wir am Ende des Weges einen Spaziergänger mit Hund sahen. „Den Hund kennen wir schon“, sagte meine Begleiterin und kramte eine Tüte mit Hundeleckerli hervor. „Jetzt muss ich Zollgebühren zahlen“, erklärte sie mir. Die Übergabe der Gebühren habe ich nicht mehr verfolgt, allerdings kam mir der „Zollhund“ in großem Tempo entgegen 🙂

Bartschneiden am Teich

Ich habe nicht alle Erlebnisse notiert, was ein Fehler war, wie ich jetzt feststelle. Vielleicht hätte ein Verlag doch auch von einer Autorin, die nicht durchs Fernsehen bekannt ist, Kurzgeschichten abgedruckt, die sind nämlich sonst nicht zu „verkaufen“. Einige Erlebnisse habe ich schon in dem Blogbeitrag „Spazieren gegen Corona-Blues“ geschildert. Woran ich mich immer gerne erinnere, weil es so kurios war, ist der Mann, der sich den Bart stutzte. Von weitem fragte ich mich, welche Sportart er wohl ausüben könnte, weil er sich seltsam verrenkte. Aus der Nähe entdeckte ich dann, dass auf der Bank ein Spiegel lag und er versuchte, mit einer kleinen Schere seinen Bart zu stutzen. Ich habe ihn nicht angesprochen, ich glaube, er hat zeitweise im Park übernachtet und das war Teil seiner Morgentoilette – ich wollte auch nicht, dass man mir ins Zähneputzen quatscht.

Inspiration am Wegesrand

Wenn ich länger nachdenken würde, kämen mir sicher noch außergewöhnliche Erlebnisse und schöne Gespräche in Erinnerung. Aber die Weihnachtserinnerungen warten, deshalb sind hier nur noch einige Fotos von Fundstücken am Wegesrand, die ich sicher irgendwann für Geschichten verwenden werde. Ich finde: Erlebnisse sind eine Frage des Blicks und der Einstellung.