(11.06.2022) Gestern war ich endlich wieder auf der Didacta und war erfreut, überrascht, inspiriert und am Ende des Besuches nicht so erschöpft wie in früheren Jahren. Als ich vor dem Eingang stand, wusste ich, was mir in den letzten Jahren auch gefehlt hat: Messen. Ich liebe Messen, seit der Besuche von Verbrauchermessen in meiner Kindheit.

Mein Fazit zur Didacta

Mein emotionales Fazit: Es war wunderbar, endlich mal wieder durch Messehallen zu schlendern und hier und da zu gucken, zu sprechen und Anregungen aufzunehmen.

Mein fachliches Fazit: Es hat mich doch überrascht, wie sich die in den letzten Jahren nötige digitale Entwicklung in den Hallen zeigte. Das wurde besonders deutlich, weil einige der großen Schulbuchverlage, die sich früher mit einem großen Stand präsentierten, nicht vertreten waren. So entstand der Eindruck, dass Bücher überholt sind, das stimmt mich als Autorin etwas wehmütig, obwohl wenn ich ein absoluter Fan digitaler Möglichkeiten bin. Auch die kreativen Stände, an die ich mich von den Besuchen in den 20 Jahren vorher erinnere, fehlten. Ich habe einen Gitarrenspieler gesehen, ansosnten war ich froh, dass ich wenigstens am Stand einer Schule und einer Stiftung Papiermodelle entdeckte. Ebenfalls erstaunt war ich darüber, dass gleich mehrere private Betreiber von Kindertagesstätten mit Ständen vertreten waren, hingegen habe ich keine der klassischen Nachhilfeschulen entdeckt.

Meine Entdeckungen und Inspirationen

Trotz oder vielleicht auch wegen der neuen Zusammensetzung habe ich einige interessante Gespräche geführt. Jetzt weiß ich zum Beispiel, was es mit der Software „Anton auf sich hat, die mir ein Erstklässler kürzlich vorgeführt hat, und dass es den LÜK-Kasten aller digitalen Veränderungen weiterhin gibt, nun auch in pink und blau! Sogar ein neues Lernspielsystem habe ich entdeckt, das mir allerdings eher vorkam wie eine Kombi aus zwei bereits seit Jahren bestehenden Produkten – aber das spricht dafür, dass solche Systeme genutzt werden, vielleicht kriegt mein LEMMA-System ja auch irgendwann eine zweite Chance 😊

Eine Idee, die ich schon seit Jahren habe, fand ich tatsächlich bei Pelikan realisiert – einen Schulstartkalender nach dem Prinzip des Adventskalenders. Es gibt für die letzten zwei Wochen vor dem ersten Schultag ein Türchen und dahinter verbergen sich diverse Dinge aus dem Unternehmenssortiment, die ein Kind für den Schulstart braucht. Ja, ich weiß, es gibt wichtigere Dinge, aber mir hätte es als Kind gefallen und auf diese Weise wird dem ersten Schultag, der einer der größten Einschnitte in unserem Leben ist, der Tribut gezollt, der ihm gebührt.

Die meiste Zeit habe ich am Stand des Deutschen Kita-Preises verbracht – nicht, weil die Mitarbeiterinnen mit nicht kurz und knapp erklären konnten, was es mit dem Preis auf sich hat, sondern weil ich kürzlich mit einer Kita-Leiterin zu tun hatte, die in diesem Jahr eine der Gewinner-Kitas in der Kategorie „Verbünde“ leitete. Dieser Preis ging in diesem Jahr an die Familienzentren im Arnsberger Modell, von denen ich in den letzten Jahren einige besucht habe. Deshalb habe ich auf das entsprechende Foto für diesen Beitrag gewartet 😊 Immerhin habe ich nebenbei erfahren, dass der Deutsche Kita-Preis, der 2022 zum fünften Mal vergeben wurde, ein Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ist, für die ich vor einigen Jahren Projektberichte aus Modellkitas geschrieben haben. Schrieb ich schon einmal, dass ich solche Schleifen liebe, die zeigen, wie klein die Welt ist?

Dank der Papierkraniche, die am Stand lagen und hingen, kam ich ins Gespräch über das Projekt „Digitale Drehtür“. Eine interessante Initiative zur individuellen Förderung, nicht nur, aber vor allem für Kinder, die Lust auf mehr Input haben und Spaß daran, neue Potenziale zu entdecken und einzusetzen. Das könnte auch ein Angebot für die Förderung hochbegabter Kinder in der Regelschule sein, da bin ich gespannt, derzeit nehmen 100 Projektschulen teil und die Arbeit dort wird evaluiert. Die Förderung erfolgt digital, entweder arbeiten die Kinder alleine oder in einer Gruppe mit Kindern aus ganz Deutschland, die dieselben Interessen haben, in einer moderierten Videokonferenz. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der Evalution.

Das nächste, was mich an einen Stand gelockt hat, war ein Dinosaurier – da war ich von mir überrascht, weil mich Dinos noch nie besonders interessiert haben. Vielleicht eine Nachwirkung der Rätselblöcke, die im Sommer erscheinen werden und für die ich Rätsel rund um Dinosaurier erfinden musste 😊 Aber ich war froh, dass mich der Dinosaurier angelockt hat, weil ich so erfahren habe, dass es in Münchehagen einen Dinopark gibt und wie ausgefeilt die museumspädagagogischen Angebote dort sind – wäre ich Lehrerin und wohnte ich in der Nähe, ich würde meine Schulklassen jedes Jahr dorthin führen 😊 Die Kinder können selbst ausprobieren, wie man ein archäologisches Exponat freilegt, die entsprechend vorbereiteten Materialien haben mich sehr beeindruckt.

Neben „Anton“ hat ein weiteres digitales Angebot meine Aufmerksamkeit geweckt, es hat mich an das Webinar „Digital Storytelling: Geschichten gestalten von Sophie Scholl über digitale Stadtrundgänge“ erinnert. Bei dem Workshop hatte ich nach einer Plattform gefragt, mit der man zusammen mit Kindern einen Stadtrundgang erstellen könnte (inzwischen weiß ich, dass auch die zweite Auflage meines Kids-Stadtführers für Hagen bald verteilt ist). Vielleicht ist die Plattform, die die Firma Eurokey auf der Messe – leider ziemlich versteckt – präsentierte, genau das, was ich suchte. Bei der Vorführung von den Entdeckerwelten, die ich exklusiv bekommen hat, kamen mir die Ideen aus dem Webinar wieder in den Sinn. Mit dem digitalen Programm kann man eigene Rundgänge, Schnitzeljagden o.ä. erstellen, das schaue ich mir im Sommer auf jeden Fall noch genauer an 😊 (Die Figuren auf dem Foto habe ich übrigens vor vielen Jahren mal auf einer Didacta gekauft!)

Ihr seht, auch wenn ich die Messe als deutlich kleiner wahrgenommen habe, bin ich mit einem Bündel an Eindrücken, Ideen und einigen Prospekten und Visitenkarten nach Hause gefahren 😊 Und ein bisschen freue ich mich jetzt doch auf die nächste Messe, vielleicht nutze ich die Didacta in Stuttgart vom 7. bis 11. März 2023, um endlich wieder meine ehemalige Wahlheimat zu besuchen. ©2022 Dr. Birgit Ebbert www.birgit-ebbert-blog.de